13 Milliarden Euro: Qualität treibt Export

Neue Exportdaten von Statistik Austria zeigen, dass Österreich 2025 mit weniger Menge mehr Wert erzielt und verstärkt auf veredelte Agrarprodukte setzt.

Neue Exportdaten von Statistik Austria zeigen, dass Österreich 2025 mit weniger Menge mehr Wert erzielt und verstärkt auf veredelte Agrarprodukte setzt.
Julia Göschelbauer (Exportmarketing), Christina Mutenthaler-Sipek (GF AMA-Marketing) und Lorenz Mayr (Aufsichtsratsvorsitzender AMA-Marketing). © AMA-Marketing / Thomas Weinhold / LUMENTIS

13 Milliarden Euro: Qualität treibt Export

Wertschöpfung statt Masse

Österreich positioniert sich im internationalen Agrarhandel zunehmend als Land der Veredelung. Das zeigen aktuelle Exportzahlen, die AMA-Marketing im Rahmen der Grünen Woche in Berlin präsentiert hat. Vorläufige Daten von Statistik Austria für Jänner bis September 2025 belegen eine klare Entwicklung: Der Exportwert steigt, obwohl die Mengen zurückgehen. Qualität und Verarbeitung gewinnen gegenüber reinen Rohstoffexporten an Bedeutung.

Der Gesamtwert der österreichischen Agrarexporte erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2025 auf rund 13 Milliarden Euro, ein Plus von 3,2 Prozent. Gleichzeitig sank die Exportmenge um 3,7 Prozent. Die Agraraußenhandelsbilanz blieb mit minus 1,9 Milliarden Euro zwar negativ, zeigt aber eine stabile Entwicklung.

 

EU-Binnenmarkt im Fokus

Rund 80 Prozent der österreichischen Agrarexporte gehen mittlerweile in den EU-Binnenmarkt. Internationale Zölle, geopolitische Unsicherheiten und fragile Lieferketten verstärken diesen Trend. Österreich profitiert dabei von kurzen Transportwegen, harmonisierten Qualitätsstandards und einer starken Nachfrage nach veredelten Lebensmitteln.

Deutschland als wichtigster Absatzmarkt

Mit rund 40 Prozent Anteil am Exportvolumen bleibt Deutschland mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner. In den ersten neun Monaten 2025 exportierte Österreich Agrarwaren im Wert von fünf Milliarden Euro nach Deutschland, ein Plus von 3,3 Prozent. Die Importe beliefen sich auf 4,9 Milliarden Euro. Damit erzielte Österreich erneut einen positiven Handelsbilanzsaldo von 220 Millionen Euro.

Fleischwaren, Käse und Backwaren legen zu

Besonders dynamisch entwickelten sich veredelte Produkte. Wurst, Schinken und Speck aus Österreich verzeichneten ein Exportwertplus von 8,8 Prozent, bei gleichzeitig steigenden Mengen. Die Preise pro Kilogramm blieben seit 2023 stabil. Auch Käse legte nach einem schwächeren Jahr 2024 wieder deutlich zu. Der Exportwert stieg um 13 Prozent, getragen unter anderem von der Nachfrage nach proteinreichen Produkten wie Skyr.

Backwaren entwickelten sich ebenfalls sehr positiv. Die Exporte nach Deutschland stiegen um mehr als 20 Prozent im Wert. Besonders gefragt sind Feinbackwaren, Snacks und Waffeln, aber auch frisches Brot und Gebäck, das rund zehn Prozent der Ausfuhren ausmacht.

Geflügel gefragt, Rindfleisch wertstabil

Bei Fleisch zeigt sich ein differenziertes Bild. Geflügelfleisch bleibt europaweit stark nachgefragt, auch aufgrund von Produktionsausfällen durch die Vogelgrippe. Österreich exportierte trotz hoher Inlandsnachfrage mehr Menge nach Deutschland, der Exportwert stieg um 14 Prozent. Beim Rindfleisch gingen die Mengen zwar zurück, höhere Preise sorgten jedoch für ein Plus von sechs Prozent im Exportwert.

Regionale Herkunft als Verkaufsargument

Aus Sicht der AMA-Marketing bestätigen die Zahlen die strategische Bedeutung von Qualität, Herkunft und Veredelung. Ziel sei es, die regionale Herkunft der Rohstoffe und die kontrollierte Qualität stärker sichtbar zu machen. Gütesysteme wie das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel spielen dabei eine zentrale Rolle.

Österreich auf der Grünen Woche präsent

Ein sichtbares Schaufenster für diese Strategie ist die Internationale Grüne Woche in Berlin. Seit 30 Jahren organisiert die AMA-Marketing dort den Österreich-Auftritt. Von 16. bis 25. Jänner 2026 präsentieren Betriebe mit dem Gütesiegel AMA GENUSS REGION regionale Spezialitäten auf rund 500 Quadratmetern. Ziel ist es, Herkunft, Qualität und handwerkliche Verarbeitung für Konsumentinnen und Konsumenten erlebbar zu machen und die Nachfrage nach österreichischen Qualitätsprodukten nachhaltig zu stärken.