Schweinepreis in Österreich fällt auf 1,35 Euro: Ö-Börse senkt um acht Cent
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Der Schweinepreis in Österreich ist erneut gesunken. Im Marktbericht vom 28. Oktober weist die Österreichische Schweinebörse für Mastschweine einen Basispreis von 1,35 Euro je Kilogramm aus – acht Cent weniger als in der Vorwoche. Auch Zuchtschweine werden mit 0,59 statt 0,64 Euro niedriger notiert. Der Ferkelpreis bleibt bei 2,10 Euro je Kilogramm.
Hinter der jüngsten Senkung steht nach Einschätzung des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten Oberösterreich (VLV) ein europaweit wachsendes Angebot an schlachtreifen Schweinen. Zugleich kauften die Abnehmer zurückhaltend ein; regional verschiebe sich bereits die Abholung von Tieren. Der heimische Preisrückgang ist damit mehr als eine Reaktion auf die deutsche Notierung: Auch am österreichischen Markt treffen zusätzliche Mengen auf ein schwaches Fleischgeschäft.
Schweinepreis Österreich: Überangebot trifft auf zögerliche Nachfrage
Für Mäster ist entscheidend, ob schlachtreife Tiere zeitgerecht vermarktet werden können. Nimmt das Angebot weiter zu, während Schlachtbetriebe und Verarbeitung nur vorsichtig disponieren, wächst der Druck auf die Notierung. Der VLV beschreibt diese Entwicklung für Österreich ebenso wie für andere europäische Erzeugerländer. Seine Einschätzung ist eine Marktbeobachtung der Erzeugerseite; wie sich einzelne Absatzkanäle in den kommenden Wochen entwickeln, bleibt offen.
Bereits der AMA-Marktbericht zur Kalenderwoche 42 hatte steigende heimische Stückzahlen, ein durchschnittliches Schlachtgewicht von mehr als 100 Kilogramm und Schwierigkeiten bei der zeitgerechten Vermarktung einzelner Partien beschrieben. Besonders der Absatz von Verarbeitungsware verlief damals schleppend. Die jüngste Börsennotierung zeigt, dass sich die erhoffte Entlastung bis zum 28. Oktober noch nicht eingestellt hat.
Auch die deutsche VEZG senkt um acht Cent
Am deutschen Markt fiel der VEZG-Vereinigungspreis für die neue Schlachtwoche ab 29. Oktober um acht Cent auf 1,32 Euro je Indexpunkt. Die Vereinigung führt den Rückgang auf ein weiterhin umfangreiches Schlachtschweineangebot zurück, das den Bedarf übersteigt. Für österreichische Betriebe ist Deutschland ein wichtiger Vergleichsmarkt; seine Preisbewegungen wirken auf den Wettbewerb um Fleisch und Teilstücke.
Die beiden aktuellen Zahlen sollten dennoch nicht als einfacher Preisabstand von drei Cent gelesen werden. Die österreichische Schweinebörse nennt einen Mastschwein-Basispreis je Kilogramm, die VEZG einen Vereinigungspreis je Indexpunkt. Hinzu kommen unterschiedliche Abrechnungsbedingungen und spätere Zu- oder Abschläge. Der VLV beziffert den durchschnittlichen Preisabstand zu Deutschland für 2026 auf rund 22 Cent und verweist dabei auf unterschiedliche Produktionsbedingungen. Diese Jahresangabe ist weder aus den zwei aktuellen Notierungen errechnet noch ein Maß für den Abstand am 29. Oktober.
Basispreis ist nicht der Auszahlungspreis
Auch innerhalb Österreichs müssen die Preisstufen auseinandergehalten werden. Die 1,35 Euro der Schweinebörse sind ein Basispreis für Mastschweine. Was ein Betrieb für seine Tiere tatsächlich erhält, hängt unter anderem von Klassifizierung sowie Zu- und Abschlägen ab. Der zuletzt veröffentlichte AMA-Durchschnittspreis für ausgezahlte Schlachtschweine der Klassen S bis P betrug in Kalenderwoche 42 dagegen 1,79 Euro je Kilogramm. Er stammt aus einem früheren Berichtszeitraum und ist keine neue Notierung für Kalenderwoche 44.
Ebenso wenig lässt sich aus einem sinkenden Erzeugerpreis unmittelbar ein bestimmter Ladenpreis ableiten: Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Handel haben eigene Kosten und Preisentscheidungen. Wie unterschiedlich Eingriffe und Preisänderungen entlang der Lebensmittelkette wirken können, zeigt auch die ÖBKZ-Analyse zu Verbraucherpreisen bei Grundnahrungsmitteln. Für Fleischereien und Verarbeiter ist deshalb neben dem Einkaufspreis entscheidend, ob der Absatz ihrer Produkte wieder anzieht. Die schwierige wirtschaftliche Lage eines Teils des heimischen Fleischerhandwerks zeigt, dass günstigere Rohware allein noch keinen besseren Geschäftsgang garantiert.
Der nächste Gradmesser ist nun, ob die niedrigeren Notierungen den Warenfluss beleben und die steigenden Schlachtschweinemengen Abnehmer finden. Bis neue Absatz- und Auszahlungspreise vorliegen, bleibt offen, wie stark der jüngste Rückgang die einzelnen österreichischen Betriebe tatsächlich trifft.





