Eiermacher: Geflügel als Wachstumsmotor
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Die Eiermacher GmbH setzt zum 40-jährigen Bestehen einen kräftigen Investitionsschritt im Geflügelfleisch. Rund sieben Millionen Euro fließen in die Erweiterung der Fleischverarbeitung am Standort Kremsmünster. Die neue Halle soll die bisherigen Kapazitäten mindestens verdoppeln und noch 2026 in Betrieb gehen.
Sieben Millionen für mehr Kapazität
In Kremsmünster werden künftig größere Mengen aus dem unternehmenseigenen Schlachthof in Nußbach weiterverarbeitet, verpackt und für den Handel vorbereitet. Geplant sind unter anderem zusätzliche Convenience-Produkte, Burger und ein Ausbau des Sous-vide-Sortiments. Zum neuen Bereich gehört auch ein Tiefkühllager. Moderne Verpackungstechniken wie „Flat Skin“ sollen ebenfalls eingesetzt werden.
Geschäftsführer Manfred Söllradl sieht vor allem bei Geflügel weiteres Wachstum. Während der Fleischkonsum insgesamt rückläufig sei, entwickle sich Hühnerfleisch stabil bis steigend. 2025 erzielte die Eiermacher GmbH einen Umsatz von rund 113 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 190 Mitarbeiter.

Bio-Ente bleibt Saisongeschäft
Besonders wichtig ist die zusätzliche Tiefkühlkapazität für die Bio-Ente. Das Projekt startete 2017, als der österreichische Markt noch stark von Importen geprägt war. Die Eiermacher bauten eine eigene Kette von Elterntieren und Brüterei über Mastbetriebe bis zu Schlachtung, Zerlegung und Verpackung auf.
Nach Angaben des Unternehmens stieg der österreichische Eigenversorgungsanteil bei Enten von vier Prozent im Jahr 2017 auf 25 Prozent im Jahr 2025. Der Absatz bleibt allerdings stark saisonal: Rund zwei Drittel der Menge werden zwischen Martini und Weihnachten konsumiert. Das neue Tiefkühllager soll die Vermarktung über das Jahr erleichtern.
Mehr Interesse an Geflügelhaltung
Auch bei den landwirtschaftlichen Partnern registriert das Unternehmen steigendes Interesse. Rund 330 bäuerliche Betriebe arbeiten mit den Eiermachern zusammen, 34 landwirtschaftliche Betriebe sind als Gesellschafter beteiligt. Laut Söllradl gibt es derzeit mehr Anfragen für Geflügelhaltung, als neue Betriebe aufgenommen werden können.
Die Eier bleiben dennoch das umsatzstärkste Geschäftsfeld. Rund 190 Millionen Eier laufen pro Jahr durch die Packstelle in Kremsmünster, etwa zwei Drittel davon sind Bio-Eier. Dazu kommen Brüterei, Küken- und Junghennenaufzucht sowie die Geflügelfleischproduktion.
Herkunft wird zum Wettbewerbsfaktor
Söllradl sieht die hohen österreichischen Standards bei Tierwohl, Qualität und Lebensmittelsicherheit als Stärke, zugleich aber als Kostenfaktor im Wettbewerb mit Importware. Entscheidend sei daher eine klare Herkunftskennzeichnung. Besonders bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gastronomie fehle aus seiner Sicht noch Transparenz.
Mit der neuen Fleischverarbeitung baut das Unternehmen seine heimische Wertschöpfung bei Bio-Huhn und Bio-Ente weiter aus. Für die Eiermacher, die 1986 aus einem Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe entstanden, wird Geflügelfleisch damit neben Eiern und Brüterei zu einem zunehmend wichtigen Wachstumsgeschäft.

