Protein bleibt einer der wichtigsten Ernährungstrends im österreichischen Lebensmittelhandel. Das zeigen aktuelle Auswertungen des RollAMA-Haushaltspanels der AMA-Marketing für das Jahr 2025. Während proteinreiche Milchprodukte besonders stark wachsen, verzeichnet auch Fleisch wieder steigende Einkaufszahlen. Gleichzeitig erreicht der Anteil von Bio-Lebensmitteln im Einkauf der Haushalte einen neuen Höchststand.
Fleischkonsum legt wieder zu
Nach einer längeren Phase rückläufiger Entwicklung zeigt sich im Jahr 2025 wieder ein leichter Aufwärtstrend beim Fleischkonsum. Laut RollAMA-Daten stieg die gekaufte Fleischmenge insgesamt um 1,6 Prozent. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei den beiden wichtigsten Fleischarten aus. Schweinefleisch und Hühnerfleisch legten jeweils spürbar zu und verzeichneten Absatzsteigerungen von rund drei bis knapp fünf Prozent. Damit bleibt Fleisch weiterhin eine zentrale Eiweißquelle im österreichischen Haushalt. AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek sieht darin ein klares Signal für die Bedeutung von Protein in der Ernährung. Der Trend zeige, dass viele Haushalte verstärkt auf eiweißreiche Lebensmittel achten und dabei unterschiedliche Quellen kombinieren.
Proteintrend prägt den Einkauf
Die RollAMA-Auswertung bestätigt, dass Protein für viele Konsumentinnen und Konsumenten zu einem zentralen Ernährungsthema geworden ist. Tierische und pflanzliche Produkte stehen dabei nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen einander im Einkaufswagen. Auf Basis der im RollAMA-Warenkorb erfassten Grundnahrungsmittel und Frischwaren halten sich pflanzliche und tierische Eiweißquellen mengenmäßig etwa die Waage. Aufgrund der höheren Preise wird für tierische Lebensmittel allerdings insgesamt mehr Geld ausgegeben. Besonders dynamisch entwickelte sich 2025 der Markt für proteinreiche Milchprodukte. Produkte wie Skyr, Naturjoghurt oder Cottage Cheese verzeichneten deutliche Zuwächse. Insgesamt wurden rund 50.000 Tonnen Skyr und Naturjoghurt gekauft, ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Innovationen bei Milch- und Joghurtgetränken führten zu einem Wachstum von rund drei Prozent in dieser Kategorie. Eier bleiben auf Wachstumskurs
Neben Fleisch zählt auch Ei weiterhin zu den gefragten Eiweißquellen im Einkauf. Die Nachfrage setzte ihren positiven Trend fort. Bereits 2024 stieg der Einkauf von Eiern um fast zwei Prozent, womit sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt.
Bio-Fleisch erreicht neuen Höchstwert
Parallel zum Proteintrend gewinnen auch Bioprodukte wieder an Bedeutung. Die Einkaufsmengen stiegen um 2,3 Prozent, während die Ausgaben um 6,5 Prozent zulegten. Der Anteil von Bio-Lebensmitteln an den gesamten Lebensmittelausgaben erreichte mit knapp zwölf Prozent einen neuen Höchstwert. Auch im Fleischbereich zeigt sich diese Entwicklung. Der Bio-Anteil bei Fleisch überschritt erstmals die Marke von acht Prozent und erreichte damit ebenfalls ein neues Allzeithoch. Damit setzt sich die langfristige Entwicklung fort, bei der Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt auf Herkunft, Qualität und Produktionsweise achten.
Pflanzliche Alternativen wachsen weiter
Auch pflanzliche Alternativen profitieren vom Proteintrend. Die Einkaufsmenge stieg zuletzt um 14 Prozent, die Ausgaben erhöhten sich auf rund 120 Millionen Euro. Besonders stark wuchs die Nachfrage nach pflanzlichen Drinks. Pflanzliche Fleischalternativen legten zwar ebenfalls zu, allerdings deutlich moderater. Mehr als die Hälfte der Haushalte kauft zumindest gelegentlich solche Ersatzprodukte, ihr Anteil am Gesamtmarkt bleibt jedoch weiterhin vergleichsweise gering.
Klassiker bleiben gefragt
Neben neuen Ernährungstrends zeigen die RollAMA-Daten auch die Stabilität klassischer Lebensmittel im Einkaufswagen. Erdäpfel führen weiterhin die Rangliste im Gemüsebereich an, während bei Obst Bananen, Äpfel und Orangen dominieren. Im Käsebereich liegt Gouda klar an der Spitze des Rankings, gefolgt von Streichkäse auf Gervaisbasis und Mozzarella. Auch traditionelle Sorten wie Emmentaler oder andere Großlochkäse bleiben beliebt. Bei Brot greifen Konsumentinnen und Konsumenten am häufigsten zu Roggenmischbrot. Dahinter folgen American Toast sowie Land- oder Bauernbrot.Für AMA-Marketing zeigt sich damit ein klares Bild: Neue Ernährungstrends wie der Protein-Fokus verändern zwar den Einkauf, gleichzeitig bleiben viele klassische Lebensmittel feste Bestandteile der heimischen Küche.


