ÖBKZ Eigenwerbung

Mercosur, unsichere Absatzmärkte und Preisaktionen im Handel beschäftigen die österreichische Fleischwirtschaft. Beim dritten Branchentreff der Österreichischen Fleischkontrolle (ÖFK) am 7. Oktober 2026 in Wien diskutierten rund 120 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Wissenschaft über den internationalen Wettbewerb und die heimische Wertschöpfung.

Mercosur und Preisdruck im Fokus

Franz Sinabell vom WIFO analysierte Zölle und Handelsströme, Werner Habermann von der ARGE Rind die möglichen Folgen internationaler Handelsabkommen, insbesondere Mercosur, für den Rindfleischmarkt. Rainer Will vom Handelsverband Österreich thematisierte Herkunft, Kennzeichnung und verändertes Kaufverhalten. Kontrovers verlief die Diskussion über Preisaktionen im Lebensmittelhandel. Einigkeit bestand darüber, dass politisch motivierte Preisdiskussionen am Verkaufsort der gesamten Wertschöpfungskette schaden können.

ÖFK Branchentreff 2026. © Pomassl
ÖFK Branchentreff 2026. © Pomassl

Absatzmärkte breiter aufstellen

Josef Grünanger, Geschäftsführer der Rudolf Großfurtner GmbH, erläuterte, wie kurzfristige Schwankungen beim Tierangebot Schlachtbetriebe und Vermarktung beeinflussen. Unterschiedliche Absatzmärkte können helfen, Risiken abzufedern. Knud Buhl vom Danish Bacon and Meat Council warnte davor, aus steigender weltweiter Fleischnachfrage automatisch bessere Chancen für europäische Produzenten abzuleiten. Entscheidend bleiben Kosten und Marktzugang.

KI trifft Fleischklassifizierung

ÖFK-Geschäftsführer Stefan Mader zeigte anhand von Schlacht- und Klassifizierungsdaten die Entwicklung des Tierangebots vor dem Hintergrund der Dürre 2026. Zudem präsentierte er Projekte der gemeinsam mit der SLA gegründeten FOODFAIR GmbH: automatisierte Schlachtnummernerkennung und ein Pilotprojekt zur KI-gestützten Rinderklassifizierung.

Bettcher / Oktober – November 2026

Heimische Qualität braucht Absatz

„Heimische Herkunft und Qualität brauchen verlässliche Absatzmärkte“, betonte ÖFK-Geschäftsführer Andreas Moser. Auch ÖFK-Beiratsvorsitzender Otto Auer unterstrich die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für Österreichs Fleischbetriebe bleibt die wirtschaftliche Kernfrage, wie sich höhere Qualitätsanforderungen, stabile Lieferbeziehungen und konkurrenzfähige Preise miteinander vereinbaren lassen.