Die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln ist eine der zentralen Aufgaben der österreichischen Landwirtschaft. Gleichzeitig wächst für viele Haushalte der Druck beim Lebensmitteleinkauf spürbar. Mit der Initiative „Schweinehaltung hilft“ reagiert die Branche darauf mit einer konkreten Maßnahme: Über 7.600 Fleischpakete wurden im Frühjahr 2026 an soziale Einrichtungen verteilt.
36.800 Euro aus Schweinelieferungen gesammelt
Im Jänner und Februar 2026 beteiligten sich Betriebe der Erzeugergemeinschaften VLV, Styriabrid und EZG Gut Streitdorf an der Spendenaktion. Ein Teil der Erlöse aus den Schweinelieferungen wurde gezielt für wohltätige Zwecke reserviert. Insgesamt kamen dabei 36.800 Euro zusammen.
Auffällig ist die breite Beteiligung innerhalb der Branche. Besonders stark engagierten sich Betriebe in Oberösterreich, was das Gesamtvolumen der Spende maßgeblich beeinflusste.
Schlachtbetriebe übernehmen Verarbeitung und Logistik
Ein entscheidender Faktor für die Wirkung der Initiative liegt in der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Die Schlachtunternehmen Dachsberger, Großfurtner und Fleischhof Raabtal übernahmen die komplette Verarbeitung, Verpackung und Logistik der Fleischwaren unentgeltlich.
Erst durch diesen Schritt konnte das Spendenvolumen effizient in konkrete Lebensmittelhilfe übersetzt werden. Die gesammelten Mittel wurden direkt in mehr als 7.600 fertig konfektionierte Fleischpakete umgewandelt.
Verteilung über Caritas und soziale Einrichtungen
Die Ausgabe der Fleischpakete erfolgte rund um Ostern, einem Zeitraum mit erhöhter Nachfrage in sozialen Einrichtungen. Koordiniert wurde die Verteilung über die Caritas Österreich sowie weitere Organisationen.
Beliefert wurden unter anderem Sozialmärkte, Lebensmittelausgabestellen, Pflegewohnheime, Einrichtungen für obdachlose Menschen sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Damit erreichte die Aktion gezielt jene Gruppen, für die hochwertige Lebensmittel zunehmend schwer leistbar sind.
Branche setzt auf konkrete Hilfe statt Symbolpolitik
Michael Klaffenböck, Geschäftsführer der Schweinehaltung Österreich, sieht in der Aktion ein klares Signal: „Die große Spendenbereitschaft zeigt, wie stark der Zusammenhalt in der Landwirtschaft ist. Gemeinsam möchten wir vielen Menschen den Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln ermöglichen.“
Auch auf Seiten der sozialen Einrichtungen wird der praktische Nutzen betont. Lea Laubenthal, Leiterin der Lebensmittelausgabestellen Le+O der Caritas Erzdiözese Wien, verweist auf die direkte Wirkung: Die Fleischpakete seien gerade rund um Ostern eine spürbare Entlastung für viele Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Regionale Lebensmittel als Teil sozialer Verantwortung
Die Aktion „Schweinehaltung hilft“ zeigt, wie eng landwirtschaftliche Produktion und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind. Statt punktueller Einzelmaßnahmen entsteht durch die Kooperation von Landwirtschaft, Verarbeitung und Sozialorganisationen ein funktionierendes System der Lebensmittelweitergabe. Für die Branche ist das mehr als ein einmaliges Engagement. Es unterstreicht die Rolle regionaler Wertschöpfung nicht nur als wirtschaftlicher, sondern auch als sozialer Faktor in Österreich.







