ÖBKZ Eigenwerbung

Spar hat den Ausbau seines Fleischverarbeitungsbetriebs Tann in Dornbirn abgeschlossen. Der Standort im Vorarlberger Wallenmahd erhält zusätzliche Produktionsflächen, modernisierte Anlagen und eine deutlich größere Spezialitätenküche. Rund zwölf Millionen Euro hat Spar Vorarlberg in den Standort investiert, wobei der größte Anteil auf die Erweiterung der Tann-Produktion und des Großhandelslagers entfällt. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung eines Geschäftsfeldes, das vor wenigen Jahren noch klein begonnen hat: die Herstellung fertig gekochter Fleischgerichte.

Mehr Platz für Zerlegung, Wurstproduktion und Küche

Die Produktionsfläche von Tann Dornbirn ist von 5.300 auf mehr als 6.100 Quadratmeter gewachsen. Rund 800 Quadratmeter kamen neu hinzu, weitere 1.100 Quadratmeter bestehender Betriebsflächen wurden saniert. Neben zusätzlichen Kapazitäten für die Zerlegung und Wurstherstellung wurden auch Lager- und Kühlbereiche erweitert und technische Anlagen erneuert.

Der Betrieb zählt zu den bedeutenden Lebensmittelproduzenten Vorarlbergs. Rund 80 Beschäftigte verarbeiten täglich etwa 20 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren. Drei neue Lehrlinge gehören derzeit zum Team. Die Erweiterung soll bestehende Abläufe verbessern und gleichzeitig Spielraum für neue Produkte schaffen.

Besonders deutlich fällt das Wachstum in der Küche aus. Was ursprünglich auf 60 Quadratmetern begann, ist inzwischen zu einer Spezialitätenküche mit annähernd vierfacher Fläche geworden. Für Carina Pollhammer, Geschäftsführerin von Spar Vorarlberg, ist die Entwicklung der Convenience-Produktion ein wesentlicher Grund für den Ausbau.

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Vom Rindsgulasch im Glas zum wachsenden Geschäftsfeld

Die Geschichte dieser Produktlinie begann 2020. Gemeinsam mit dem Bregenzerwälder Haubenkoch Wolfgang Mätzler entwickelte Tann Dornbirn eine Reihe fertig gekochter Fleischgerichte. Zum Marktstart im Herbst 2021 standen Rindsgulasch, Rindsbolognese und Kalbsragout in den Vorarlberger Spar-Regalen.

Fünf Jahre später umfasst die Linie „Tann hausgemacht“ sechs Eigenentwicklungen. Dazu gehören mittlerweile auch Chili con Carne sowie Hühner- und Rindssuppe. Laut Spar haben sich die Produktionsmengen seit dem Start mehr als verfünffacht.

Die Gerichte werden gekocht, in Gläser abgefüllt und durch ein abgestimmtes Erhitzungsverfahren haltbar gemacht. Auf Konservierungsstoffe wird verzichtet. Spar gibt bei Einhaltung der vorgeschriebenen Lagerbedingungen eine Haltbarkeit von bis zu zwölf Monaten an.

Für die Fleischbranche ist vor allem die Entwicklung vom Rohprodukt zum fertigen Gericht interessant. Zerlegung, Wurstherstellung und Kochkompetenz werden am selben Standort gebündelt. Damit kann Tann zusätzliche Verarbeitungsschritte übernehmen und Fleisch nicht nur als Frischware oder Wurst, sondern auch als fertig zubereitete Mahlzeit vermarkten.

Vorarlberger Landwirtschaft bleibt ein wichtiger Partner

Neben neuen Produkten setzt Tann weiterhin auf die langjährige Zusammenarbeit mit regionalen Landwirtschaftsbetrieben. Seit mehr als 28 Jahren bestehen Partnerschaften mit Vorarlberger Erzeugern.

Nach Angaben von Spar verarbeitet der Standort ausschließlich österreichisches Kalb-, Rind- und Schweinefleisch mit AMA-Gütesiegel-Zertifizierung. Bei den regionalen Programmen stehen unter anderem Ländle-Rind, Ländle-Kalb, Ländle-Lamm und Bio Vorarlberger Freiland Beef im Mittelpunkt.

Auch klassische Spezialitäten haben ihren festen Platz in der Produktion. Vorarlberger Kalbsbratwurst, Schübling, Frankfurter, Leberkäse sowie Ländle- und Rheintalschinken gehören ebenso zum Sortiment wie Spar BBQ-Griller und verschiedene Sulzen.

Tann-Betriebsleiter Milan Lovric betont die Bedeutung langfristiger Lieferbeziehungen. Herkunftssicherheit und die Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Partnern seien wesentliche Grundlagen für die Qualität der Produkte.

Der Ausbau fällt in eine Phase, in der sich auch die vorgelagerte Fleischwirtschaft in Vorarlberg verändert. Im August 2026 nahm der neue Schlacht- und Zerlegebetrieb ZÄMMA in Rankweil seinen Betrieb auf. Nach der Schließung des früheren Dornbirner Schlachthofs Ende 2021 stehen damit wieder größere regionale Schlachtkapazitäten zur Verfügung.

Für Vorarlberger Rinder- und Kälberhalter können dadurch Transportwege kürzer und regionale Vermarktungsprogramme gestärkt werden. Eine konkrete Lieferbeziehung zwischen ZÄMMA und Tann ist allerdings nicht bestätigt. Für die regionale Fleischwirtschaft sind leistungsfähige Schlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsbetriebe gleichermaßen wichtig, wenn ein größerer Teil der Wertschöpfung im Bundesland bleiben soll.

Regionalität und schnelle Küche müssen auch preislich überzeugen

Der Ausbau trifft auf einen österreichischen Lebensmittelmarkt, in dem regionale Herkunft weiterhin wichtig ist, die Preisempfindlichkeit aber hoch bleibt.

Die RollAMA-Halbjahresbilanz 2026 der AMA-Marketing weist für die erfassten Lebensmittel eine um 4,6 Prozent geringere Einkaufsmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Mehr als jeder dritte Euro wurde für Aktionsware ausgegeben. Gleichzeitig ergab eine begleitende YouGov-Erhebung, dass 44 Prozent der Befragten Lebensmittel mit AMA-Gütesiegel bevorzugen.

Für Tann bedeutet das, regionale Qualität mit einem konkreten Alltagsnutzen zu verbinden. Fertig gekochte Gerichte sparen Zeit und bieten zugleich eine weitere Möglichkeit, österreichisches Fleisch zu vermarkten. Ob sich die Produkte dauerhaft behaupten, hängt neben Geschmack und Herkunft auch von Preis, Portionsgröße und Wiederkaufrate ab.

Auch für selbstständige Fleischereien ist dieser Markt interessant. Sie können mit eigenen Rezepturen, kleineren Chargen und regional bekannten Spezialitäten punkten. Dass hausgemachte Convenience-Produkte im Handwerk wirtschaftlich erfolgreich sein können, dokumentierte Fleisch & Co bereits am Beispiel der Genuss-Metzgerei Lettner in Oberösterreich.

Mit dem Ausbau der Tann-Küche wird zugleich deutlich, dass der Lebensmitteleinzelhandel dieses Geschäftsfeld zunehmend selbst bearbeitet. Für kleinere Fleischereien wird es umso wichtiger, ihre handwerkliche Eigenständigkeit, die persönliche Kundenbeziehung und die Besonderheit ihrer Gerichte erkennbar zu machen.

Seit 1964 in Dornbirn, heute Teil eines internationalen Produktionsnetzes

Die Anfänge von Tann in Dornbirn reichen bis 1964 zurück. Damals entstand an der Birkenwiese die erste Produktionsstätte mit acht Beschäftigten. Seit November 1999 befindet sich der Betrieb im Wallenmahd.

Heute ist Dornbirn einer von insgesamt zehn Tann-Produktionsstandorten, die Spar im In- und Ausland betreibt. Die Betriebe übernehmen unterschiedliche Schwerpunkte und versorgen Märkte der Spar-Gruppe mit Fleisch- und Wurstwaren.

Investitionen in die eigenen Produktionskapazitäten sind dabei Teil einer längerfristigen Strategie. Bereits 2019 berichtete Fleisch & Co über den damals angekündigten Ausbau des Tann-Werks in St. Pölten um 43 Millionen Euro. Dort standen zusätzliche Produktionsflächen, moderne Verarbeitungstechnik und regionale Fleischprogramme im Mittelpunkt.

In Dornbirn setzt Spar nun verstärkt auf die Kombination aus klassischer Fleischverarbeitung und fertigen Spezialitäten. Während täglich rund 20 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet werden, wächst parallel die Nachfrage nach Produkten, bei denen ein Teil der Küchenarbeit bereits im Fleischbetrieb erledigt wird. Aus der ursprünglich kleinen Küche ist damit ein eigener Produktionsbereich geworden, dessen Wachstum den aktuellen Ausbau wesentlich mitbestimmt hat.

 

Mehr Platz für die Fleischverarbeitung: Spar hat die Tann-Produktion in Dornbirn um rund 800 Quadratmeter erweitert und weitere 1.100 Quadratmeter bestehender Betriebsflächen saniert. Insgesamt stehen nun mehr als 6.100 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung.Bildcredit: © SPAR Vorarlberg/Raphaela Seifert
Mehr Platz für die Fleischverarbeitung: Spar hat die Tann-Produktion in Dornbirn um rund 800 Quadratmeter erweitert und weitere 1.100 Quadratmeter bestehender Betriebsflächen saniert. Insgesamt stehen nun mehr als 6.100 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung.Bildcredit: © SPAR Vorarlberg/Raphaela Seifert