Wenn sich im Mai 2026 in Mailand rund 95.000 Fachbesucher versammeln, geht es um weit mehr als Produktneuheiten. Die TUTTO FOOD 2026 ist eine der zentralen europäischen Plattformen für Handel, Gastronomie und Lebensmittelindustrie – und damit ein Gradmesser für Trends, Marktverschiebungen und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Österreich erstmals mit eigenem Auftritt

Erstmals setzt Österreich hier ein sichtbares Zeichen: Mit einem eigenen Pavillon, organisiert von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA im Rahmen der Internationalisierungsoffensive go-international. Hinter dieser Initiative stehen das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus sowie die Wirtschaftskammer Österreich.

Dieser Schritt ist strategisch relevant. Während österreichische Produzenten traditionell stark exportorientiert sind, fehlte bislang auf dieser Messe eine gebündelte nationale Präsenz. Genau hier setzt der Pavillon an: als kuratierte Bühne für Qualität, Herkunft und Verarbeitungskompetenz.

Meat Up – Wifi Steiermark
Meat Up – Wifi Steiermark

Marktplatz für Trends und Absatz

Die Bedeutung der Messe lässt sich an den Zahlen ablesen: Rund 3.000 internationale Einkäufer und etwa 7.000 Vertreter globaler Handelsketten und Gastronomiezulieferer treffen hier auf Produzenten. Die thematische Bandbreite reicht von klassischen Lebensmitteln über Getränke bis hin zu wachstumsstarken Segmenten wie pflanzenbasierter Ernährung, Functional Food oder „Free from“-Produkten. Für österreichische Betriebe eröffnet das nicht nur Zugang zum italienischen Markt, sondern vor allem zu internationalen Distributionsnetzwerken.

Österreichische Teilnehmer mit klarer Positionierung

Im Österreich-Pavillon bündeln sich unterschiedliche Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette:

Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich als Schnittstelle zu Export und Markterschließung
Marcher Fleischwerke als industrieller Leitbetrieb der Fleischbranche
Gewürzehaus Wiberg mit Fokus auf Würzkompetenz und Produktentwicklung
Resch&Frisch im Bereich Tiefkühlbackwaren und Systemgastronomie

Marcher Fleischwerke im Fokus

Gerade die Teilnahme der Marcher Fleischwerke ist ein klares Signal. Das Unternehmen steht exemplarisch für die Transformation der Fleischwirtschaft: vom klassischen Verarbeiter hin zu einem breit aufgestellten Lebensmittelproduzenten mit internationaler Ausrichtung. Die Präsenz in Mailand ist dabei mehr als ein Messeauftritt. Sie ist Teil einer Exportstrategie, die auf Skalierung, Markenbildung und Partnerschaften setzt. In einem Umfeld, in dem pflanzenbasierte Alternativen, Nachhaltigkeitsfragen und Preisentwicklung den Diskurs bestimmen, geht es für Fleischbetriebe zunehmend darum, ihre Rolle neu zu definieren – technologisch, kommunikativ und marktwirtschaftlich. Mailand bietet dafür die passende Bühne: Hier treffen industrielle Einkäufer auf Innovation, hier wird über Listungen entschieden, hier entstehen langfristige Lieferbeziehungen.

Würzkompetenz als strategischer Erfolgsfaktor

Auch das Gewürzehaus Wiberg nutzt die Bühne in Mailand gezielt zur internationalen Positionierung. Das Salzburger Unternehmen steht seit Jahren für anwendungsorientierte Würzlösungen, die insbesondere in Gastronomie, Handwerk und Industrie gefragt sind. Auf der TUTTO FOOD geht es für Wiberg weniger um klassische Produktpräsentation, sondern um Systemkompetenz: Rezepturen, Prozesse und Geschmacksprofile, die sich skalieren lassen und den Anforderungen internationaler Märkte entsprechen. Gerade in einem Umfeld, in dem Convenience, Differenzierung und gleichbleibende Qualität entscheidend sind, wird deutlich, welche strategische Rolle Gewürzhersteller entlang der gesamten Wertschöpfungskette einnehmen.

Signalwirkung für die Branche

Der Österreich-Pavillon auf der TUTTO FOOD ist damit nicht nur eine Premiere, sondern ein strategisches Signal. Er zeigt, dass sich die heimische Lebensmittelwirtschaft stärker als geschlossene Einheit im internationalen Wettbewerb positionieren will. Für das Fleischer-Handwerk und die Industrie bedeutet das konkret: mehr Sichtbarkeit, direkter Zugang zu Entscheidungsträgern und die Chance, österreichische Qualität in einem zunehmend globalisierten Markt offensiv zu platzieren.