Die Lohnverhandlungen Anfang Juni haben gezeigt, dass konstruktive Gespräche auf Augenhöhe möglich sind. Dafür gebührt allen Verhandlungspartnern Anerkennung. Uns allen ist bewusst, dass wir keine rosigen Zeiten erleben. Gerade die österreichische Fleischwirtschaft steht durch den internationalen Wettbewerb, steigende Kosten und schwierige Rahmenbedingungen unter enormem Druck. Heuer ist ein Ergebnis gelungen, das für beide Seiten tragbar ist. 2,4 Prozent plus neun Euro sind ein Kompromiss, der insbesondere die unteren Lohngruppen stärker berücksichtigt.

Besonders gefreut hat mich, dass wir nicht beim Lohnabschluss stehengeblieben sind. Wir haben vereinbart, gemeinsam unsere Lohntafel zu modernisieren. Manche Bezeichnungen stammen noch aus längst vergangener Zeit – diese werden nun an die heutige Arbeitswelt angepasst. Das mag auf den ersten Blick nur eine sprachliche Änderung sein, ist aber gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass wir unsere Branche gemeinsam weiterentwickeln wollen.

Noch wichtiger erscheint mir der gemeinsame Wille, künftig auch über flexiblere Lösungen für die unterschiedlichen Betriebe nachzudenken. Ein saisonaler Betrieb hat andere Anforderungen als ein großer Industriebetrieb oder ein klassischer Handwerksbetrieb. Solche Unterschiede müssen berücksichtigt werden, wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten bzw. verbessern wollen.

Ich bin überzeugt, dass wir damit einen guten Weg eingeschlagen haben – einen Weg des gegenseitigen Respekts, der Vernunft und des Augenmaßes. Genau diese Gesprächskultur wird unsere Branche in den kommenden Jahren brauchen. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlichst bedanken.

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