Beim Landeslehrlingswettbewerb der Fleischer in Kärnten wurde deutlich, worauf es im Betrieb täglich ankommt: sauberes Arbeiten, präzise Schnittführung und ein klares Verständnis für Produktqualität. Die juniorSkills gelten als wichtiger Gradmesser für die Ausbildung im Fleischerhandwerk und zeigen, wie hoch das Niveau bereits im Nachwuchsbereich ist.
Präzision, Technik und Produktverständnis im Fokus
Im Zentrum des Wettbewerbs standen klassische Kernkompetenzen des Fleischerberufs. Die Lehrlinge mussten ihr Können in mehreren Disziplinen unter Beweis stellen, vom fachgerechten Zerlegen über die Herstellung von Wurstwaren bis hin zur verkaufsfertigen Präsentation.
Bewertet wurde durch eine Fachjury nach klaren Kriterien. Neben handwerklicher Technik und hygienischem Arbeiten spielte vor allem die Qualität der Endprodukte eine zentrale Rolle. Entscheidend war, ob Rohstoff, Verarbeitung und Optik ein stimmiges Gesamtbild ergeben.
Die besten Fleischerlehrlinge Kärntens 2026
Die diesjährigen juniorSkills brachten ein klares Ergebnis. Der Sieg ging nach Klagenfurt:
1. Platz: Selina Kofler, Lehrbetrieb Christoph Kastner, Kötschach-Mauthen
2. Platz: Alexander Wosatka, Rudolf Frierss & Söhne Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH, Villach
3. Platz: Anna Maria Katschnig, Lehrbetrieb Christoph Kastner, Kötschach-Mauthen
Damit zeigt sich erneut, dass engagierte Ausbildungsbetriebe eine zentrale Rolle für die Qualität im Fleischerhandwerk spielen.

Landesinnungsmeister Raimund Plautz (l. ) gratulierte den besten Nachwuchs-Fleischer:innen (v. l.) Anna Maria Katschnig (3. Platz), Selina Kofler (1. Platz) und Alexander Wosatka (2. Platz). © Just
Ausbildung als Schlüssel für die Branche
Für Landesinnungsmeister Raimund Plautz ist der Wettbewerb mehr als eine Leistungsschau. Er sieht darin eine klare Bestätigung für die Qualität der Ausbildung:
„Die Leistungen unserer Lehrlinge waren beeindruckend. Neben Fachwissen sind Sorgfalt, Detailgenauigkeit und Zuverlässigkeit unerlässlich, um überzeugende Ergebnisse zu erzielen.“
Auch Kärntens Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig unterstreicht die Bedeutung des Nachwuchses für die gesamte Branche. Fleischereien sichern regionale Versorgung, stehen für Qualität und übernehmen Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette. Bildungslandesrat Peter Reichmann hebt zusätzlich die Rolle von Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben hervor. Sie bilden die Grundlage für jene Fachkräfte, die das Handwerk langfristig tragen.
Nachwuchs bleibt zentrale Herausforderung
Trotz des hohen Niveaus bleibt die Situation angespannt. Aktuell gibt es in Kärnten nur 16 Fleischerlehrlinge. Diese Zahl zeigt deutlich, vor welcher Herausforderung das Gewerbe steht.
Der Wettbewerb erfüllt hier eine doppelte Funktion. Einerseits dient er als Leistungsnachweis für bestehende Lehrlinge, andererseits als Bühne, um das Berufsbild sichtbar zu machen. Gerade die Kombination aus handwerklicher Präzision, Produktnähe und regionaler Verantwortung wird dabei gezielt hervorgehoben.
Sichtbarkeit für ein starkes Handwerk
Die juniorSkills machen deutlich, wie vielseitig der Fleischerberuf tatsächlich ist. Vom Umgang mit dem Rohstoff Fleisch über die Verarbeitung bis hin zur Präsentation im Verkauf verlangt das Handwerk ein breites Kompetenzspektrum.
Für die Branche ist klar: Ohne gezielte Nachwuchsarbeit wird es schwierig, dieses Niveau langfristig zu halten. Wettbewerbe wie die juniorSkills sind deshalb ein wichtiger Baustein, um junge Menschen für das Fleischerhandwerk zu gewinnen und gleichzeitig die Qualität der Ausbildung sichtbar zu machen.
Der Wettbewerb zeigt damit nicht nur die besten Lehrlinge des Landes, sondern auch die Richtung, in die sich das Fleischerhandwerk entwickeln muss: qualitätsorientiert, handwerklich präzise und klar in der regionalen Verankerung.





