Mehr als 160 Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Fleischwirtschaft trafen sich Ende Mai in Wien zum AMA-Forum Fleisch 2026. Unter dem Motto „Fleisch und das Wertspiel: Warum billig teuer wird“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Qualität, Herkunft und Vertrauen stärker in den Fokus der Kaufentscheidung rücken können.

Qualität und Herkunft als zentrale Argumente

Vertreter aus Landwirtschaft, Fleischverarbeitung, Handel und Interessenvertretungen diskutierten gemeinsam mit nationalen und internationalen Experten über die Zukunft des Fleischmarktes. Themen wie Regionalität, Tierhaltung, Transparenz und Versorgungssicherheit zogen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek betonte, dass Konsumenten bei vielen Produkten bereit seien, für Qualität mehr zu bezahlen. Gerade bei Fleisch dominiere jedoch häufig noch der Preisvergleich. Regional erzeugtes Fleisch stehe für hohe Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette und müsse stärker als Qualitätsprodukt wahrgenommen werden.
Vertrauen beeinflusst Kaufentscheidungen

Wie Konsumenten den Wert von Fleisch wahrnehmen, analysierten Markenexpertin Tabea Höllger und Marktforscher Werner Beutelmeyer. Ihre Botschaft: Geschmack, Regionalität, Transparenz und Vertrauen zählen zu den wichtigsten Faktoren bei Kaufentscheidungen. Die österreichische Fleischwirtschaft verfüge über starke Argumente, müsse diese jedoch verständlicher kommunizieren.

Fleisch zwischen Fakten und öffentlicher Wahrnehmung

Der Ernährungswissenschaftler Christian Putscher widmete sich den häufigsten Mythen rund um Fleisch und Fleischprodukte. Im anschließenden Podium diskutierten Branchenvertreter darüber, wie die Wertschätzung für Fleisch vom Produzenten bis zur Gastronomie gestärkt werden kann. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem Manfred Kröswang, Herbert Schrittwieser, Lisa Zanker und Kirsten Otto.

Internationale Beispiele liefern Impulse

Ein Blick nach Deutschland und Spanien zeigte, wie unterschiedlich sich Fleischmärkte entwickeln. Während in Deutschland neue Kommunikationsstrategien im Mittelpunkt stehen, setzt Spanien auf Effizienz und Marktstruktur. Für Österreich sehen die Experten weiterhin klare Wettbewerbsvorteile bei Qualität, Herkunft und nachvollziehbaren Produktionsstandards.

AMA-Gütesiegel soll Kaufentscheidungen stärken

Zum Abschluss präsentierte die AMA-Marketing ihre neue Kampagne rund um das AMA-Gütesiegel. Ziel ist es, die Bekanntheit der Siegel weiter auszubauen und Konsumenten beim Einkauf zusätzliche Orientierung zu bieten. Die Botschaft des Forums war eindeutig: Die Zukunft der heimischen Fleischwirtschaft wird nicht allein über den Preis entschieden. Qualität, Regionalität und Transparenz bleiben die wichtigsten Faktoren, um Vertrauen und Wertschätzung für Fleisch langfristig zu sichern.