Die internationale Fleischbranche blickt im September nach Buenos Aires: Der bekannte Diplom-Fleischsommelier Ronny Paulusch wurde offiziell als Juror für das Campeonato Mundial de Carnes (CMDC) berufen. Der Gründer der in Wien ansässigen M.E.A.T. GmbH wird damit Teil eines Wettbewerbs, der sich innerhalb kurzer Zeit zu einer der spannendsten Plattformen für moderne Fleischbewertung entwickelt hat.
Wissenschaft statt Showeffekte
Das Campeonato Mundial de Carnes verfolgt einen bewusst anderen Ansatz als viele etablierte Fleischwettbewerbe. Im Mittelpunkt stehen keine umfangreichen Kategorien oder spektakulären Präsentationen, sondern eine möglichst objektive und nachvollziehbare Bewertung von Fleischqualität.
Bewertet werden ausschließlich Ribeye und Striploin. Die Verkostung erfolgt getrennt nach unterschiedlichen Produktionssystemen wie Grass-fed und Grain-fed. Ziel ist es, vergleichbare Rahmenbedingungen zu schaffen und Qualitätsunterschiede möglichst präzise zu erfassen.
Internationale Fachinstitutionen entwickeln Bewertungssystem
Das Bewertungskonzept wurde gemeinsam mit der Fakultät für Veterinärwissenschaften der Universität Buenos Aires, dem argentinischen Agrarforschungsinstitut INTA sowie der Argentine School of Meat Sommeliers entwickelt.
Ergänzt wird das Verfahren durch ein mehrstufiges Jurysystem. Neben Fleischsommeliers bewerten auch internationale Spitzenköche und Konsumenten die eingereichten Produkte. Das internationale Finale findet am 17. September 2026 in Buenos Aires statt.
Einladung durch Fleischwirtschafts-Experten Luis Barcos
Die Berufung von Ronny Paulusch erfolgte durch Professor Luis Barcos, Präsident des Campeonato Mundial de Carnes. Barcos zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der internationalen Fleischwirtschaft. Er war Präsident der argentinischen Tiergesundheitsbehörde SENASA sowie Regionalvertreter für Amerika der Weltorganisation für Tiergesundheit WOAH.
Sein Name steht weltweit für hohe veterinärmedizinische Standards, Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Qualität messbar und vergleichbar machen
Für Paulusch ist die Berufung ein weiterer Schritt in seiner langjährigen Beschäftigung mit Fleischsensorik, Reifung und Qualitätsbewertung.
„Die Einladung nach Argentinien ist für mich persönlich eine große Ehre. Besonders spannend finde ich den Ansatz, Fleischqualität nicht nur emotional oder marketinggetrieben zu betrachten, sondern stärker über nachvollziehbare Sensorik, Vergleichbarkeit und Methodik zu arbeiten. Genau darin sehe ich einen wichtigen Zukunftsbereich für die gesamte Branche“, erklärt Paulusch.
Der Fleischsommelier sieht insbesondere im internationalen Austausch großes Potenzial. Wissenschaftliche Forschung, praktische Fleischerfahrung, Spitzengastronomie und Konsumentenperspektive müssten stärker miteinander verknüpft werden, um eine gemeinsame Sprache für Fleischqualität zu entwickeln.
Bedeutung für die internationale Fleischbranche
Obwohl das Campeonato Mundial de Carnes erst im vergangenen Jahr erstmals ausgetragen wurde, hat sich der Wettbewerb bereits einen Namen als Innovationsplattform für moderne Fleischsensorik gemacht. Der Fokus auf wissenschaftliche Bewertungsmethoden und internationale Vergleichbarkeit trifft einen Nerv der Branche, die zunehmend nach objektiven Qualitätskriterien sucht.
Mit der Berufung von Ronny Paulusch erhält auch der deutschsprachige Raum eine stärkere Stimme in dieser internationalen Qualitätsdiskussion. Für die Fleischwirtschaft könnte der Wettbewerb wichtige Impulse liefern, wenn es darum geht, Fleischqualität künftig transparenter, nachvollziehbarer und international vergleichbar zu bewerten





