Steinegger fordert nach Mercosur-Entscheidung härteren Schutz für Österreichs Landwirtschaft

Nach der Mercosur-Abstimmung fordert LK-Steiermark-Präsident Andreas Steinegger ein Fünf-Punkte-Programm zum Schutz der österreichischen Landwirtschaft und fairer Wettbewerbsbedingungen.

Nach der Mercosur-Abstimmung fordert LK-Steiermark-Präsident Andreas Steinegger ein Fünf-Punkte-Programm zum Schutz der österreichischen Landwirtschaft und fairer Wettbewerbsbedingungen.
LK-Präsident Andreas Steinegger © LK Steiermark/Nadja Fuchs

Steinegger fordert nach Mercosur-Entscheidung härteren Schutz für Österreichs Landwirtschaft

Deutliche Kritik an der EU-Entscheidung

Die Entscheidung rund um das Mercosur-Abkommen sorgt in Österreichs Landwirtschaft für massiven Unmut. Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, spricht von einem schweren Rückschlag für Bäuerinnen und Bauern. Die bisherigen Zugeständnisse der EU-Kommission reichten aus seiner Sicht nicht aus, um faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.

Fünf Punkte für faire Märkte

Als Reaktion präsentiert Steinegger ein Fünf-Punkte-Programm, das sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch Konsumentinnen und Konsumenten schützen soll. Ziel sei es, Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern und die Versorgung mit sicheren Lebensmitteln langfristig abzusichern. Der Einsatz für faire Rahmenbedingungen werde nun weiter intensiviert.

Agrarbudget als Standortfaktor

Ein zentrales Anliegen ist eine eigenständige und ausreichend dotierte EU-Agrarpolitik. Steinegger warnt vor Kürzungen im Agrarbudget und fordert ab 2028 eine deutliche Aufstockung inklusive Inflationsanpassung. Gerade für Österreichs kleinstrukturierte Landwirtschaft seien stabile Förderungen entscheidend, um Investitionen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Herkunftskennzeichnung und Importkontrollen

Großes Gewicht legt Steinegger auf eine verpflichtende, lückenlose Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel in der EU. Diese müsse auch für Gastronomie und verarbeitete Produkte gelten. Gleichzeitig fordert er ein konsequentes Vorgehen gegen Importe aus Drittstaaten mit niedrigeren Produktionsstandards. Ware, die unter in der EU verbotenen Bedingungen hergestellt wurde, dürfe keinen Marktzugang erhalten, flankiert von deutlich strengeren Kontrollen.

Krisenschutz und leistbare Betriebsmittel

Weitere Forderungen betreffen rasch wirksame Schutzklauseln bei Marktverwerfungen sowie leistbare Düngemittel. Durch Maßnahmen wie das Aussetzen der CO₂-Bepreisung sollen Kosten gesenkt und faire Wettbewerbsbedingungen gesichert werden. Mit dem Maßnahmenpaket erhöht Steinegger den Druck auf Brüssel, die Anliegen der heimischen Landwirtschaft stärker zu berücksichtigen und konkrete Schutzmaßnahmen umzusetzen.