Vom Ein-Mann-Betrieb zum geschätzten Partner der Lebensmittelwirtschaft: Johann Penias hat sein Unternehmen über drei Jahrzehnte konsequent entlang eines Prinzips aufgebaut, das in der Branche oft wichtiger ist als die Maschine selbst, ein verlässlicher Service. Zum 30-jährigen Bestehen blickt der Unternehmer auf bewegte Jahre, technologische Entwicklungen und die Zukunft eines Familienbetriebs, dessen nächste Generation bereits in den Startlöchern steht.
Als Johann Penias am 1. Juni 1996 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war die Entscheidung keineswegs eine spontane. Unternehmerisches Denken gehörte für ihn seit seiner Kindheit zum Alltag. Bereits seine Eltern und Großeltern führten einen Handwerksbetrieb. Der Wunsch, eines Tages selbst ein Unternehmen aufzubauen, stand daher früh fest. Nach seiner Ausbildung im Maschinenbau und der Meisterprüfung führte ihn sein beruflicher Weg zunächst zur Firma Brucker in Salzburg. Dort arbeitete er als Werkstättenleiter und kam erstmals intensiv mit Fleischereimaschinen in Berührung. Als sich die Möglichkeit ergab, die Zusammenarbeit auf selbstständiger Basis fortzuführen, nutzte er die Gelegenheit.

Es begann als klassischer Ein-Personen-Betrieb. Der Fokus lag von Anfang an weniger auf dem Verkauf von Maschinen als vielmehr auf Service und Dienstleistung. „Der Service war mir immer schon unglaublich wichtig“, betont Penias. Diese Ausrichtung erwies sich als richtig: Die Nachfrage war von Beginn an so hoch, dass nicht alle Aufträge angenommen werden konnten. Die größte Herausforderung der Anfangszeit? Nicht mangelnde Kunden, sondern fehlende Zeit. „Der Tag hatte einfach nur 24 Stunden“, sagt der Unternehmer.

Betrieb beim Ankauf. © Penias
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Erweiterter Standort in Uttendorf. © Penias
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Johann Penias im Jahr 2009. © Theo Landrichinger
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Johann Penias heute: mit Leidenschaft für die Branche, Handschlagqualität, technischer Kompetenz und einem schnellen Service. © Mathias Wenger
Johann Penias heute: mit Leidenschaft für die Branche, Handschlagqualität, technischer Kompetenz und einem schnellen Service. © Mathias Wengermehr anzeigen
Betrieb beim Ankauf. © PeniasErweiterter Standort in Uttendorf. © PeniasJohann Penias im Jahr 2009. © Theo LandrichingerJohann Penias heute: mit Leidenschaft für die Branche, Handschlagqualität, technischer Kompetenz und einem schnellen Service. © Mathias Wenger

Entscheidende Weichenstellung

Eine Zäsur in der Unternehmensgeschichte brachte das viel zu frühe Ableben von Helmut Brucker. Penias übernahm in weiterer Folge die technische Infrastruktur des Betriebs, kaufte Werkstatteinrichtung und Maschinen und verlagerte diese an seinen heutigen Standort in Uttendorf. Nachträglich bezeichnet er diesen Schritt als eigentliche Initialzündung seines Unternehmens. Was zunächst als selbstständige Dienstleistung begann, entwickelte sich zunehmend zu einem umfassenden Anbieter für Maschinen und Anlagen der Lebensmittelproduktion. Die Umfirmierung in die Penias Lebensmitteltechnik GmbH erfolgte im Jahr 2008.

Heute arbeiten zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen. Zum Team zählen Mechatroniker, Betriebsschlosser, Elektrotechniker und Bürokaufleute. Penias selbst führt die Geschäfte, während seine Ehefrau für Buchhaltung und Controlling verantwortlich zeichnet. Trotz des Wachstums sieht der 58-Jährige den größten Erfolg nicht in der Unternehmensgröße, sondern in der Kontinuität: „Wir sind heute noch immer so, wie wir am Anfang gewesen sind. Und das gefällt mir sehr.“ Damit meint Penias, dass sich der Anspruch, Kunden persönlich zu betreuen und rasch zu helfen, über drei Jahrzehnte nicht verändert habe.

Vertrauen statt rascher Expansion

Das Leistungsspektrum der Penias GmbH umfasst in diesen Tagen Beratung, Planung, Montage, Inbetriebnahme, Wartung, Reparatur sowie den Handel mit Neu- und Gebrauchtmaschinen für die Lebensmittelverarbeitung. Das Unternehmen vertritt zahlreiche renommierte Hersteller wie beispielsweise Tipper Tie, Reich, Karl Schnell, Noma Nowicki und Kerres und betreut Kunden in ganz Österreich sowie im angrenzenden Ausland. Bemerkenswert ist dabei die Art und Weise, wie viele dieser Partnerschaften entstanden sind. Denn Penias betont, dass er nie aktiv um Vertretungen geworben habe. Vielmehr hätten sich die langfristigen Kooperationen über Jahre hinweg auf Basis gegenseitigen Vertrauens entwickelt.

Dieses Vertrauen ist für den Geschäftsführer ein zentraler Erfolgsfaktor. Nicht jede Partnerschaft werde automatisch eingegangen. Entscheidend sei, ob ein Hersteller zur Unternehmensphilosophie passe und ob die notwendige Servicequalität gewährleistet werden könne. Denn für Penias steht fest: Der Verkauf einer Maschine ist nur der Beginn einer langfristigen Beziehung. „Der Service muss funktionieren, damit der Verkauf stattfinden kann“, sagt er. Zu den langjährigen Kunden zählen namhafte Unternehmen wie Radatz, Wiesbauer, Schirnhofer, Moser Wurst sowie Spar Österreich. Einige Geschäftsbeziehungen bestehen bereits seit vielen Jahrzehnten.

Wenn Maschinen stillstehen

In der Lebensmittelproduktion entscheidet oft jede Stunde über wirtschaftlichen Erfolg oder Verlust. Genau deshalb misst Penias dem Service eine derart große Bedeutung bei. „Die Anlagen müssen laufen“, bringt er es auf den Punkt. Fällt eine Maschine aus, kann einfach nicht produziert werden. Bleibt die Produktion stehen, fehlen die Produkte für den Verkauf. Dementsprechend wichtig sind kurze Reaktionszeiten. Dank der zentralen Lage in Oberösterreich erreicht das Unternehmen seine Kunden innerhalb Österreichs meist binnen weniger Stunden. Neben Reparaturen und Wartungen umfasst das Angebot auch die Versorgung mit Ersatzteilen, Verschleißteilen und Verbrauchsmaterialien.

Interessanterweise haben sich die grundlegenden Erwartungen der Kunden in den vergangenen 30 Jahren kaum verändert. Verlässlichkeit, Kompetenz und schnelle Hilfe seien damals wie heute die wichtigsten Kriterien. Allerdings hätten wirtschaftlicher Druck und steigende Kosten die Anforderungen an Effizienz weiter erhöht. Besonders stark spürbar ist laut Penias der zunehmende Personalmangel. Dieser betrifft sowohl Handwerksbetriebe als auch große Industriebetriebe. Die Automatisierung gewinnt deshalb an Bedeutung, aber weniger in den klassischen Penias-Bereichen, sondern mehr auf dem Sektor der Verpackungstechnik.

Einen vollständigen Ersatz menschlicher Fachkräfte durch Maschinen hält der Unternehmer für unrealistisch. Zwar werde die Automatisierung, insbesondere angesichts des anhaltenden Personalmangels, weiter an Bedeutung gewinnen, doch viele Arbeitsschritte in der Lebensmittelverarbeitung seien nach wie vor auf das Wissen und die Erfahrung qualifizierter Mitarbeiter angewiesen. Die Technik entwickle sich kontinuierlich weiter, die eigentlichen Produktionsprozesse hätten sich jedoch nicht grundlegend verändert. „Ein Kutter ist ein Kutter“, sagt Penias. Moderne Maschinen könnten Abläufe effizienter gestalten und Arbeitskräfte entlasten, den Menschen als Anwender und Fachkraft würden sie aber auch künftig nicht ersetzen.

Die modernen Ausstellungsräume. © Peniasmehr anzeigen
Die Werkstatt. © Penias
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Bild 1 anzeigenDie Werkstatt. © Penias

Kostendruck und Zukunftschancen

Die wirtschaftliche Lage der österreichischen Lebensmittel- und Fleischwirtschaft bewertet Penias differenziert. Die Unternehmen stünden unter erheblichem Druck. Energiepreise, Personalkosten und zahlreiche weitere Ausgaben seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zusätzlich belasten umfangreiche Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten die Betriebe. Der Geschäftsführer sieht hier auch in seinem Unternehmen einen stetig wachsenden Verwaltungsaufwand, der Kosten verursacht, ohne unmittelbar Wertschöpfung zu generieren.

Gleichzeitig beobachtet Penias eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Betriebe. Neue Maschinen, effizientere Prozesse und punktuelle Automatisierung prägen die Investitionen, während die grundlegenden Produktionsverfahren weitgehend unverändert bleiben. Große Unternehmen investieren laufend in Optimierung und Effizienzsteigerung. Kleinere Handwerksbetriebe beschaffen neue Maschinen hingegen meist erst dann, wenn Investitionen unumgänglich werden. Ein wachsendes Thema sind aber auch generalüberholte Gebrauchtmaschinen. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten legen viele Unternehmen größeren Wert auf Wartung, Instandhaltung und kostengünstige Alternativen zur Neuanschaffung“, so der 58-Jährige, dessen Unternehmen über eine eigene Werkstätte verfügt, in der gebrauchte Anlagen vollständig generalsaniert werden. Die Maschinen stammen überwiegend aus Inzahlungnahmen und werden nach der Überholung weltweit vermarktet. Für den Unternehmer ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen: Einerseits erhalten Kunden hochwertige und wirtschaftliche Lösungen, andererseits sammeln Mitarbeiter und Lehrlinge wertvolle Praxiserfahrung an unterschiedlichsten Maschinen.

Einen Punkt möchte Penias in diesem Zusammenhang ergänzen: „Für uns sind alle Kunden gleich wichtig.“ Ob großer Industriebetrieb, Handwerksunternehmen oder Direktvermarkter, die Größe eines Kunden spiele für die Qualität der Betreuung keine Rolle. Diese Gleichbehandlung sei von jeher ein zentrales Anliegen seines Unternehmens und Teil jener Servicephilosophie, die den Betrieb seit drei Jahrzehnten prägt.

Nachfolge schon geregelt

Während viele Familienunternehmen vor ungelösten Nachfolgefragen stehen, ist die Zukunft der Penias GmbH bereits klar umrissen. Die bald 18-jährige Tochter des Unternehmers besucht derzeit die HTL für Mechatronik und soll in den kommenden Jahren schrittweise in die Unternehmensführung eingebunden werden. Dass sie eines Tages die Firma übernehmen möchte, steht schon lange fest. Bereits als Neunjährige verkündete sie, nachdem sie ihren Vater zu einem Kunden begleitet hatte, bei einer Familienjause, später einmal den Betrieb weiterführen zu wollen. Für Penias bedeutet diese Perspektive weit mehr als eine geregelte Nachfolge. Es sei eine große persönliche Freude zu sehen, dass die Tochter den eingeschlagenen Weg „aus ihrem eigenen Antrieb“, wie der Vater betont, fortsetzen möchte. Die Ausbildung junger Fachkräfte bleibt für ihn überhaupt ein zentrales Anliegen. Der Mangel an qualifizierten Handwerkern beschäftigt die gesamte Branche. Deshalb bildet das Unternehmen seit Jahren Lehrlinge aus und sucht kontinuierlich nach Nachwuchskräften.

Blick in die Kristallkugel

Wenn Penias einen Blick zehn Jahre in die Zukunft wirft, erwartet er keine revolutionären Umbrüche. Die Technik werde sich weiterentwickeln, Maschinen würden effizienter und wirtschaftlicher werden. Die grundlegenden Anforderungen an die Lebensmittelproduktion blieben jedoch dieselben. Und würde er, nach drei Jahrzehnten Unternehmertum, noch einmal denselben Weg einschlagen? Sein „Ja!“ kommt ohne Zögern. Allerdings verbindet er diese Aussage mit einem besonderen Dank. Ohne die Unterstützung seiner Frau, die sämtliche Entwicklungen mitgetragen hat, wäre vieles nicht möglich gewesen. Vielleicht ist gerade das das eigentliche Erfolgsgeheimnis eines Unternehmens, das seit 30 Jahren auf Beständigkeit, Handschlagqualität und langfristige Beziehungen setzt.