Die österreichischen Marcher Fleischwerke bauen ihre Präsenz in Deutschland weiter aus: Die Norbert Marcher GmbH übernimmt 51 Prozent der Anteile an der EG Südbayern Schlachtbetriebs GmbH und damit die industrielle sowie operative Führung der Schlachtstandorte Landshut und Vilshofen. Die Vereinbarung mit der Erzeugergemeinschaft Südbayern wurde am 8. Mai 2026 unterzeichnet. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.
Strategischer Schritt in den deutschen Fleischmarkt
Mit der Mehrheitsbeteiligung stärkt Marcher seine Position im wichtigsten Exportmarkt Deutschland deutlich. Künftig verantwortet das Kärntner Familienunternehmen die operative und industrielle Leitung der beiden bayrischen Schlachtbetriebe vollständig.
Norbert Marcher GmbH sieht den Einstieg als langfristige Investition in den süddeutschen Markt. Geschäftsführer Norbert Marcher betont die langjährige Zusammenarbeit mit der Erzeugergemeinschaft Südbayern und verweist auf die Wettbewerbsintensität der deutschen Fleischwirtschaft. Gemeinsam wolle man die Verarbeitungskapazitäten und die Marktposition weiterentwickeln.
Standorte sollen langfristig abgesichert werden
Die Betriebe in Landshut und Vilshofen gelten als wichtige Pfeiler der regionalen Fleischwirtschaft in Süd- und Niederbayern. Laut den Partnern sollen die bestehenden Strukturen erhalten bleiben. Geplant sind Investitionen in Technik, Prozesse und Effizienz, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.
Auch die Erzeugergemeinschaft Südbayern eG sieht in der Neuordnung eine strategische Absicherung der Standorte. Vorstandsvorsitzender Erwin Hochecker verweist auf den anhaltenden Strukturwandel im süddeutschen Schlacht- und Fleischmarkt. Entscheidend sei die Wahl eines Partners gewesen, der industrielle Verantwortung übernimmt und sich klar zu den Standorten bekennt.
Mehr als 9.000 Mitgliedsbetriebe vertreten
Die Erzeugergemeinschaft Südbayern mit Sitz in Pocking zählt zu den größten landwirtschaftlichen Genossenschaften Süddeutschlands. Mehr als 9.000 Mitgliedsbetriebe werden von der 1967 gegründeten Organisation vertreten. Die Schlachtbetriebe in Landshut und Vilshofen spielen eine zentrale Rolle für Wertschöpfung und Versorgungssicherheit in der Region.
Marcher zählt zu Österreichs größten Fleischunternehmen
Die Marcher Fleischwerke wurden 1929 gegründet und haben sich vom Viehhandel zu einem der größten Fleischverarbeiter Österreichs entwickelt. Heute führt die Familie Marcher das Unternehmen in dritter Generation von der Zentrale in Villach aus.
Mit einem Jahresumsatz von mehr als 700 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 zählt die Gruppe zu den größten Lebensmittelherstellern Österreichs. Rund 1.850 Mitarbeitende arbeiten an elf Standorten. Jährlich verarbeitet das Unternehmen unter anderem rund 140.000 Rinder und eine Million Schweine. Deutschland ist bereits heute der wichtigste Exportmarkt der Gruppe.



