Die Rinderzucht bleibt ein zentraler Pfeiler der heimischen Landwirtschaft und damit auch ein entscheidender Faktor für die Fleischwirtschaft. Bei der Generalversammlung des Kärntner Rinderzuchtverbands caRINDthia in Treffen wurde nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch ein personeller Wechsel an der Spitze eingeleitet.
Rinderzucht als Basis für Wertschöpfung
Am 18. April versammelten sich die Mitglieder von caRINDthia, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und die strategische Ausrichtung für 2026 zu diskutieren. Martin Gruber betonte dabei die Bedeutung der Rinderzucht für das Bundesland Kärnten.
Die Entwicklung der letzten Jahre zeige klar, dass Kärnten in diesem Bereich stabil aufgestellt ist. Leistungsfähigkeit, Qualität und regionale Wertschöpfung seien eng mit dem Engagement der Züchterbetriebe verknüpft.
Führungswechsel nach 18 Jahren
Im Mittelpunkt der Versammlung stand der Wechsel an der Verbandsspitze. Sebastian Auernig legte nach 18 Jahren seine Funktion als Obmann zurück und übergab an Andreas Brunner.
Auernig prägte den Verband in einer Phase struktureller Veränderungen maßgeblich. Dazu zählen die Fusion zu caRINDthia, der Ausbau von Infrastruktur sowie internationale Erfolge in der Zuchtarbeit. Für seine Leistungen wurde ihm im Rahmen der Generalversammlung das Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen.
Auch Siegfried Huber würdigte die Arbeit des langjährigen Obmanns und verwies auf die nachhaltige Ausrichtung des Verbands, die unter Auernigs Führung aufgebaut wurde.
Neuer Obmann mit Praxisbezug
Mit Andreas Brunner übernimmt ein aktiver Landwirt aus dem Lavanttal die Leitung von caRINDthia. Seine praktische Erfahrung in der Aufzucht von Fleckviehkalbinnen sowie in der Fleischrinderzucht gilt als wichtige Grundlage für die zukünftige Ausrichtung des Verbands.
Der Wechsel steht damit auch für eine stärkere Verbindung zwischen Praxisbetrieb und Verbandsarbeit. Ziel bleibt es, die Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Rinderzucht weiter auszubauen und gleichzeitig auf neue Marktanforderungen zu reagieren.
Bedeutung für Fleischerbetriebe
Für das Fleischerhandwerk ist die Entwicklung in der Rinderzucht unmittelbar relevant. Die Qualität, Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Rindfleisch hängen stark von der Struktur und Leistungsfähigkeit der Zuchtbetriebe ab.
Ein stabiler Verband wie caRINDthia sorgt für planbare Rohstoffströme und eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung. Gleichzeitig beeinflussen züchterische Entscheidungen langfristig Eigenschaften wie Fleischqualität, Marmorierung oder Mastleistung, die für die Verarbeitung und Vermarktung entscheidend sind.
Der Generationswechsel an der Spitze kann daher auch neue Impulse bringen, etwa in Richtung Spezialisierung, Regionalprogramme oder Qualitätsinitiativen.
Nachwuchs als strategischer Faktor
Ein weiterer Schwerpunkt der Generalversammlung lag auf der Rolle der Jungzüchter. Martin Gruber hob deren Bedeutung für die Zukunft der Branche hervor. Die Kombination aus Erfahrung etablierter Betriebe und Innovationskraft der jungen Generation gilt als entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Tierhaltung, Nachhaltigkeit und Markttransparenz wird dieser Wissenstransfer zunehmend wichtiger.
Stabilität und Weiterentwicklung im Fokus
Mit dem Führungswechsel und der klaren strategischen Ausrichtung setzt caRINDthia auf Kontinuität und Weiterentwicklung zugleich. Für die Fleischbranche bedeutet das eine stabile Basis in der Rohstoffversorgung und die Perspektive, dass Qualität und Herkunft auch künftig im Mittelpunkt stehen. Die Kärntner Rinderzucht bleibt damit ein zentraler Baustein für die gesamte Wertschöpfungskette – vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Fleischerfachgeschäft.








