Forschungsbasierter Blick auf 2026

Der US-amerikanische Gewürz- und Aromenhersteller PS Seasoning hat seine Prognose zu Geschmacks- und Konsumtrends für 2026 veröffentlicht. Basis sind eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, Marktdaten, Flavor-Tracking-Tools sowie kulinarische Frühindikatoren.
Allein 2025 wurden laut Unternehmen mehr als 1.200 neue Geschmacksprofile für Seasonings und Saucen entwickelt und getestet. Daraus leitet PS Seasoning sechs zentrale Trendfelder für das kommende Jahr ab.

Protein gibt den Ton an

Proteinreiche Ernährung entwickelt sich weiter zum „Protein-first“-Prinzip. Mehr als 70 Prozent der Konsumenten suchen aktiv nach Möglichkeiten, den Proteingehalt ihrer Mahlzeiten und Snacks zu erhöhen. Gekocht wird zunehmend vom Protein aus gedacht – von Geflügel, Rind und Schwein bis hin zu Wild oder pflanzlichen Alternativen.
Parallel gewinnen proteinbasierte Snacks wie Snack Sticks an Bedeutung, die über kräftige, teils international inspirierte Würzprofile differenziert werden. Ein Ansatz, der auch für das österreichische Fleischer-Handwerk zusätzliche Wertschöpfungspotenziale bietet.

Fleischverarbeitung am heimischen Herd

Steigende Preise und anhaltender Kostendruck führen dazu, dass laut PS Seasoning 81 Prozent der Konsumenten mehr als die Hälfte ihrer Mahlzeiten zu Hause zubereiten. DIY-Kochen, Großeinkäufe und die Eigenverarbeitung von Fleisch nehmen zu.
Produkte wie Würste, Bratwürste, Jerky oder Snack Sticks gelten als wirtschaftliche Lösungen zur besseren Nutzung von Rohware. Gefragt sind einfach anwendbare Gewürzmischungen und flexible Konzepte – von Sweet-Heat-Kombinationen über Smokehouse-Aromen bis hin zu bewusst nostalgischen Geschmacksbildern. Ein Trend, der auch in Österreich die Nachfrage nach praktischen, kalkulierbaren Würzlösungen stärkt.

Zutatenlisten rücken in den Fokus

Rund 60 Prozent der Verbraucher achten laut Prognose genauer auf Inhaltsstoffe als noch im Vorjahr. Reduzierter Zucker, weniger Zusatzstoffe, der Verzicht auf künstliche Farben und Aromen sowie Optionen wie glutenfrei oder bio gewinnen an Bedeutung.
Diese Entwicklung erhöht die Nachfrage nach klar positionierten, funktionalen Gewürzmischungen mit „cleaner“ Rezeptur – ein Thema, das auch für österreichische Produzenten im Spannungsfeld zwischen Handwerk, Transparenz und Effizienz relevant ist.

Globaler Geschmack, aber alltagstauglich

Internationale Aromen bleiben gefragt, werden jedoch stärker an den heimischen Küchenalltag angepasst. PS Seasoning nennt etwa gochugaru-inspirierte BBQ-Profile, Curry-Gewürze mit indischem Einschlag oder an Birria angelehnte Street-Food-Aromen.
Entscheidend ist die einfache Anwendung: Globale Küche soll ohne komplexe Zubereitung funktionieren – ein Ansatz, der auch im europäischen und österreichischen Markt zunehmend gefragt ist.

Newstalgia statt Rückblick

Vertraute Wohlfühl-Aromen bleiben relevant, werden jedoch zeitgemäß interpretiert. „Newstalgische“ Konzepte verbinden Bekanntes mit modernen Akzenten, etwa pesto-basierte Würzungen, buttrige Umami-Profile oder neu gedachte regionale Klassiker.
Für Produzenten eröffnet das Spielräume zwischen Tradition und Innovation.

Swicy wird komplexer

Süß-scharfe Geschmackskombinationen zählen weiterhin zu den stärksten Performern. Für 2026 erwartet PS Seasoning eine Entwicklung hin zu differenzierteren Schärfeprofilen, die Süße mit rauchigen, herzhaften und umami-betonten Noten verbinden. Ziel ist es, sowohl Schärfeliebhaber als auch zurückhaltendere Konsumenten anzusprechen.