Vom 7. bis 9. November 2026 trifft sich die Fleischbranche wieder auf der SÜFFA in Stuttgart. Neben Technik, Produkten und persönlichem Austausch rücken diesmal vor allem Wettbewerbe, Nachwuchsarbeit und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen handwerklichen Betrieben in den Mittelpunkt.

Für österreichische Fleischer ist insbesondere der neue „Metzger-Marktplatz“ interessant. Er greift eine Entwicklung auf, die auch hierzulande viele Betriebe beschäftigt: Wie lässt sich ein attraktives Sortiment anbieten, wenn Personal, Zeit und Produktionskapazitäten begrenzt sind?

Team Cup geht in die zweite Runde

Beim SÜFFA Team Cup treten Teams mit zwei bis drei Personen in fünf Disziplinen gegeneinander an. Gefragt sind handwerkliches Können, starke Nerven und Teamarbeit.

Unterstützt wird der Wettbewerb unter anderem von Seydelmann, Amjadi, Bizerba, Dick, Fessmann, Hagesüd, Handtmann, JBT Marel und Thekenplan. Für Andreas Seydelmann, geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Seydelmann, verbindet der Wettbewerb Fachwissen, Teamgeist und den praktischen Einsatz moderner Technik.

Elf Wettbewerbe für das Fleischerhandwerk

Auch die Internationalen SÜFFA-Wettbewerbe finden an allen drei Messetagen statt. Der Landesinnungsverband für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg und die Messe Stuttgart richten insgesamt elf Einzelwettbewerbe aus.

Die Auszeichnungen haben für viele Betriebe längst auch wirtschaftlichen Wert: Pokale und Sonderpreise werden gezielt in der Kundenkommunikation eingesetzt.

Wolfgang Herbst, stellvertretender Landesinnungsmeister, sieht die Wettbewerbe zugleich als Instrument gegen den Fachkräftemangel. Junge Menschen sollen sowohl für das Fleischerhandwerk als auch für den Verkauf begeistert werden.

Neuer Marktplatz für den Zukauf

Mit dem neuen „Metzger-Marktplatz“ schafft die SÜFFA erstmals einen eigenen Bereich für handwerklich produzierte Spezialitäten, die andere Metzgereien zukaufen und weiterverkaufen können.

Das Konzept reagiert auf eine praktische Herausforderung vieler Betriebe: Nicht jede Spezialität kann wirtschaftlich selbst hergestellt werden. Der gezielte Zukauf bei spezialisierten Kollegen kann das Sortiment erweitern, ohne zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen.

Rund 7.000 Fachbesucher erwartet die Messe. Anbieter können sich auf dem Marktplatz mit ihren Produkten direkt potenziellen Geschäftskunden präsentieren.

Wild, Lamm und Schinken als Ergänzung

FRIMA Wild und Lammspezialitäten aus Tübingen will den Marktplatz etwa nutzen, um Metzgereien als neue Kunden für Wild- und Lammspezialitäten zu gewinnen.

Auch LANDLER aus Peißenberg setzt auf den partnerschaftlichen Ansatz. Geschäftsführerin Franziska Schalk sieht gerade für Metzgereien mit begrenzten personellen und produktionstechnischen Ressourcen Chancen, das eigene Angebot mit handwerklich gefertigten Spezialitäten zu ergänzen.

Damit wird der Metzger-Marktplatz zu einem der interessanteren neuen Formate der SÜFFA 2026. Gerade für kleinere und mittlere Betriebe könnte der Zukauf bei spezialisierten Kollegen künftig stärker zur Sortimentsstrategie gehören.