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Neuer EU-Vorschlag für besseren Tierschutz beim Transport in der Diskussion

Inmitten von Tierskandalen und sinkendem Fleischkonsum fordern österreichische Politiker strengere EU-Tierschutzvorschriften. Doch der Weg bis zur Umsetzung ist noch lang.

In Österreich zeigt sich eine zunehmende Besorgnis hinsichtlich des Tierschutzes, insbesondere beim Transport von Tieren. Laut Aussagen von Bettina Lancaster (SPÖ/Oberösterreich) nimmt der Fleischkonsum in der Bevölkerung ab, ein Trend, der teilweise auf sinkendes Vertrauen in die Landwirtschaft zurückzuführen ist – maßgeblich beeinflusst durch die Verbreitung von Bildern und Berichten über Tierskandale. Derzeit ist ein Verordnungsvorschlag in Arbeit, welcher Europa zum „Best-Practice-Beispiel“ im Bereich Tierschutz etablieren soll. Dessen Realisierung steht jedoch noch aus und könnte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Tierschutz hat Tradition in Österreich

Die Tierschutzdebatte ist in Österreich nicht neu. Das Land hat eine lange Tradition besonderer Rücksichtnahme auf das Wohl der Tiere, gekennzeichnet durch eine fortlaufende Weiterentwicklung der nationalen Tierschutzgesetze. Der Hinweis von Marco Schreuder (Grüne/Wien) auf die Mitgliedschaft Österreichs in der „Vught-Gruppe“ unterstreicht das Engagement des Landes auf internationaler Ebene, den Tierschutz, besonders beim Transport, zu verbessern. Diese Gruppe ist ein Zusammenschluss von Ländern, die sich für erhöhte Standards im Tierschutz einsetzen – ein deutliches Signal für die Priorität, die man diesem Thema einräumt.

Karl-Arthur Arlamovsky (NEOS/Wien) weist ebenfalls auf eine dringende Notwendigkeit zur Verbesserung der aktuellen Bedingungen hin, insbesondere bei Tiertransporten auf dem Seeweg. Diese Äußerungen spiegeln ein breites Spektrum politischer Unterstützung für Tierschutzmaßnahmen wider, von links bis rechts.

Österreich gilt ohnehin historisch als Vorreiter im Bereich Tierschutz. Schon früh wurden gesetzliche Regelungen eingeführt, die Tiere schützen sollten. Eine besondere Wende im modernen Tierschutz schaffte das Bundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG) im Jahr 2004, das strenge Regeln für den Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft, Forschung und Haustierhaltung festlegte.

Der Einfluss von Bildern und Berichten über Tierskandale auf die öffentliche Meinung ist nicht zu unterschätzen. Ein signifikanter Rückgang im Fleischkonsum kann als direkte Reaktion der Konsumenten auf Missstände in der Tierhaltung verstanden werden, ein Trend, der auch durch den steigenden Vegetarismus und Veganismus in Österreich verstärkt wird. Der Rückgang im Fleischkonsum zeigt, dass Tierschutzthemen in der öffentlichen Wahrnehmung immer präsenter werden und das Konsumverhalten beeinflussen. Die Rolle von politischen Gruppen und Parteien, von der SPÖ über die Grünen bis zu den NEOS, verdeutlicht dabei ein breites politisches Bündnis, das sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Tieren einsetzt. Die zukünftige Entwicklung des Tierschutzes in Österreich und auf europäischer Ebene bleibt ein zentrales Thema sowohl für das Wohl der Tiere als auch für die Ausrichtung des Konsumverhaltens. Es ist zu erwarten, dass die weitere Verschärfung von Richtlinien und Gesetzen eine noch größere Rolle spielen wird, insbesondere im Hinblick auf Tiertransporte und die Landwirtschaft.


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