Tiere brauchen Pflanzen und Pflanzen brauchen Tiere. Dieses Kreislaufprinzip der Natur gilt es zu schützen und zu erhalten. Auch beziehungsweise gerade, in der Landwirtschaft . Dabei geht es na?mlich nicht nur um eine ausreichende und o?kologisch nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, sondern auch um Erhalt der Nutztierhaltung als ein wirtschaftlich und kulturell wichtiger Sektor, dem nicht zuletzt die Aufgabe der Landschaftspflege zukommt. Denn nicht beweidete Fla?chen sind alternativ nur selten fu?r den Anbau von Nutzpflanzen geeignet. Wir brauchen Bauern, die Tiere halten. Ju?ngste Forderungen vonseiten der Politik, die Tierbesta?nde fu?r eine Reduktion von THG-Emissionen abzustocken, wollen und mu?ssen daher sorgfa?ltig u?berlegt sein. Schließlich wird auch von Spediteuren nicht verlangt, einen Teil ihres Fuhrparks abzuschaffen, um Emissionen zu reduzieren. Gerade im Bereich der Mobilita?t wurde und wird stattdessen stets auf Innova- tion gesetzt. Es wird geforscht und nach neuen Lo?sungen gesucht – wie die Entwicklung der E-Mobility und neuer, klimaneutraler Kraftstoffe zeigen. Warum glaubt man also, dass man die THG-Emissionen durch Nutztierhaltung nur durch Abstockung der Besta?nde per Zwang in den Griff bekommen kann anstatt durch Innovation? Durch Bevormundung der Bauern anstatt durch neue technische Lösungen? Dabei gibt es diese Lo?sungsansa?tze bereits.
O?sterreichisches Know-how
Eine o?sterreichische Arbeitsgruppe hat sich damit befasst, welche Alternativen es zur drastischen Reduzierung der Tierbesta?nde gibt. In dem Gremium waren Experten des Bundesministeriums fu?r Nachhaltigkeit und Tourismus, der Bundesanstalt fu?r Agrarwirtschaft , der Forschungsanstalt HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der Po?ttinger Entsorgungstechnik GmbH & Co KG.
Letztere ist ein Entsorgungstechnik-Unternehmen mit Sitz in Grieskirchen, das sich auf die Bereitstellung von Trockenfermenter-Anlagen fu?r unterschiedliche Nutzergruppen und Substrate spezialisiert hat. Das zukunftsorientierte Umweltechnik-Start-up entstand 2017 aus der Po?ttinger Entsorgungstechnik GmbH mit dem Fokus, unter konsequenter Umsetzung des Kreislaufprinzips der Natur, die nachhaltige Gewinnung und Speicherung von Energie in Kombination mit gleichzeitigem Humusaufbau als „Missing Link“ alternativer Energieformen zu etablieren. Mit Erfolg: Die Fermenteranlage wurde bereits mit dem Umweltmanagement-Preis 2020 in der Kategorie „Beste Maßnahme – Umwelt- und Klimaschutz” des Bundesministeriums ausgezeichnet. DI Klaus Po?ttinger, Eigentu?mer und Gescha?ftsfu?hrer des seit 150 Jahren bestehenden Familienunternehmens „Andere Innovatoren wollen den Mars besiedeln. Wir von der Pottinger Entsorgungstechnik wollen auf der Erde bleiben. Die Trockenfermenteranlage setzt ein klares Zeichen fu?r den Umweltschutz und ist ein internationales Leuchtturmprojekt.“

Der Fermenter ist ganz nach dem Vorbild der Natur aufgebaut.
© Pöttinger
Treibhausbilanz verbessern
Das Verfahren der Fermentation, insbesondere der Trockenfermentation, wurde in der Arbeitsgruppe als Option ausfu?hrlich behandelt – mit dem Ergebnis, dass das Verfahren bei landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung die Treibhausgasbilanz um bis zu 25 Prozent verbessern kann. Nicht nur ist das wa?hrend der Fermentation gewonnene Biogas ein Ersatz fu?r fossile Energietra?ger, sondern der fermentierte Festmist bzw. die separierte Gu?lle kann auch direkt wieder in den Boden eingebracht werden, was Vorteile hinsichtlich Ammoniak- und Geruchsemissionen bringt.
Trockenverga?rung von Biomu?ll
Die Biogasproduktion nach dem Fermentationsverfahren im Po?ttinger Fermenter basiert auf einer diskontinuierlichen Trockenverga?rung von biogenen Reststoffen (Bio- und kommunale Abfa?lle sowie organische Reststoffe der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft ) unter Sauerstoffabschluss. Dabei wird CO2-neutral Methan produziert. Dieses kann wiederum in O?kostrom und Wa?rme umgewandelt oder zu Biogas in Erdgasqualita?t aufbereitet werden bzw. als Treibstoff (LNG) fu?r Nutzfahrzeuge dienen. Fossile Energietra?ger ko?nnen somit eingespart werden. Die Biogaserzeugung dauert im Regelfall drei Wochen. Die mit dem 3A-Verfahren klimaneutral gewonnene Energie kann dann in Form von Biogas, Wa?rme, elektrischer Energie oder auch Kraftstoff (LNG) genutzt werden. Das Verfahren beschleunigt auch die Kompostierung. Anstelle der Hauptrotte werden die organischen Abfa?lle in die Fermenterboxen mit einem Arbeitsvolumen von ca. 45 Kubikmetern gefu?llt. Anschließend wird durch Fermentation Biogas erzeugt. Der Ga?rrest aus den Fermentern kann schließlich restlos zu hochwertigem Kompost weiterverarbeitet werden und kommt als Humusdu?nger dem Boden erneut zugute.
Fu?r jeden Betrieb geeignet
Der Fermenter (es braucht etwa 500 m2 Platzbedarf fu?r drei Fermenter, einen Technik-Container und Handling) ist ein flexibel skalierbares System aus einem Technikcontainer mit integrierter Steuereinheit und mindestens drei bis maximal 15 weiteren Fermenterboxen fu?r die Umwandlung organischer Reststoffe in Biogas und Rohkompost. Ihr Arbeitsvolumen betra?gt 45 m3 je Containerbox. Durch den modularen Aufbau la?sst sich die Anlage an individuelle Anforderungen mit Jahreskapazita?ten von 1.000 bis 5.000 t anpassen – innovative Po?ttinger-Fermenter wurde letztlich aus dem Versta?ndnis dieses natu?rlichen Stoffkreislaufs heraus entwickelt. Durch das geschlossene System der Fermenterboxen kommt es zu einer signifikanten Reduktion der Geruchsemissionen bei sensiblen Inputstoffen wie z. B.: Speiseresten, u?berlagerten Lebensmitteln und Kla?rschlamm. Der Fermenter liefert ein treffendes Beispiel dafu?r, wie in der Landwirtschaft O?konomie und O?kologie in Einklang gebracht werden ko?nnen.
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