Regionale Herkunft zahlt sich aus – wirtschaftlich wie strukturell. Die aktuelle Wertschöpfungsstudie 2025 der Agrarmarketing Tirol zeigt, dass Produkte mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ längst mehr sind als ein Herkunftsversprechen. Mit einem Umsatz von 44,5 Millionen Euro, einem Plus von 8 Prozent zum Vorjahr und rund 50 Prozent Wachstum in fünf Jahren entwickelt sich das Programm stabil nach oben.
59 Millionen Euro für die regionale Wirtschaft
Noch deutlicher wird die Wirkung beim Blick auf die Gesamtwirtschaft: Laut Analyse der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung generierten „Qualität Tirol“-Produkte 2025 eine Wertschöpfung von 59 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden 581 Arbeitsplätze gesichert und knapp 30 Millionen Euro an Steuern und Abgaben erwirtschaftet. Regionalität wirkt damit direkt in Beschäftigung, Einkommen und öffentliche Budgets.
Milch und Fleisch als Wachstumstreiber
Getragen wird dieses Wachstum vor allem von den klassischen Kernsegmenten. Milch und Milchprodukte legten auf 15,1 Millionen Euro zu, Fleisch und Fleischprodukte erreichten 15,0 Millionen Euro. Beide Bereiche zählen damit zu den stärksten Treibern innerhalb des Sortiments. Andere Warengruppen wie Obst, Gemüse oder Eier bleiben stabil und sichern die Breite des Angebots.

Am 31. März 2026 präsentierten Josef Geisler (Landeshauptmann-Stv., 3.v.l.), Matthias Pöschl (Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol, r.), Clemens Mair (Geschäftsführer Bauern Produkte Tirol GmbH, 2.v.l.) und Stefan Jenewein (Studienautor Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung) die Wertschöpfungsanalyse der „Qualität Tirol“ Produkte im Jahr 2025. © AMTirol/Markus Krapf
Premiumsegment trotz Preisdruck
Auffällig ist die Positionierung im Markt: Trotz steigender Preissensibilität behauptet sich „Qualität Tirol“ im Premiumsegment. Der Hintergrund liegt in veränderten Konsumgewohnheiten. Neben dem Preis gewinnen Faktoren wie Geschmack, Gesundheit und Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Genau hier setzt das Programm an – mit transparenter Herkunft, kleinstrukturierter Landwirtschaft und nachvollziehbarer Qualität.
Vernetzte Wertschöpfung als Erfolgsfaktor
Diese Entwicklung basiert auf einer langfristigen Strategie. Seit mehr als drei Jahrzehnten vernetzt „Qualität Tirol“ Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel entlang einer regionalen Wertschöpfungskette. Das schafft nicht nur Marktstabilität, sondern auch Vertrauen bei den Konsumentinnen und Konsumenten.
Neue Impulse durch Vertrieb
Erstmals wurde in der aktuellen Studie auch die Tiroler Bauern Produkte GmbH berücksichtigt. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 3,4 Millionen Euro, ein Plus von über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die daraus resultierende Bruttowertschöpfung liegt bei 8,3 Millionen Euro, zusätzlich werden 102 Arbeitsplätze gesichert. Die Nachfrage reicht dabei bereits über Tirol hinaus.
Klare Standards als Basis
Mit mehr als 450 zertifizierten Produkten steht das Gütesiegel für klar definierte Standards: regionale Herkunft, kontrollierte Qualität, Tierwohl und transparente Produktionsprozesse. Entscheidend ist die geschlossene Wertschöpfung innerhalb Tirols – von der Erzeugung bis zur Vermarktung.
Ein Modell mit Zukunft
Die Studie bestätigt damit einen Trend, der für das Fleischer-Handwerk ebenso relevant ist wie für die gesamte Lebensmittelbranche: Regionalität ist kein Imagefaktor, sondern ein tragfähiges wirtschaftliches Modell mit messbarem Mehrwert.





