Kann künstliche Intelligenz den perfekten Burger entwerfen? Ein Forschungsteam der Stanford University ist dieser Frage nachgegangen und hat mit BurgerAI ein frei zugängliches Online-Werkzeug entwickelt, das Burger-Rezepte nach individuellen Vorgaben erstellt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Geschmack, sondern auch Nährwert, Nachhaltigkeit und persönliche Ernährungsziele.

Milliarden möglicher Kombinationen

BurgerAI wurde mit 2.216 bestehenden Burger-Rezepten trainiert. Anschließend analysiert das System Zutaten, Mengen und Kombinationen, um daraus völlig neue Rezeptvorschläge zu generieren. Nach Angaben der Forscher existieren theoretisch mehr als 10⁴³ mögliche Burger-Kombinationen. Eine vollständige Erprobung wäre praktisch unmöglich, weshalb KI hier als Werkzeug zur gezielten Rezeptentwicklung eingesetzt wird.

Geschmack, Nährwert und Umwelt gleichzeitig im Blick

Das Besondere an BurgerAI ist die gleichzeitige Optimierung mehrerer Kriterien. Das System bewertet nicht nur den zu erwartenden Geschmack und die Textur eines Burgers, sondern berücksichtigt auch den Nährstoffgehalt sowie den ökologischen Fußabdruck der verwendeten Zutaten. Zudem lassen sich Rezepte an Alter, Aktivitätsniveau oder persönliche Ernährungsziele anpassen.

Blindtest mit überraschendem Ergebnis

Ob die KI-Rezepte auch in der Praxis überzeugen, testete das Forschungsteam mit 101 Probanden in einem Restaurant in San Francisco. Die Teilnehmer bewerteten fünf von der KI entwickelte Burger sowie einen Big Mac als Referenzprodukt.

Dabei schnitten zwei der geschmacksoptimierten KI-Burger beim Gesamturteil, beim Aroma und bei der Textur mindestens ebenso gut ab wie der bekannte Fast-Food-Klassiker. Ein pilzbasierter Burger reduzierte den berechneten Umweltfußabdruck um mehr als eine Größenordnung gegenüber dem Vergleichsprodukt, während ein Bohnen-Burger nahezu den doppelten Ernährungswert erreichte.

Interessant auch für die Lebensmittelbranche

Für die Fleisch- und Lebensmittelwirtschaft ist das Projekt vor allem als Entwicklungswerkzeug interessant. KI könnte künftig helfen, neue Rezepturen schneller zu entwickeln, verschiedene Zielgruppen gezielter anzusprechen oder Nachhaltigkeitsziele bereits während der Produktentwicklung einzubeziehen. Ob sich solche Systeme künftig auch bei Fleischprodukten oder Hybridprodukten etablieren, bleibt abzuwarten. Die Studie zeigt jedoch, dass künstliche Intelligenz zunehmend auch in der Lebensmittelentwicklung praktische Anwendungen findet.

Hier geht es zum Burger-Tool.