Der 488. Jahrestag der Zunft der Fleischhauer und Liebfrauenbruderschaft in Gars am Kamp stand immer noch im Zeichen der Freude u?ber die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco. Trotz formeller Aufhebung der Zu?nfte blieb die Fleischhauerzunft Gars als einzige und älteste in Niederösterreich bestehen. Bis heute haben sich auch die gemeinschaftliche Bedeutung und ihre Bräuche erhalten. Zu diesen gehören der jährliche Zunfttag mit dem traditionellen Wu?rstelessen und der Gedenkmesse fu?r alle verstorbenen Mitglieder, die Verleihung von Ehrensiegeln und dem Goldenen Ehrenring, die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession mit dem Vorantragen der Zunftfahne sowie das Verteilen von gesegneten Ehrenkränzen an Zunftmitglieder und der Zunft nahestehende Persönlichkeiten.
Gars am Kamp: Eine Zunftmeisterin seit 2020
Die Fleischhauerzunft hat bis heute eine geschlossene Mitgliederzahl von 12 Personen, die sich aus Meister:innen, Gesellen und Eigentu?mern von ehemals radizierten Häusern zusammensetzt.
Erstmals in der Geschichte der Zunft wird die Zunft von einer Frau gefu?hrt: Regina Waldum ist seit 2020 Zunftmeisterin. Die Zunftmeisterin Regina Waldum bedankte sich noch einmal bei allen Unterstu?tzer:innen fu?r die Hilfe bei der Bewerbung. Besonders froh zeigte sich Regina Waldum auch, dass ihr Vorgänger Josef Höchtl bereits 2019 eine Chronik hatte erarbeiten lassen und somit viel Vorarbeit bereits geleistet war.

Ehrung fu?r 30 Jahre Mitgliedschaft (v. l.): Zunftmeister-Stellvertreter Helmut Harold, Wolfgang Kocourek und Zunftmeisterin Waldum.© HaRo
Ritual des Zunfttages errang die Nennung zum Unesco-Kulturerbe
Die Unesco definiert die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ so: Ob mu?ndlich u?berlieferte Traditionen, darstellende Ku?nste,gesellschaftliche Rituale und Feste, Wissen um die Natur oder Handwerksku?nste – immaterielles Kulturerbe ist lebendig. Es wird von menschlichem Wissen und Können getragen und von einer Generation an die nächste weitergegeben. Immaterielles Kulturerbe prägt das gesellschaftliche Zusammenleben und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaften. So gesehen ist das Fleischerhandwerk der Inbegriff eines immateriellen Kulturerbes. Die offizielle Übergabe des Verleihungsdekrets fand am 12. Mai in Landeck in Tirol statt, im Beisein vom Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle und dem Landecker Bu?rgermeister Herbert Mayer. Bei dem Festakt betonte der Unesco Generalsekretär Mag. Martin Fritz, dass das Ritual des Zunfttages bei der Bewerbung den Ausschlag gegeben habe und nicht die lange Geschichte.

Ehrung fu?r 50 Jahre Mitgliedschaft (v. l.): Zunftmeisterin Regina Waldum, Julius Kiennast & Zunftmeister-Stellvertreter Helmut Harold. © HaRo
Die Zunft der Fleischhauer ehrte heuer…
Beim 488. Jahrestag wurden zudem auch verdiente Mitglieder geehrt: Julius Kiennast fu?r seine 50-jährige Mitgliedschaft, Wolfgang Kocourek fu?r seine 30-jährige Mitgliedschaft und Alexander Lemp zu seinem 30. Geburtstag. Als Ehrengäste konnte Zunftmeisterin Regina Waldum Vizebu?rgermeisterin Paula Uitz, Niederösterreichs Fleischer-Landesinnungsmeister Jakob Ellinger und weitere lokale Honoratioren begru?ßen.
Autor: HaRo


