Der Tiroler Nahversorger MPREIS strukturiert sein Fleisch- und Wurstsortiment neu. Produkte aus der hauseigenen Verarbeitung werden künftig einheitlich unter der Marke „M“ geführt. Für das Fleischerhandwerk ist diese Entscheidung ein klares Signal: Herkunft, Verarbeitung und Qualität bleiben zentrale Argumente, auch im zunehmend markengetriebenen Lebensmitteleinzelhandel.
Einheitliche Marke für Fleisch- und Wurstwaren
Mit der Umstellung verschwinden die bisherigen Linien „Alpenmetzgerei“ und „Alles Glut“ aus der Kennzeichnung im Regal. Stattdessen fasst MPREIS alle Fleisch- und Wurstspezialitäten unter „M“ zusammen.
Für Kundinnen und Kunden ändert sich operativ wenig. Produkte wie Schweinefilet, Rindsfaschiertes oder Grillspezialitäten bleiben in Rezeptur und Herkunft unverändert. Entscheidend ist die Vereinheitlichung der Markenführung, die für mehr Orientierung am Point of Sale sorgen soll.
Aus Sicht des Fleischerhandwerks bleibt der Kern bestehen: handwerkliche Verarbeitung, definierte Rohstoffqualität und klare Herkunft.
Produktion in Völs: Handwerk trifft industrielle Präzision
Herzstück der Fleischkompetenz ist die Alpenmetzgerei in Völs bei Innsbruck. Der Betrieb zählt zu den größten und modernsten fleischverarbeitenden Standorten Österreichs und vereint handwerkliche Herstellung mit industriellen Standards. Rund 45 Mitarbeiter produzieren täglich frische Fleisch- und Wurstwaren. Im Fokus stehen dabei Hygiene, Lebensmittelsicherheit und standardisierte Qualitätskontrollen. Der Betrieb ist sowohl bio-zertifiziert als auch nach internationalen Standards wie IFS geprüft.
Die jüngste vierfache Auszeichnung durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft unterstreicht den Qualitätsanspruch zusätzlich.
130 Produkte aus österreichischem Fleisch
In der Alpenmetzgerei werden rund 130 verschiedene Produkte verarbeitet. Die Rohstoffbasis ist klar definiert: ausschließlich österreichisches Qualitätsfleisch.
Zum Sortiment zählen auch regionale Spezialitäten wie Tiroler Jahrling oder Sommerrind. Diese Positionierung ist aus handwerklicher Sicht entscheidend, da sie die Verbindung zwischen regionaler Landwirtschaft und Verarbeitung im Betrieb stärkt.
Neu im Portfolio ist der „M“ Rindersaftschinken. Verarbeitet wird dafür ausschließlich österreichisches Schnitzelfleisch, das auf Saftigkeit und ein klares Geschmacksprofil ausgelegt ist.
Marke „M“ als strategisches Dach
Seit rund einem Jahr baut MPREIS die Marke „M“ systematisch aus. Ziel ist es, Eigenproduktion und ausgewählte Partnerprodukte unter einem gemeinsamen Qualitätsversprechen zu bündeln. Laut Geschäftsführer Mathias Mölk steht die Marke für nachvollziehbare Herkunft, stabile Qualität und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für die Fleischbranche ist dieser Schritt relevant, da er zeigt, wie stark Markenführung im Handel an Bedeutung gewinnt, ohne dabei zwingend die handwerkliche Basis zu verändern.
Hühnerfleisch bleibt „Natur Fair“ zertifiziert
Parallel zur Umstellung im Fleischsortiment wurde auch das Hühnerfleisch in die Marke „M“ integriert. Die bisherigen Standards des Labels „Natur Fair“ bleiben bestehen. Dazu zählen regionale Herkunft, tiergerechte Haltung und definierte Produktionsbedingungen. Diese Kriterien werden weiterhin transparent kommuniziert und auf den Produkten gekennzeichnet.
Bedeutung für das Fleischerhandwerk
Die Neuausrichtung bei MPREIS zeigt eine Entwicklung, die auch viele Fleischerbetriebe betrifft: Qualität allein reicht nicht mehr aus, sie muss klar kommuniziert und markenstrategisch gebündelt werden. Gleichzeitig bleibt die Basis unverändert. Entscheidend sind Rohstoff, Verarbeitung und Fachwissen im Betrieb. Die Umstellung auf „M“ ist damit weniger ein Bruch als vielmehr eine strukturelle Weiterentwicklung.
Für das Fleischerhandwerk ergibt sich daraus ein klarer Auftrag. Wer im Wettbewerb bestehen will, muss handwerkliche Qualität mit einer nachvollziehbaren Positionierung verbinden





