Die mechanischen Verarbeitungsschritte in der Lebensmittelproduktion sind oft so vielfältig wie die Lebensmittel selbst. Schneiden, Raspeln, Extrudieren, Kuttern, Pressen und Zerkleinern sind nur einige der Prozesse, die industriell Anwendung finden. Eine wichtige Anforderung an die hierfu?r verwendeten Stahlwerkstoffe ist eine hohe Verschleißbeständigkeit, um eine lange Standzeit der daraus gefertigten Werkzeuge zu erreichen und Verunreinigungen der Nahrungsmittel durch abrasiv abgetragene Partikel zu vermeiden. Daru?ber hinaus ist eine hohe chemische Beständigkeit der Werkstoffe von größter Bedeutung, um eine Kontamination der Lebensmittel durch Metallionen aus dem Stahl auszuschließen. Auch potenzielle Korrosionsangriffe durch aggressive Reinigungsmittel gilt es zu vermeiden.
Qualität und deren Kontrolle
Um diese Anspru?che zu erfu?llen, empfiehlt sich die Verwendung von hochwertigen Werkstoffen, die mit modernen Herstellprozessen wie Elektroschlacke-Umschmelzen unter Schutzgas oder mittels Pulvermetallurgie produziert werden. Kontinuierliche Qualitätskontrollen im Betrieb sind ebenfalls notwendig, um die gleichbleibende Qualität der Stahlprodukte zu garantieren. Vor allem ist eine sorgfältige Pru?fung des Verhaltens der Produkte bei Lebensmittelkontakt entscheidend, um jegliche Gesundheitsrisiken fu?r die Konsumenten auszuschließen. Um eine chemische Kontamination der Lebensmittel bei der Verarbeitung zu beurteilen, ist ein Praxistest mit realen Lebensmitteln unter Testbedingungen zu bevorzugen. Sollte dies nicht möglich sein, weil beispielsweise das Werkzeug mit unterschiedlichen Lebensmitteln in Kontakt kommt, kann auf die Pru?fung mit sogenannten Lebensmittelsimulanzien zuru?ckgegriffen werden.
Lebensmittelbeständigkeit
Da europaweit unterschiedliche nationale Regelungen fu?r den Einsatz von Metallen und Legierungen in der Lebensmittelverarbeitung gelten, wurde vom Europarat eine Richtlinie zur Evaluierung der Lebensmittelbeständigkeit veröffentlicht. Dieser technische Leitfaden, „Metals and alloys used in food contact materials“, beinhaltet neben festgelegten Lebensmittelsimulanzien und Testbedingungen auch Grenzwerte fu?r die zulässige Metallmigration. Die Grenzwerte fu?r die Freisetzung der unterschiedlichen Elemente gelten als Beurteilungskriterium fu?r die Lebensmittelbeständigkeit des Materials. Dies gewährleistet einerseits die Sicherheit fu?r den Konsumenten, andererseits soll auch eine Beeinflussung hinsichtlich des Geruchs, Geschmacks, Aussehens oder der Konsistenz ausgeschlossen werden. Fu?r den Test werden Proben bei festgelegter Temperatur und Einwirkdauer in einer Pru?flösung, dem sogenannten Lebensmittelsimulanz, ausgelagert. Ausschlaggebend fu?r die Beurteilung ist der Konzentrationsanstieg einzelner Metallionen in der Testlösung. Voraussetzung fu?r ein positives Gutachten hinsichtlich der Lebensmitteleignung ist, dass keine Elementkonzentration u?ber den festgelegten spezifischen Grenzwerten („Specific Release Limit“) liegt.
Weltweit fu?hrender Hersteller
Martensitische Chromstähle sind ausgezeichnet fu?r diese Anforderungen geeignet. Diese Stahlgu?ten zeichnen sich durch hohe Verschleißbeständigkeit bei gleichzeitig guter Korrosionsbeständigkeit aus. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Anforderungsprofile in diesem Segment wird eine breite Palette dieser Stahltypen mit angepassten Eigenschaftsprofilen angeboten. Jede Qualität enthält andere Gehalte an Legierungselementen, deren Neigungen zur Migration bei Lebensmittelkontakt von dem jeweiligen Legierungselement selbst, der chemischen Wechselwirkung mit anderen Legierungsbestandteilen und der Korrosionsbeständigkeit der vorliegenden Stahlgu?te abhängt. Daher ist es erforderlich jede Stahlsorte einzeln zu evaluieren, wobei auch unterschiedliche Wärmebehandlungszustände beru?cksichtigt werden mu?ssen. Als weltweit fu?hrender Hersteller von Werkzeugstahl entwickeln wir in unseren Produktionswerken in Kapfenberg (AT) und Hagfors (SE) Stähle, die gesundheitlich absolut unbedenklich sind und zu keiner Geschmacksbeeinträchtigung fu?hren. AGES und Normpack haben unsere hochwertigen Edelstähle u?berpru?ft und gemäß der Gesetzgebung der Europäischen Gemeinschaft zertifiziert. Fu?r weitere Infos wenden Sie sich bitte an Business-Development-Managerin Anna Mad unter anna.mad@voestalpine.com.

