Marktführer mit Ausdauer

Im österreichischen Lebensmittelhandel bleibt SPAR die Nummer eins. Der Brutto-Verkaufsumsatz kletterte 2025 auf 10,82 Milliarden Euro – ein Plus von 4,2 Prozent, das den Branchenschnitt von 3,4 Prozent (NielsenIQ) deutlich übertrifft. Europaweit wuchs der Lebensmittelumsatz der Gruppe um 4,7 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Über alle Geschäftsfelder – Lebensmittelhandel, Sportfachhandel und Shoppingcenter – betrug das Gesamtwachstum vier Prozent. Mehr als 93.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind konzernweit beschäftigt, davon 51.000 in Österreich. Zum Jahresende 2025 zählte SPAR in Österreich 1.514 Standorte – 17 mehr als im Vorjahr. Das Netz umfasst 1.024 SPAR-Supermärkte, 249 EUROSPAR-Märkte, 49 SPAR Gourmet-Märkte, 70 INTERSPAR-Hypermärkte, 2 INTERSPAR pronto, 7 Maximärkte sowie 113 SPAR express-Tankstellenshops. INTERSPAR betreibt zusätzlich 60 Gastronomiebetriebe und zählt damit zu Österreichs größten Systemgastronomen.
„Zu einer hohen Lebensqualität in einem Land gehört auch eine gut ausgebaute, leicht erreichbare Nahversorgung, die die vielfältigen Wünsche und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung abdeckt. Auch niederschwellige Möglichkeiten für soziale Kontakte gehören zu einer guten Lebensqualität. Das sehen wir als unseren Auftrag.“ Hans K. Reisch, Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich-Gruppe

Unimarkt-Übernahme: 25 neue Standorte, mehr Kaufleute

KR Hans K. Reisch, Vorstandsvorsitzender der SPAR Österreich-Gruppe. © SPAR/eva.trifft Fotografie

KR Hans K. Reisch, Vorstandsvorsitzender der SPAR Österreich-Gruppe. © SPAR/eva.trifft Fotografie

Ende Jänner 2026 übernahm SPAR nach Genehmigung durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) insgesamt 25 Unimarkt-Standorte. 23 Märkte gingen direkt über, zwei weitere – in Saxen und St. Oswald (OÖ) – folgten, weil sich die dortigen ehemaligen Unimarkt-Kaufleute für SPAR als neuen Großhandelspartner entschieden haben. 20 der 25 Standorte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt, fünf wurden zu Filialen der SPAR-AG. Alle Mitarbeitenden wurden übernommen, teilweise wurde sogar zusätzliches Personal eingestellt. Die Umstellung der Märkte auf SPAR befindet sich bereits in der finalen Phase. Insgesamt führen nun 678 österreichische SPAR-Standorte selbstständige Unternehmer – 565 Kaufleute und 113 Tankstellen-Pächter. Durch die Unimarkt-Eingliederung wächst die Zahl der selbstständigen SPAR-Kaufleute auf 585. SPAR rechnet mit einem Marktanteilsgewinn von 0,2 Prozentpunkten.

Tankstellennetz wächst rasant

Das SPAR express-Netz ist 2025 von 91 auf 113 Standorte angewachsen. Für 2026 sind bereits zehn weitere SPAR express- und 16 DESPAR express-Standorte fix geplant – acht davon bereits eröffnet.

Hervis raus, Kerngeschäft rein

Ende Jänner 2026 trennte sich SPAR von der Sportfachhandelskette Hervis. Der Konzern konzentriert sich fortan auf Lebensmittel – und will dort weiter wachsen, insbesondere in Kroatien und Norditalien. In Kroatien legte der Umsatz um 7,1 Prozent zu, in Slowenien sogar um 7,6 Prozent – wo SPAR 2025 erstmals die Marktführerschaft erreichte. In Kroatien forciert SPAR die Expansion in Istrien und den Küstengebieten. In allen Ländern außer Kroatien setzt SPAR auf das bewährte Modell selbstständiger Kaufleute: In Norditalien gibt es bereits 305, in Ungarn 316 solcher Standorte, in Slowenien wuchs die Zahl um 19 auf 42.
„Wir investieren nicht nur in breite Sortimente mit regionaler Prägung und in leistbare Preise, sondern auch laufend in moderne Supermärkte und attraktive Shopping-Center mit Treffpunktqualität. Neue Ideen, Akquisitionen und zukunftsorientiertes Handeln bilden dabei die Basis für nachhaltiges Wachstum. 2026 werden wir etwa 800 Millionen Euro in die quantitative sowie die qualitative Expansion investieren.“ Hans K. Reisch, Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich-Gruppe

INTERSPAR: Modernisierungswelle rollt weiter

2025 wurde ein INTERSPAR-Hypermarkt in Hallein nach Komplett-Relaunch wiedereröffnet. Für 2026 sind mehrere Projekte in Arbeit: Die Märkte in Feldkirch-Altenstadt und Innsbruck Neu-Rum werden derzeit umgebaut. Baustarts für weitere Umbauten sind in Saalfelden, im Grazer SCW und im Dornbirner Messepark geplant. Für Oktober 2026 wird die Eröffnung des modernisierten Maximarkts in Linz erwartet, inklusive neuer Maximarkt-Zentrale.

Innovation im Laden – digital und smart

In Österreich hat SPAR mit „SPAR next“ ein neues Ladendesign entwickelt, das bereits in 36 Super- und EUROSPAR-Märkten umgesetzt ist. In Ungarn setzt man mit „SPAR easy“ auf ein kostensparendes Ladenmodell. Bereits 540 österreichische Märkte – gut ein Drittel – sind mit elektronischen Regaletiketten (ESL) ausgestattet, dazu 100 weitere Märkte in Italien, Kroatien und Slowenien. In Slowenien laufen alle SPAR- und INTERSPAR-Märkte bereits vollständig mit digitalen Preisetiketten. Die SPAR-App nutzen mittlerweile 3,6 Millionen aktive Kundinnen und Kunden in Österreich. 2025 wurde sie auf Kroatien ausgerollt, wo sie nach wenigen Monaten bereits 350.000 Nutzer zählt. Im Herbst 2025 schloss INTERSPAR seinen Lebensmittel-Onlineshop – unter anderem wegen des Einwegpfandes und steigender Logistikkosten. Unberührt davon bleibt weinwelt.at, Österreichs größter Online-Weinshop.

Ein Jahr Einwegpfand: System eingespielt

Seit Jänner 2025 gilt in Österreich das Einwegpfand. Bei SPAR, EUROSPAR und INTERSPAR werden über 2.000 Pfandautomaten betrieben – pro Öffnungsstunde gibt es rund eine Million Rückgaben, täglich bringt SPAR etwa 20 LKW-Ladungen leere Gebinde zurück in die Läger. Rund zehn Prozent der Kunden nutzen den digitalen Pfandbon via SPAR-App. Ein bis zwei Prozent spenden ihren Bon: 2025 flossen so über 570.000 Euro an den Verein „Rettet das Kind“ und über 100.000 Euro an Feuerwehren. Ab 2026 gehen alle Spendenbeträge an die jeweils zuständigen Feuerwehren.

Eigenmarken: S-BUDGET führt, Vital wächst am stärksten

S-BUDGET bleibt mit einem Umsatzplus von acht Prozent die umsatzstärkste SPAR-Eigenmarke – ein klares Signal, dass Preisbewusstsein weiterhin dominiert. Gleichzeitig legen Bio- und Premiumprodukte zu: SPAR Natur*pur wächst um knapp neun Prozent, SPAR PREMIUM um sechs Prozent. Am dynamischsten entwickelt sich SPAR Vital mit einem Plus von 15 Prozent – Ausdruck des anhaltenden Trends zu gesunder Ernährung. Neu im Sortiment: die Eigenmarkenlinie „Taste of Asia“ mit rund 90 Produkten aus sechs asiatischen Kochtraditionen, 30 weitere sind für 2026 in Vorbereitung. Zusätzlich kennzeichnet SPAR bereits 1.000 Produkte mit dem Label „einfach ohne“ – für Konsumenten, die auf Zusatzstoffe verzichten möchten. Insgesamt erreichen die SPAR-Eigenmarken im Food-Sortiment einen Umsatzanteil von 45 Prozent.

Shrinkflation und Mehrwertsteuer: SPAR mit klarer Haltung

Ab April 2026 gilt in Österreich die Kennzeichnungspflicht für Produkte mit verkleinertem Packungsinhalt. SPAR reagiert mit einem Drei-Punkte-Plan: Bei eigenen Marken gibt es keine Shrinkflation. Mit Lieferanten, die geschrumpfte Produkte anbieten, wird hart verhandelt. Besteht der Lieferant dennoch darauf, macht SPAR per Aushang darauf aufmerksam. Ab 1. Juli 2026 soll für rund 16.000 Artikel ein neuer Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent gelten. SPAR hat die Vorbereitungen bereits gestartet: Systeme müssen umprogrammiert, 6.000 Kassen bespielt, über 30 Geschäftsprozesse adaptiert und mehr als eine Million Preisetiketten neu gesteckt werden.
„Die geplante Mehrwertsteuersenkung bei ausgewählten Grundnahrungsmitteln bedeutet für den Handel einen enormen Aufwand, der keinesfalls nur mit dem so genannten ‚einen Knopfdruck‘ zu bewältigen ist. Dies alles verursacht Kosten in Millionenhöhe, die in keiner Relation stehen zu den sehr geringen Ersparnissen für die einzelnen Konsumenten. Wir sind mit den zuständigen Ministerien in konstruktiven Gesprächen, um hier rasch Klarheit zu bekommen – denn wir möchten den Konsumenten die Steuersenkung natürlich pünktlich und vollständig weitergeben.“ Hans K. Reisch, Vorstandsvorsitzender SPAR Österreich-Gruppe

Shoppingcenter: Arkadia-Zukauf, Gesundheitsparks und Varaždin

Die Immobiliensparte SES erzielte 2025 einen Shoppartner-Umsatz von 3,6 Milliarden Euro, ein Plus von 2,2 Prozent. Mit dem Zukauf des Retail Parks ARKADIA in Domžale bei Ljubljana wuchs das Portfolio auf 32 Standorte. Das KING CROSS in Zagreb wird zur modernsten Shopping-Mall Kroatiens umgebaut. Beim EUROPARK Salzburg starten Anfang 2026 die Bauarbeiten für eine Erweiterung um über 6.000 m², Fertigstellung vor dem Weihnachtsgeschäft 2027. Neu ist die Kooperation mit Gesundheitsanbietern: Im SILLPARK Innsbruck entsteht in Zusammenarbeit mit der Vinzenz Gruppe Service der erste in eine Shopping-Mall integrierte Gesundheitspark der SES – ein Primärversorgungszentrum mit niederschwelligem Zugang. In Varaždin (Kroatien) wird auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik bis 2027 der S-Park Varaždin mit 11.500 m², 12 Shops, Gastronomie und dem ersten INTERSPAR-Hypermarkt der Region entstehen – Investitionsvolumen: über 28 Millionen Euro.