Landwirtschaft & Umwelt

Wasserverbrauch von Mischkost bis Vegan

Mischkost, flexitarisch, vegetarisch oder vegan: Welche Ernährungsform ist für den ökologischen Wasserverbrauch am wertvollsten? Ein Überblick!

Vegane Trendlebensmittel  und Superfoods werden als nachhaltige Alternative zu Fleisch- und Milchprodukten gelobt. Dabei haben sie häufig einen fatalen Wasserfußabdruck. Zum Beispiel stammen Mandeln, die zu Milchersatzprodukten verarbeitet werden, zu 80 Prozent aus dem trockenen Kalifornien. Ein Kilogramm Frucht verbraucht dort mehr als 2.000 Liter Trinkwasser. Grund dafür ist, dass es in solchen Trockenregionen an natürlichem Niederschlag mangelt und die Pflanzen mit wertvollem Trinkwasser künstlich bewässert werden müssen.

Auch der Anbau anderer pflanzlicher Eiweißlieferanten wie Erdnüsse, Haselnüsse und Walnüsse verbraucht enorme Mengen an Wasser, das in Anbaugebieten wie der Türkei und Italien rar ist. Besonders problematisch aber ist die Avocado. Das Gewächs stammt beispielsweise zunehmend aus dem extrem wasserarmen Zentralchile und verbraucht dort pro Kilogramm rund 1.000 Liter Trinkwasser. Dieses Wasser wird der lokalen Umwelt entzogen, wodurch immer mehr Flüsse und Brunnen versiegen. In vielen Regionen ist die lokale Bevölkerung inzwischen auf rationierte Trinkwasser-Lieferungen angewiesen.

Trend-Lebensmittel und Wasser

Prinzipiell verschlechtert eine Reduktion des Fleischkonsums den Wasserfußabdruck der Ernährung deutlich. Gegenüber der „normalen“ Mischkost steigt der Wasserverbrauch bei flexitarischer, vegetarischer und erst recht veganer Ernährung erheblich. Das stellt der WWF in einer aktuellen Studie zu den Themen Wasserverbrauch und Wasserknappheit fest. So steht im Kulinarischen Kompass, der im August 2021 von WWF Deutschland herausgegeben wurde: „Mit Blick auf den Wasserknappheitsfußabdruck werden die Unterschiede noch deutlicher, da die zunehmende Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln zum Wasserknappheitsrisiko beiträgt.“ Daher ist einer der wichtigsten Hebel für nachhaltige Wassernutzung keinesfalls, auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten, sondern so weit wie möglich auf heimische Produkte zu setzen.

Der Wasserfußabdruck von Fleisch

Seit Jahren hält sich das Gerücht, ein Kilogramm Rindfleisch „verbrauche“ 15.000 Liter Wasser. Diese Angabe ist bewusst irreführend, denn sie lässt außer Acht, woher das eingesetzte Wasser stammt. Tatsächlich sind von den 15.000 Litern in der Rindfleischproduktion im weltweiten Durchschnitt nur 540 Liter Trinkwasser. Der größte Teil besteht mit mehr als 14.000 Litern aus Regenwasser, das nicht verbraucht wird, sondern sich in einem natürlichen Kreislauf befindet: Der Niederschlag versickert im Boden und wird von Pflanzen aufgenommen. Kühe fressen die Pflanzen und scheiden wiederum Flüssigkeit aus, die im Boden versickert, verdunstet und zurück in die Atmosphäre gelangt. Die restlichen gut 400 Liter des Wassereinsatzes sind Abwässer.

Keine Wasserknappheit

Für regenreiche Regionen wie Österreich ist die Wassernutzung eher unproblematisch, denn hier werden nur wenige Prozente des verfügbaren Wasserangebots genutzt. Auch aus diesem Grund würde eine Reduktion der heimischen Agrarproduktion und insbesondere der Tierhaltung, wie sie vermehrt gefordert wird, nicht zu mehr Nachhaltigkeit führen. Durch den sogenannten Leakage-Effekt würde sich die Produktion lediglich in Länder außerhalb der EU verlagern, was zu einer schlechteren Klimabilanz und einem erhöhtem Wasserfußabdruck in trockenen Erzeugungsregionen führen würde.

Die gute Wasserbilanz in Österreich  – 3 % der heimischen Wasservorräte werden jährlich verbraucht

Eine wesentliche Basis für die Bewirtschaftung der Wasserressourcen bildet die Wasserbilanz. Durch die 92 Milliarden m3 Niederschläge und 26 Milliarden m3 Zuflüsse entsteht in Österreich ein jährliches Wasservolumen von etwa 118 Milliarden m3. Ungefähr 42 Milliarden m3 Wasser gehen durch Verdunstung verloren, verfügbar sind circa 76 Milliarden m3. Davon entfällt etwa ein Drittel auf das Grundwasser. Die Wasserbilanz zeigt die im Vergleich zum Dargebot geringe Wasserentnahme. Die gesamte Wassernutzung beträgt rund 2,2 Milliarden m3. Das heißt, nur drei Prozent der heimischen Wasservorräte werden jährlich tatsächlich verbraucht. Von diesen 2,2 Milliarden m3 Wasser entfallen fast zwei Drittel auf die Industrie mit Wasser aus eigenen Brunnen oder Oberflächenwasser und 35 Prozent auf die Trinkwasserversorgung – einschließlich der mitversorgten Gewerbe- und Industriebetriebe. Die Landwirtschaft ist mit rund fünf Prozent der kleinste Verbraucher, da Österreich kein Bewässerungsland ist. Wasser dient darüber hinaus auch zur Energiegewinnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 22. März ist Weltwassertag

Der Weltwassertag findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt.
2022 lautet das Motto „Grundwasser – der unsichtbare Schatz“.

 

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung
der Informationsinitiative Fokus Fleisch
http://www.fokus-fleisch.de

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