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Nahversorgung als Zukunftsmodell: Erfolgreiche Beispiele aus Niederösterreich

Lebendige Ortskerne sichern Arbeitsplätze und Lebensqualität. Niederösterreich zeigt mit innovativen Projekten, wie regionale Nahversorgung heute funktioniert.

Nahversorgung stärkt Gemeinden

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Dienstleistungen direkt im Ort ist weit mehr als ein praktisches Angebot. Sie erhält Arbeitsplätze, bindet Kaufkraft und verhindert die Abwanderung aus ländlichen Regionen. Besonders in Niederösterreich setzen Gemeinden, Betriebe und Initiativen auf neue Modelle, die regionale Produkte in den Mittelpunkt rücken und moderne Konzepte mit sozialem Mehrwert verbinden.

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, betont: „Eine funktionierende Nahversorgung ist der Schlüssel für lebendige Gemeinden.“ Neben wirtschaftlichen Vorteilen spielt auch die soziale Funktion eine große Rolle – Dorfläden und Ortszentren werden zu Treffpunkten, die Gemeinschaft fördern.

Nahversorgungstour: v.l: Daniel Brüll, Ortskernkoordinator (Dorf & Stadterneuerung), Karl Ungersbäck, Geschäftsführer der Sparte Handel in der WKNÖ, Romina Jenei, Geschäftsführerin RegioPlan Consulting, Johannes Zuser, Bürgermeister der Marktgemeinde Hürm, Jürgen Prosenbauer, Inhaber SPAR Hürm, und Wolfgang Fuchs, zuständig für NAFES in der WKNÖ. © WKNÖ
Nahversorgungstour: v.l: Daniel Brüll, Ortskernkoordinator (Dorf & Stadterneuerung), Karl Ungersbäck, Geschäftsführer der Sparte Handel in der WKNÖ, Romina Jenei, Geschäftsführerin RegioPlan Consulting, Johannes Zuser, Bürgermeister der Marktgemeinde Hürm, Jürgen Prosenbauer, Inhaber SPAR Hürm, und Wolfgang Fuchs, zuständig für NAFES in der WKNÖ. © WKNÖ

Erfolgsfaktor Kombination: Handel, Gemeinde, Gesellschaft

Erfolgreiche Nahversorgung basiert auf drei Säulen: engagierte Gemeinden, starke Handelsunternehmen und das Einbinden der Bevölkerung. Besonders wichtig sind flexible Konzepte, die zur Kaufkraft vor Ort passen. Das können Selbstbedienungsläden, klassische Märkte oder Mischformen mit Gastronomie und Dienstleistungen sein.

Romina Jenei von RegioPlan Consulting betont, dass Standortentscheidungen individuell angepasst werden müssen: „Nahversorger müssen sich rechnen – entscheidend ist die Kombination aus Sortiment, Zielgruppe und regionalem Bedarf.“

Best-Practice-Projekte in Niederösterreich

Ein Blick in die Praxis zeigt, wie unterschiedlich erfolgreiche Modelle aussehen können:

Ort / Projekt Besonderheiten Sortiment & Angebote Wirkung
Dirndltal Speis (Ober-Grafendorf) Selbstbedienung, digitale Bezahlung, 7 Tage geöffnet Regionale Lebensmittel, Fleisch, Milchprodukte, Gebäck, Fertiggerichte Entlastung kleiner Produzenten, flexibles Einkaufen
Hürm Ortszentrum Kombination aus Amt, Wohnen, Gastronomie, Co-Working, Handel SPAR mit 10.000 Artikeln, Tankstelle, Post, regionale Produkte Stärkung des Ortskerns, sozialer Treffpunkt
Krummnußbaum Vielfältiges Ortszentrum mit Wohnungen, Veranstaltungen & Handel ADEG-Markt mit Lieferservice, Café, Co-Working, Friseur, Art Space Regionale Wertschöpfung, soziale Verantwortung, mehrfach ausgezeichnet
Reinsberg Hybridmodell mit Ehrenamt, Selbstbedienung + Personalbetrieb 4.000 Produkte, Generationenhaus, Kindergartenanbindung Gemeinschaftsprojekt, nachhaltige Versorgung, 24/7 flexibel

Diese Projekte zeigen: Mit Kreativität, Kooperation und Förderungen kann Nahversorgung auch in strukturschwachen Regionen langfristig bestehen.

Regionalität als Erfolgsfaktor

Neben Förderungen setzt auch die Kampagne #ichkauflokal auf Bewusstseinsbildung. Wer beim Fleischer, Bäcker oder regionalen Händler einkauft, stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern trägt aktiv dazu bei, Arbeitsplätze im Ort zu sichern.

Für Fleischer und Landwirte eröffnen sich dadurch Chancen: Direktvermarktung und Kooperationen mit Nahversorgungsinitiativen bringen regionale Produkte in moderne Vertriebsformen – von Selbstbedienungsläden bis hin zu multifunktionalen Ortszentren.

Vorbild und gesellschaftlicher Nutzen in NÖ

Die Beispiele aus Niederösterreich machen deutlich, dass Nahversorgung mehr ist als Einkaufsmöglichkeit. Sie ist ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität, sozialem Zusammenhalt und regionaler Wertschöpfung. Gerade für Betriebe des Lebensmittelhandwerks bietet sie eine Plattform, um Kundschaft direkt zu erreichen und langfristig zu binden.

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