Fleischer-Konjunktur 2026: Stimmung verbessert sich, Nachfrage bleibt schwach
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Die wirtschaftliche Lage der österreichischen Fleischerbetriebe zeigt im zweiten Quartal 2026 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Zwar bleiben die Umsätze real rückläufig, doch sowohl die Geschäftsstimmung als auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich gegenüber dem Vorquartal verbessert. Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor. Die Auswertung basiert auf den Angaben von 57 Fleischerbetrieben mit insgesamt 1.220 Beschäftigten.
Reale Umsätze bleiben im Minus
Im ersten Quartal 2026 lagen die nominellen Umsätze der Fleischer um 0,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig erhöhten die Betriebe ihre Verkaufspreise durchschnittlich um 1,8 Prozent. Daraus ergibt sich ein realer Mengenrückgang von 2,5 Prozent. Die gestiegenen Preise konnten den Nachfragerückgang somit nicht vollständig ausgleichen.
33 Prozent der Betriebe meldeten Umsatzsteigerungen von durchschnittlich 7,2 Prozent. 44 Prozent bewegten sich auf Vorjahresniveau, während 23 Prozent Rückgänge von durchschnittlich 7,9 Prozent verzeichneten. Insgesamt fiel die Entwicklung etwas schwächer aus als im bereits verhaltenen Vorjahresquartal.
Großkundengeschäft entwickelt sich schwieriger als der Direktverkauf
Im Geschäft mit Privatkunden blieb die Umsatzentwicklung vergleichsweise stabil. 62 Prozent der Betriebe berichteten von unveränderten Umsätzen, während 26 Prozent Rückgänge meldeten. Deutlich schwieriger entwickelte sich dagegen das Großkundengeschäft. Dort verzeichneten 44 Prozent der Unternehmen sinkende Umsätze.
Auch der Partyservice blieb unter Druck. Positiver entwickelte sich der Imbissbereich, in dem lediglich zehn Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge meldeten. Das klassische Kerngeschäft mit Fleisch- und Wurstwaren blieb für die Mehrheit der Unternehmen stabil.
Geschäftsstimmung verbessert sich gegenüber dem Jahresbeginn
Im zweiten Quartal 2026 beurteilen sechs Prozent der Fleischer ihre Geschäftslage als gut. 75 Prozent sprechen von einer saisonüblichen Entwicklung, während 19 Prozent ihre Situation als schlecht einschätzen. Damit hat sich die Stimmung gegenüber dem Vorquartal verbessert, als noch 29 Prozent eine schlechte Geschäftslage meldeten.
Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt zwar weiterhin bei minus 13 Prozentpunkten, zeigt jedoch eine spürbare Erholung gegenüber dem Jahresbeginn. Die Branche scheint sich damit langsam zu stabilisieren.
Umsatzentwicklung bleibt verhalten
Auch im zweiten Quartal setzte sich die zurückhaltende Nachfrage fort. Acht Prozent der Betriebe erzielten höhere Umsätze als im Vorjahr, 64 Prozent meldeten keine Veränderung und 28 Prozent verzeichneten Rückgänge.
Der Saldo aus Umsatzsteigerungen und Umsatzrückgängen liegt bei minus 20 Prozentpunkten. Gegenüber dem ersten Quartal stellt dies zwar eine Verbesserung dar, im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Situation jedoch angespannt.
Erwartungen hellen sich für das dritte Quartal auf
Für die kommenden Monate zeigen sich die Fleischer vorsichtig optimistischer. 18 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Umsätzen, 62 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung und 20 Prozent gehen von Rückgängen aus.
Der Erwartungssaldo verbessert sich dadurch auf minus zwei Prozentpunkte. Gegenüber dem Vorquartal bedeutet dies eine deutliche Aufhellung der Stimmung. Auch im Vergleich zum Vorjahr fällt der Ausblick spürbar besser aus.
Beschäftigung bleibt stabil
Bei der Personalplanung setzen die meisten Betriebe auf Kontinuität. 88 Prozent wollen ihren Mitarbeiterstand unverändert halten. Zehn Prozent planen Neueinstellungen, lediglich zwei Prozent rechnen mit einem Personalabbau.
Im Durchschnitt ergibt sich daraus ein geplanter Beschäftigungszuwachs von 1,4 Prozent. Damit liegt der Personalbedarf leicht über dem Niveau des Vorjahres und unterstreicht, dass viele Unternehmen trotz schwieriger Marktlage an ihren Fachkräften festhalten.
Einordnung: Erste Stabilisierung, aber noch keine Trendwende
Die aktuelle Konjunkturbeobachtung zeigt für das Fleischerhandwerk ein ausgewogeneres Bild als in einigen anderen Lebensmittelgewerben. Zwar bleibt die reale Nachfrage rückläufig, gleichzeitig verbessern sich Geschäftsklima und Zukunftserwartungen spürbar. Besonders erfreulich ist, dass viele Betriebe weiterhin Personal halten oder sogar einstellen möchten.
Ob daraus in den kommenden Quartalen wieder nachhaltiges Wachstum entsteht, wird vor allem von der Entwicklung der Kaufkraft und der Konsumnachfrage abhängen. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass sich die Branche wirtschaftlich stabilisiert, auch wenn von einer echten Trendwende noch nicht gesprochen werden kann.
Quelle: KMU Forschung Austria, Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk, Fleischer, 2. Quartal 2026.


