Geflügelmarkt Österreich: Mehr Hühner verkauft, Schlachthofpreise geben nach
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Der Geflügelmarkt in Österreich zeigte in der 39. Kalenderwoche zwei Bewegungen zugleich: Heimische Schlachtbetriebe verkauften laut Agrarmarkt Austria (AMA) um 16 Prozent mehr ganze Hühner als in der Vorwoche. Bei Keulen lag das Absatzplus bei 20 Prozent. Trotzdem gaben die Preise für mehrere Hühnerprodukte nach.
Geflügelmarkt Österreich: Mehr Absatz trifft auf niedrigere Abgabepreise
Bratfertige ganze Hühner in Tassenverpackung wurden von den Schlachtbetrieben im Durchschnitt um 4,07 Euro je Kilogramm abgegeben, um 23 Cent weniger als in Kalenderwoche 38. Für Hühnerfilet nennt die AMA 9,46 Euro je Kilogramm, ein Minus von neun Cent. Bei Keulen und grillfertiger loser Ware konnten die Betriebe dagegen leichte Preissteigerungen erzielen. Die genannten Beträge sind Abgabepreise der Schlachtbetriebe und keine Verkaufspreise im Geschäft.
Auch der Vergleich mit dem Vorjahr verändert das Bild: Bratfertige Tassenware lag trotz des aktuellen Wochenrückgangs noch um 5,71 Prozent über der entsprechenden Woche 2025, Hühnerfilet um 5,35 Prozent. Eine einzelne Berichtswoche belegt deshalb weder einen dauerhaften Preisrückgang noch, dass Geflügel für Konsumentinnen und Konsumenten bereits günstiger geworden ist.
Bio-Bestellungen gehen zurück
Im Bio-Segment meldet die AMA rückläufige Bestellmengen des Handels, ohne dafür in ihrem aktuellen Bericht eine konkrete Prozentzahl zu nennen. Für Betriebe ist diese Unterscheidung wesentlich: Die kräftigeren Verkäufe bei ganzen Hühnern und Keulen lassen sich nicht einfach auf jedes Sortiment übertragen.
Das kurzfristige Marktbild steht neben einem längerfristigen Befund: Im ersten Halbjahr 2026 erreichte Hühnerfleisch laut RollAMA-Auswertung zum österreichischen Fleischeinkauf einen Mengenanteil von 32 Prozent. Diese Haushaltsdaten und die aktuellen Verkäufe der Schlachtbetriebe messen allerdings unterschiedliche Marktstufen und Zeiträume.
Für Verarbeitung, Fleischerhandwerk und Handel lohnt sich daher der Blick auf die einzelnen Teilstücke: Welche Ware wird tatsächlich stärker abgerufen, und zu welchem Preis lässt sie sich absetzen? Ob das Plus bei ganzen Hühnern über die Berichtswoche hinaus anhält, werden erst die nächsten Marktdaten zeigen.




