794.200 Tonnen frisches und verarbeitetes Schweinefleisch verließen zwischen Jänner und Juni 2026 die brasilianischen Häfen – 10 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025, als 722.000 Tonnen exportiert wurden. Auch beim Umsatz legte die Branche zu: Die Erlöse stiegen um 7,9 Prozent auf 1,859 Milliarden US-Dollar, nach 1,723 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr des Vorjahres. Damit steuert Brasilien nach Einschätzung des Fleischindustrieverbands ABPA auf ein weiteres historisches Jahr für seine Schweinehaltung zu.

Juni bremst den Aufwärtstrend leicht

Im Juni allein exportierte Brasilien 132.400 Tonnen Schweinefleisch – ein Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber dem Juni 2025 (137.200 Tonnen). Auch die Erlöse gaben nach: Mit 312,8 Millionen US-Dollar lag der Juni-Wert um 8,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat (341,7 Millionen US-Dollar). Am Gesamtbild des Rekordhalbjahres änderte das allerdings nichts.

„Die Halbjahresbilanz bestätigt die Stärke der brasilianischen Schweinefleischexporte“, erklärt ABPA-Präsident Ricardo Santin. Der Sektor baue seine internationale Präsenz durch eine zunehmend diversifizierte Strategie aus, reduziere die Abhängigkeit von einzelnen Märkten und stärke seine Position in höherwertigen Zielmärkten.

Profiteur der Schweinepest in Spanien

Ein wesentlicher Treiber des brasilianischen Exportwachstums liegt außerhalb Brasiliens: Nach ASP-Ausbrüchen in der Nähe von Barcelona hatten wichtige Abnehmerländer wie die Philippinen und Japan ihre Grenzen für spanisches Schweinefleisch geschlossen. Brasilien konnte diese Lücke füllen und seine Marktanteile in Asien deutlich ausbauen.

Brasiliens Schweinefleisch-Exporte 2026 im Überblick

  • Export Jän.–Juni 2026: 794.200 t (+10 % ggü. Vorjahr)
  • Exporterlös Jän.–Juni 2026: 1,859 Mrd. USD (+7,9 %)
  • Export Juni 2026: 132.400 t (–3,5 % ggü. Juni 2025)
  • Erlös Juni 2026: 312,8 Mio. USD (–8,4 %)
  • Quelle: ABPA (Associação Brasileira de Proteína Animal)