
Niederländische Behörden haben rund 28.000 Tonnen verdächtiges Fleisch zurückbeordert, das möglicherweise mit Pferdefleisch vermischt wurde. Eine Großschlachterei müsse die gesamte Produktion der vergangenen zwei Jahre vom Markt nehmen, teilte die zuständige Kontrollbehörde mit. Bei strafrechtlichen Ermittlungen war in Beständen der Schlachterei mit Sitz in der östlichen Provinz Gelderland Pferde-DNA entdeckt worden. Der Betrieb konnte die Herkunft der Ware nicht nachweisen. Auch die Buchhaltung soll mit den Lagerbeständen nicht übereingestimmt haben.
Gefahr für die Gesundheit besteht freilich nicht, ein großer Teil der Ware ist wahrscheinlich auch bereits konsumiert worden. Die Behörde informierte auch über das europäische Alarmsystem andere Länder von dem Rückruf. Welche Länder möglicherweise betroffen seien, ist noch nicht bekannt.
Höhere Strafen
Seit dem europaweitem Pferdefleischskandal genau vor einem Jahr, drohen hierzulande bei vorsätzlichem Falschkennzeichnung nun erhöhte Strafen. Über 5.000 Personen sollen an diesen Machenschaften international beteiligt gewesen sein. Auch Österreich war am Rande betroffen. Die Ermittlungen gegen Josef Freitag – jener Kärntner Fleischer, der Kärntner Würste mit nicht deklariertem Pferdefleisch in Umlauf gebracht haben soll – sind nach wie vor noch nicht abgeschlossen.
In Österreich wurden als Folge höhere Mindeststrafen eingeführt und die Verwaltungsstrafen allgemein nach oben geschraubt. Auch wenn Feinkost-Mitarbeiter in Supermärkten zum wiederholten Mal keine Häubchen tragen, werden bereits 300 Euro fällig. 700 Euro beträgt nach der Novelle im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz die Mindeststrafe, falls Fleisch vorsätzlich falsch gekennzeichnet wurde.
Pferdefleisch: Nachfrage gestiegen
Interessantes Detail: Das Image von Pferdefleisch hat durch den Skandal nicht gelitten. Ganz im Gegenteil – es ist heute beliebter als davor. Erhebungen des Gesundheitsministeriums zufolge wurde die Neugier auf Pferdefleisch sogar geweckt. So wurde eine merkbar höhere Nachfrage nach Pferdefleisch infolge des Skandals verzeichnet, die immer noch anhält. Einige fleischverarbeitenden Betriebe haben ihr Angebot sogar um dahin gehende Produkte erweitert.
(PM/APA)