Es könnte eigentlich so einfach sein: Die bereits geltende Verordnung zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Kantinen und die Gemeinschaftsverpflegung bräuchte nur minimal umgestaltet zu werden, und schon hätten wir die Herkunftskennzeichnung in der gesamten Gastronomie. 79 % der Österreicher sind dafür, 74 % fordern eine rasche Umsetzung. Es wäre ein starkes Zeichen für die heimischen Landwirt und ihre Produkte und brächte die längst überfällige Transparenz auf die Wirtshausteller.

Der heutige Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft hat allerdings einmal mehr gezeigt, dass unkomplizierte und unbürokratische Lösungen nicht Sache jeder Fraktion sind. Einmal mehr wurden unsere Anträge zur Herkunfts- und Haltungskennzeichnung von den Regierungsfraktionen vertagt.

Wir Grüne werden jedenfalls weiter dran bleiben und dafür kämpfen, dass der Blindflug am Teller ein Ende findet.

„Was in jeder Kaserne des Österreichischen Bundesheers ganz ohne Probleme machbar ist, scheint für die Gastronomie ein unbewältigbares Problem darzustellen. Seit Jahren malt der ÖVP-Wirtschaftsbund bei der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ein Bürokratiemonster an die Wand, während jede Kantine in Österreich schon längst verpflichtet ist, die Herkunft von Fleisch, Eiern und Milchprodukten für Gäste klar ersichtlich darzustellen – auf der Speisekarte, einem Aushang oder auf einer Tafel. Dort funktioniert es offensichtlich – unkompliziert und ohne besonderen Aufwand. Umso verwunderlicher ist die im Landwirtschaftsausschuss von der ÖVP angekündigte parteiinterne Einigung zur Herkunftskennzeichnung zwischen Bauernbund und Wirtschaftsbund, nachdem heute Morgen in den Tageszeitungen von Vermittlungen durch den Generalsekretär berichtet wurde. Ihre Koalitionspartner waren darüber offenbar noch nicht einmal informiert worden.

Anstatt die saubere und unkomplizierte Lösung für die Kantinen auf die gesamte Gastronomie auszuweiten, bastelt diese ÖVP auf ihrem Selbstfindungstrip nun an Plänen von automatisierten Datenabgleichen in digitalen Lösungen und schafft damit letztlich nur eins: Sie blockiert die verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie weiter. Das gleicht einem Offenbarungseid für beide Seiten: Die Bauern müssen noch immer auf ein Bekenntnis zu ihren qualitativ hochwertigen heimischen Produkten warten und die Wirte bekommen nun tatsächlich jenes Bürokratiemonster, gegen das sie seit Jahren lautstark wettern. Obwohl 79 % der Österreicher für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sind, legt die ÖVP keinerlei Wert auf Transparenz am Teller und beschäftigt sich bloß mit sich selbst.“

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