Schweinefleischmarkt in Österreich: Volle Lager dämpfen Hoffnung auf Weihnachten
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Schlachtreife Schweine finden derzeit weitgehend Abnehmer. Schwieriger wird es danach: Im Fleischverkauf staut sich nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Kärnten zunehmend Ware. Ihr Marktbericht vom 6. Oktober spricht von gut gefüllten Gefrierlagern und sieht für Schlachtbetriebe wenig Spielraum, zusätzliche Mengen aufzunehmen. Wie groß die Lagerbestände tatsächlich sind, beziffert der Bericht nicht.
Verarbeitungsware ist schwerer abzusetzen als Frischfleisch
Die Landwirtschaftskammer Steiermark beschreibt eine ähnliche Entwicklung, unterscheidet aber deutlich zwischen den Produkten: Abnehmer meldeten eine unbefriedigende Nachfrage nach Verarbeitungsware, während Frischfleisch etwas besser verkäuflich sei. Das heimische Angebot an Mastschweinen habe leicht zugenommen, bewege sich jedoch noch im Rahmen.
Für die Schlachtwoche vom 24. bis 30. September weist der steirische Bericht einen durchschnittlichen Erzeugerpreis von 1,77 Euro je Kilogramm für die Klassen S bis P aus, unverändert gegenüber der Vorwoche. Dieser bereits abgeschlossene Erhebungszeitraum ist von der aktuellen Einschätzung des Fleischabsatzes zu unterscheiden.
Die erhoffte Weihnachtsnachfrage ist noch nicht zu sehen
Im Herbst richtet sich der Blick gewöhnlich auf Einkäufe der Verarbeitungsindustrie für das Weihnachtsgeschäft. Die Kärntner Landwirtschaftskammer hält eine Entlastung darüber derzeit für unsicher: Bei reichlichem Angebot könnten Käufer vorerst jene Mengen bestellen, die sie unmittelbar benötigen. Ein kleineres Schlachtschweineangebot oder zusätzliche Exporte wären nach ihrer Einschätzung mögliche Auswege; für beides sieht sie momentan keine klaren Anzeichen.
Damit hat sich der Schwerpunkt der Debatte verschoben. Fleisch & Co berichtete im September über den Rückgang des Mastschweine-Basispreises. Die neuen Berichte zeigen nun, warum eine unveränderte Notierung allein noch keine Entspannung bedeutet: Entscheidend ist, ob Schlachtbetriebe und Verarbeitung das anfallende Fleisch verkaufen können.
Der Schweinefleischmarkt in Österreich wartet auf Absatzimpulse
Für bäuerliche Betriebe, Schlachtung und Verarbeitung zählt, wie sich diese Nachfrage in den nächsten Wochen entwickelt. Dabei verlaufen die Absatzwege unterschiedlich – vom Frischfleischverkauf bis zu verarbeiteten Produkten und Snacks, wie sie auch in Bäckereien angeboten werden. Die beiden aktuellen Kammerberichte belegen jedoch keinen einheitlichen Rückgang in allen Verkaufskanälen.
Ob das erwartete saisonale Hoch beim Schweineangebot bald überschritten ist und die Weihnachtsproduktion doch noch mehr Ware aufnimmt, bleibt offen. Die nächsten Marktberichte werden zeigen, ob aus der derzeitigen Stabilität bei einzelnen Erzeugerpreisen auch eine bessere Absatzlage wird.




