
Ein Schlachtschwein bringt derzeit 126 Euro netto ein, was um 29 Euro und damit 19 Prozent weniger sei als noch vor zwei Jahren: „Investitionen in den Betrieb sind da nicht mehr möglich“, so Titschenbacher. Die Landwirte sind zwar mittlerweile verpflichtet, die Herkunft ihrer Tiere anzugeben, doch weder die Wurst- und Schinkenhersteller noch die Gastronomie weisen durchgehend aus, woher ihre Rohware kommt. Genau das sei ein Problem, denn „das Schweinefleisch darf nicht anonym sein“, forderte etwa Landwirt Johann Kaufmann. Kollege Manuel Hagendorfer aus St. Anna am Aigen frage daher in jedem Wirtshaus, was genau am Teller ist.
Ursache für den Preissturz ist nach Ansicht der Bauern vor allem der Wegfall des Exports nach Russland. Außerdem wurden die Märkte in Deutschland und Spanien dichter. Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann sagte, dass 2013 Europa 111 Prozent Eigenversorgung hatte. 2014 stieg sie auf 115 Prozent an. Deshalb müsse dem Konsumenten die Qualität der heimischen Erzeugnisse vermittelt werden. Das Rezept laute nicht größere Betriebe, sondern besseres Fleisch, so Titschenbacher.
Vorbild für die steirischen Forderungen könne die Schweiz sein, wo auf den Speisekarten die Herkunft des Fleisches angeführt wird. „Wir wollen damit nicht mehr Bürokratie, sondern einen Mehrwert schaffen“, unterstrich Titschenbacher. Positiv erwähnt wurde das neue Bundesvergabegesetz, das es am 1. März 2016 möglich macht, dass öffentliche Kantinen nicht nach dem Billigst- sondern dem Bestbieterprinzip ihre Aufträge vergeben.