Wiener Fleischerei Kröppel als ungewöhnlicher Drehort
Wenn Vampire Wien besuchen, dann offenbar nicht nur wegen der Oper oder der Museen. Im Kurzfilm „Vienna Bites!“ des WienTourismus wird die Stadt zur kulinarischen Jagdzone für Blutsauger – und mittendrin: die traditionsreiche Wiener Fleischerei Kröppel.
Die Fleischerei wird im Film zu einem der Schauplätze, an denen sich die humorvoll inszenierte Geschichte entfaltet. Zwischen klassischem Fleischerhandwerk, Wiener Spezialitäten und authentischer Handwerksatmosphäre zeigt der Drehort eine Seite der Stadt, die perfekt zum Konzept des Films passt: Wien als Genussmetropole, in der Qualität und Geschmack eine lange Tradition haben. Dass ausgerechnet eine Fleischerei Teil eines Vampirfilms wird, ist dabei durchaus stimmig. Schließlich geht es im Film um Geschmack – wenn auch aus einer etwas anderen Perspektive.
Wenn Wiener Küche Vampire anlockt
Die Idee hinter „Vienna Bites!“ ist ebenso einfach wie originell. Laut Film gilt Wien unter Vampiren als besonders begehrtes Reiseziel. Der Grund: Wer hier isst, dessen Blut soll besonders aromatisch werden. Deshalb streifen die Untoten nachts durch die Stadt auf der Suche nach neuen Opfern – oder besser gesagt nach neuen Feinschmeckern.
Unterstützung erhalten sie dabei ausgerechnet von der Wiener Gastronomie. Mehrere bekannte Köchinnen und Köche treten im Film selbst auf, darunter Anton Pozeg vom Hotel Sacher, Lukas Mraz vom Restaurant Mraz & Sohn, Stefanie Herkner von Zur Herknerin und Parvin Razavi vom Restaurant &flora. Ihre Gerichte sollen im Film dafür sorgen, dass das Blut der Gäste kulinarisch „veredelt“ wird. Gedreht wurde an zahlreichen bekannten Wiener Genussorten. Neben der Fleischerei Kröppel führen Szenen unter anderem ins Kunsthistorische Museum, ins Naturhistorische Museum, ins Hotel Sacher mit der Roten und Grünen Bar, ins Café Schwarzenberg, zum Würstelstand „Alles Wurscht“ sowie zum Volksgarten Pavillon.
Vampirgeschichten mit Wiener Wurzeln
Ganz frei erfunden ist der Bezug zwischen Wien und Vampiren übrigens nicht. Tatsächlich spielte die Stadt eine Rolle in der historischen Debatte über den Vampirglauben im 18. Jahrhundert. Bereits 1725 tauchte in der Wiener Zeitung erstmals der Begriff „Vampyri“ auf. Der Leibarzt von Maria Theresia, Gerard van Swieten, wurde damals beauftragt, den weit verbreiteten Vampirglauben wissenschaftlich zu untersuchen und schließlich als Aberglauben zu entkräften. Die Legende vom Vampir erhielt dadurch erstmals eine offizielle Aufmerksamkeit aus Wien.
Der WienTourismus greift diese historische Episode nun mit einem Augenzwinkern auf und verbindet sie mit der heutigen kulinarischen Identität der Stadt.
Kulinarik als Visitenkarte der Stadt
Für WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner ist die Verbindung von Kulinarik und Stadtmarketing kein Zufall. „Kulinarik wird als Reisemotiv immer wichtiger und ist heute – neben Kunst und Kultur – ein zentraler Grund für einen Wien-Besuch. Rund ein Drittel aller Gastronomiebeschäftigten und der gesamten gastronomischen Wertschöpfung Österreichs entfällt auf unsere Stadt. Deshalb rücken wir die Wiener Küche und ihre vielfältigen Betriebe heuer ins Zentrum unserer Aktivitäten.“ Mit dem Film werde die historische Vampir-Legende rund um Gerard van Swieten humorvoll aufgegriffen. Gleichzeitig sollen Wiener Gastronomiebetriebe und ihre kulinarische Kreativität international sichtbar werden.
Internationaler Film mit Wiener Handschrift
Für die Umsetzung des Films holte der WienTourismus ein internationales Kreativteam nach Wien. Regie führte die US-Filmemacherin Bianca Poletti, produziert wurde der Clip von Muellers Bureau. Die musikalische Gestaltung übernahm Morgan Kibby, die bereits mit internationalen Popgrößen wie Harry Styles und Lady Gaga gearbeitet hat. Der rund dreiminütige Film ist Teil des kulinarischen Themenjahres „Vienna Bites. Küche, Kultur, Charakter“. Seit seiner Veröffentlichung Anfang Februar verbreitet sich der Clip rasant in den sozialen Medien und auf YouTube und hat bereits mehr als 40 Millionen Aufrufe erreicht. Der Film verbindet dabei unterschiedliche Facetten der Wiener Genusskultur: vom klassischen Kaffeehaus über renommierte Restaurants bis hin zu handwerklichen Betrieben wie der Wiener Fleischerei Kröppel. Gerade diese Mischung aus Tradition, Gastronomie und Handwerk zeichnet das Bild einer Stadt, in der Kulinarik eine zentrale Rolle spielt – selbst dann, wenn man sie mit einem Augenzwinkern aus der Perspektive von Vampiren erzählt.





