Perg: Wie Fleischermeister Andreas Amstler gegen den Branchentrend punktet
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Viele Fleischerbetriebe kämpfen mit steigenden Kosten und verändertem Konsumverhalten. Andreas Amstler geht einen anderen Weg. Der Fleischermeister aus Perg investiert konsequent in Qualität, Regionalität und Technik. Mit Erfolg: Nach der Neueröffnung seines Fachgeschäfts Ende Februar hält der Kundenzustrom bis heute an.
Perg, eine Bezirkshauptstadt im oberösterreichischen Mühlviertel, kein Ort, der einem als Erstes einfällt, wenn man an Fleischerhandwerk denkt. Und doch hat Andreas Amstler hier etwas aufgebaut, das weit über das Nahversorgungsgeschäft hinausgeht. Ende Februar 2026 hat er sein Fachgeschäft neu eröffnet. Die Kunden strömten sofort. Und sie kommen noch immer.
Was Rudolf begann
Die Geschichte der Fleischerei Amstler in Perg reicht bis ins Jahr 1967 zurück, als Rudolf Amstler, Vater des heutigen Inhabers, den Betrieb von Wilhelm Schmollgruber übernahm: vier Mitarbeiter, ein Lehrling, ein Neuanfang. Zwischen 1968 und 1972 entstand ein eigener Betrieb mit Schlachthaus und Wursterei, der Maschinenpark wurde erneuert, Fahrzeuge angeschafft. 1973 folgte die erste Neugestaltung des Geschäftslokals. Rechtzeitig zum EU-Beitritt Österreichs erhielt der Schlachtbetrieb 1995 seine EU-Zertifizierung, ein Kundenparkplatz kam dazu. Ein Jahr später wurde das Fachgeschäft erneut auf den modernsten Stand gebracht.
Die zweite Generation übernimmt
Passend zum 40-Jahr-Betriebsjubiläum legte Sohn Andreas Amstler 2007 seine Meisterprüfung mit Auszeichnung ab und übernahm im Juli desselben Jahres den Betrieb in zweiter Generation. Der Absolvent der Lebensmittel-HTL in Hollabrunn (Matura 2002) brachte neben einer fundierten Ausbildung auch neue Ideen und den Blick für die Weiterentwicklung des Familienunternehmens mit. 2011 legte er zusätzlich die Prüfung zum Meister-Fleischsommelier mit sehr gutem Erfolg ab und machte sich anschließend konsequent an die Modernisierung des Betriebs.
Den Anfang machte 2013 die Erneuerung der Kühlanlage, zwei Jahre später folgten der Umbau der Wursterei, eine neue Zerlegung sowie Investitionen in den Maschinenpark. Mit jeder dieser Maßnahmen wurde der Betrieb Schritt für Schritt für die Zukunft gerüstet, ohne dabei seine handwerklichen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. 2017 konnte die Fleischerei Amstler schließlich ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum feiern, ein Meilenstein, der die erfolgreiche Entwicklung des Familienbetriebes ebenso unterstrich wie den eingeschlagenen Weg, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden.
Feinstes Handwerk & Nahversorger
Mit Schlachtbetrieb und Fleischerei ist Andreas Amstler Nahversorger im besten Sinne. Er nimmt 40 Partnerbauern die Schweine, Rinder und Kälber ab, ausschließlich Tiere aus Ober- und Niederösterreich, was einen lückenlosen Herkunftsnachweis vom Bauernhof weg garantiert. Die Anlieferung erfolgt mit eigenen Lkws unter strenger Einhaltung des Tiertransportgesetzes bereits am Vorabend des Schlachttages, damit die Tiere möglichst stressfrei ankommen. Pro Woche schlachtet Amstler rund 60 Sauen und fünf Rinder, hin und wieder auch ein Kalb, und beliefert damit auch einige Kollegen in der Region. Dazu kommt eine Lohnschlachtung.
Der Fokus liegt im Detailgeschäft. Rund 20 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Fleischerei Amstler mit dem En-gros-Geschäft mit Gastronomen und Vereinen. Drei Verkaufsfahrzeuge bringen die Ware dorthin, wo kein Supermarkt und kein anderer gewerblicher Nahversorger mehr zu finden ist.
22 Mitarbeiter produzieren rund 60 bis 80 verschiedene Wurst- und Fleischwaren. Lehrlinge bildet Amstler grundsätzlich aus, auch wenn gerade keiner im Betrieb ist. Gattin Ingrid ist hauptberuflich Amtsleiterin an der Bezirkshauptmannschaft Perg, hilft aber gern mit, wenn die Zeit es erlaubt. Die beiden Söhne Lorenz (12) und Linus (7) sind mit Begeisterung dabei, wenn sie dem Papa einmal helfen dürfen.
Spezialitäten des Hauses sind der Leberkäse in mehreren Varianten, der knusprige Kümmelbraten, Frankfurter und Knacker, das gesamte Aufschnittsortiment, Geselchtes sowie Halbfertig- und Fertiggerichte. Dazu zählen Knödelvariationen, Beuschel, Gulasch und Flecksuppe. Aufstriche und Salate werden selbstverständlich selbst gemacht. Beim Rindfleisch setzt Andreas Amstler auf Dry Aging, meist von Kalbinnen, deren Edelteile vier bis fünf Wochen im Rindertalg reifen dürfen.
Vom Kümmelbraten bis zum Buffet
Wer in Perg und Umgebung ein Fest plant, ist bei Amstler ebenfalls gut aufgehoben. Der Catering- und Partyservice deckt Veranstaltungen bis 200 Personen ab, von der privaten Geburtstagsfeier bis zur Firmenveranstaltung. Auf der Cateringkarte stehen warme Gerichte von der traditionellen Hausmannskost bis hin zu feinen Speisen, vegetarische und vegane Optionen inklusive. Kalt geht es aber ebenso üppig zu: Braten-, Wurst-, Schinken- und Speckplatten, Backhendl, Hendlhaxerl, Schnitzel, Roastbeef mit Sauce tartare, Fischplatte, Saure Schüssel, belegte Brötchen mit Hausbrot oder Wecken. Dazu hausgemachte Aufstriche wie Liptauer, Kartoffelkäse, Thunfisch und Schnittlauch-Zwiebel-Topfen sowie eine Auswahl an Salaten. Geschirr, Besteck, Gläser und Servietten stellt das Amstler-Team auf Wunsch ebenfalls bereit.
Kühlwagen für jeden Anlass
Ein weiteres Standbein, das in der Region gut angenommen wird, ist der Kühlwagenverleih. Vier Einheiten stehen zur Verfügung: von 2,8 × 1,8 Meter bis 5,2 × 2,5 Meter, die größte auch mit Dieselbetrieb für Standorte ohne Stromanschluss. Die Tagespreise bewegen sich zwischen 100 und 140 Euro inklusive, die Aufstellung und Abholung bis zehn Kilometer um Perg gibt es um eine Pauschale von 20 Euro. Eine rechtzeitige Reservierung wird empfohlen. Besonders rund um Konzerte und in der Festsaison ist der Bedarf hoch.
Strom aus dem eigenen Wald
Auch in puncto Energie ist der Betrieb gut aufgestellt. Die Hackschnitzelheizung versorgt die Schlachtung mit heißem Wasser, das Holz dafür kommt aus dem eigenen Wald. Eine Photovoltaikanlage mit 60 kW senkt die Stromkosten um mehr als ein Viertel.
„Wir sind da sehr zukunftsorientiert aufgestellt, und das ist gut so“, sagt Andreas Amstler.
Pünktlich zum 30-Jahr-Jubiläum des letzten Umbaus eröffnete Amstler Ende Februar sein erneuertes Fachgeschäft. Der hochwertige Boden blieb unangetastet, die weißen Wandfliesen wurden lediglich ausgebessert. Den Umbau selbst bewerkstelligte man in nur einer Woche. Als Ladenbaupartner entschied sich der Fleischermeister für den bayerischen Spezialisten Thomas Hanke und sein gleichnamiges Unternehmen.
„Ich habe Hanke-Ladenbau auf der IFFA 2025 kennengelernt, und sehr rasch ist aus diesem ersten Kontakt und den folgenden positiven Gesprächen der Auftrag entstanden. Eigentlich habe ich schon auf der IFFA 2022 über den Geschäftsumbau nachgedacht, konnte mich aber damals noch nicht ganz dazu durchringen“, erklärt Amstler.
Was Hanke lieferte
Hanke-Ladenbau lieferte eine großzügige Theke mit sechs Meter Länge und Granitauslage, eine Imbisstheke, eine Fleischkühlvitrine im Bedienbereich sowie eine komplett neu gestaltete Rückwand. Für die Kunden wurden Wandkühlregale und Feinkostregale als SB-Elemente aufgestellt, die Beleuchtung stammt von der Firma BÄRO. Das Ergebnis überzeugt, den Inhaber wie die Kundschaft gleichermaßen. „Nach der Neueröffnung konnten wir sofort ein deutliches Anwachsen des Kundenzustroms verzeichnen, der bis heute anhält. Mit der Umsetzung durch Hanke bin ich sehr glücklich, alles hat hervorragend geklappt und wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgeführt“, fasst Andreas Amstler zusammen.
Fleischerei Amstler – 4320 Perg
Tel.: +43 7262 52 319
www.amstler-perg.at
Autor: HaRo







