ÖBKZ Eigenwerbung

Der Preissturz liegt eine Woche zurück, seine Folgen bleiben aktuell: Am 16. September senkte die Österreichische Schweinebörse den Basispreis für Mastschweine um zwölf Cent auf 1,52 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Bei der Notierung vom 23. September blieb er auf diesem Niveau. Für die Betriebe ist das vorerst eine Atempause, aber keine Entlastung.

Mehr schlachtreife Schweine, schwieriger Absatz

Der Druck kommt aus mehreren Richtungen. Laut Schweinebörse wächst das Angebot an Schlachtschweinen in Europa. Kühleres Wetter lässt die Tiere nach den Wachstumseinbußen des Sommers wieder stärker zunehmen; zugleich stockt der Absatz im Export. Der erhoffte Warenfluss nach Asien blieb bislang aus, während heimische Schlachtbetriebe von Schwierigkeiten beim Verkauf berichten. Auch in Deutschland war der Preis in der Vorwoche um 15 Cent gefallen.

In Österreich steigen inzwischen die Anmeldungen zur Schlachtung und die Schlachtgewichte. Die Schweinebörse nennt für diese Woche durchschnittlich 99 Kilogramm. Abnehmer können ihren Bedarf damit gut decken und fordern weitere Abschläge. Bei der jüngsten Preisfindung setzte sich jedoch eine unveränderte Notierung durch.

Was 1,52 Euro und 1,91 Euro bedeuten

Die beiden derzeit genannten Schweinepreise beschreiben unterschiedliche Größen. Die 1,52 Euro sind der Basispreis der Schweinebörse für Mastschweine. Die Agrarmarkt Austria meldet für Kalenderwoche 38 hingegen einen durchschnittlichen Auszahlungspreis für Schlachtschweine der Klassen S bis P von 1,91 Euro je Kilogramm. Dieser lag zwei Cent unter der Vorwoche und knapp zwölf Prozent unter dem Wert der entsprechenden Vorjahreswoche. Die Zahlen lassen sich wegen ihrer unterschiedlichen Berechnung und Bezugszeiträume nicht direkt gegeneinander stellen.

Wenig Spielraum für Stallinvestitionen

Für Schweinehalter trifft der Rückgang auf eine bereits angespannte wirtschaftliche Lage. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich verweist auf laufende Kosten, Schäden durch die Dürre und geplante Investitionen in die Haltung. Kammerpräsident Franz Waldenberger sagt über den Aufbau des dafür nötigen Eigenkapitals: „Bei einem Schweinepreis auf diesem Niveau ist das schlicht nicht machbar.“ Die von der Kammer genannten Investitionssummen von 500.000 bis zwei Millionen Euro je Familienbetrieb sind ihre Einschätzung, keine allgemeingültige Kostenrechnung für jeden Hof.

Der Zeitdruck unterscheidet sich je nach Stall: Für bestimmte bestehende Haltungseinrichtungen greifen neue Anforderungen des Tierschutzgesetzes ab 1. Juni 2034; das Gesetz sieht unter Voraussetzungen individuelle Übergangsfristen vor. Die Kammer fordert höhere Investitionsförderungen und eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Bereits im Sommer berichtete Fleisch & Co über die wirtschaftliche Lage der Schweinebetriebe. Die wetterbedingten Belastungen reichen über die Tierhaltung hinaus, wie auch die ÖBKZ-Auswertung der heimischen Getreideernte zeigt.

Auch Ferkelerzeuger beobachten den Markt

Die Ferkelnotierung der Schweinebörse blieb am 23. September bei 2,25 Euro. Dennoch warnt die Landwirtschaftskammer, dass Mäster bei schwacher Wirtschaftlichkeit mit dem Einstellen neuer Tiere zögern könnten. Ob und wie stark sich das auf die Ferkelerzeugung auswirkt, hängt von der weiteren Nachfrage ab. Für die nächste Marktwoche ist entscheidend, ob Schlachtbetriebe und Verarbeitung das wachsende Angebot absetzen können, ohne dass der Preis erneut nachgibt.