Lebensmittelsicherheitsbericht 2025: Fast jeder zweite Betrieb für Faschiertes mit Mängeln
Editor öffnenFast jeder zweite Betrieb zur Herstellung von Faschiertem wies 2025 Mängel auf. Der aktuelle AGES-Bericht zeigt, wo Österreichs Fleischbranche jetzt handeln muss.
Die Entwicklung geht grundsätzlich in die richtige Richtung – Entwarnung gibt es dennoch nicht. Im Jahr 2025 kontrollierten die Veterinärbehörden in Österreich insgesamt 3.615 Fleischbetriebe. Bei 998 Betrieben wurden Mängel festgestellt. Das entspricht einer Quote von 27,6 Prozent.
Damit setzte sich der positive Mehrjahrestrend fort: 2021 waren noch 39,1 Prozent der kontrollierten Fleischbetriebe mangelhaft, 2024 lag der Anteil bei 29,6 Prozent. Innerhalb von vier Jahren sank die Quote somit um 11,5 Prozentpunkte. Das zeigen die aktuellen Daten des interaktiven Lebensmittelsicherheitsberichts 2025 von AGES und Sozialministerium.
Faschiertes bleibt ein neuralgischer Punkt
Besonders deutlich fallen die Ergebnisse bei Betrieben auf, die Faschiertes herstellen. Von 87 kontrollierten Unternehmen wiesen 37 Mängel auf – eine Quote von 42,5 Prozent. Keine andere ausreichend große Betriebsgruppe erreicht einen ähnlich hohen Wert.- Herstellung von Faschiertem: 37 von 87 Betrieben mit Mängeln – 42,5 Prozent
- Fleischverarbeitungsbetriebe und Konservenfabriken: 189 von 591 – 32,0 Prozent
- Farmwild- und Huftierschlachtbetriebe: 434 von 1.552 – 28,0 Prozent
- Zerlegungsbetriebe: 209 von 751 – 27,8 Prozent
- Kühlhäuser und Umpackzentren: 44 von 160 – 27,5 Prozent
- Wildbearbeitungsbetriebe: 33 von 223 – 14,8 Prozent
Hygiene verursacht mehr als die Hälfte aller Mängel
Das größte Problemfeld bleibt die Betriebshygiene. Im Jahr 2025 registrierten die Behörden 2.198 Hygienemängel. Sie machten 52,6 Prozent aller erfassten Mängelnennungen in veterinärbehördlich kontrollierten Fleischbetrieben aus.- Hygienemängel: 2.198 Fälle beziehungsweise 52,6 Prozent
- Bauliche Mängel: 862 Fälle beziehungsweise 20,6 Prozent
- Dokumentationsmängel: 563 Fälle beziehungsweise 13,5 Prozent
- Andere Mängel: 462 Fälle beziehungsweise 11,1 Prozent
- Tierschutzmängel bei der Schlachtung: 91 Fälle beziehungsweise 2,2 Prozent
347 Fleischproben wurden beanstandet
Neben den Betriebskontrollen liefert der Lebensmittelsicherheitsbericht auch Ergebnisse der amtlichen Probenziehung. In der Warenobergruppe „Fleisch und Fleischzubereitungen“ wurden 2025 insgesamt 2.972 Proben untersucht. 347 davon wurden beanstandet – das entspricht einer Quote von 11,7 Prozent. Besonders auffällig waren Wildbreterzeugnisse. Von 87 Proben wurden 34 beanstandet, also 39,1 Prozent. Bei frischem oder tiefgekühltem Wildbret waren es 30 von 130 Proben beziehungsweise 23,1 Prozent.- Wildbreterzeugnisse: 34 von 87 Proben beanstandet – 39,1 Prozent
- Sonstige Fleischerzeugnisse: 20 von 80 – 25,0 Prozent
- Wildbret, frisch oder tiefgekühlt: 30 von 130 – 23,1 Prozent
- Fleischkonserven: 8 von 37 – 21,6 Prozent
- Würste ohne Wild- und Geflügelwürste: 125 von 791 – 15,8 Prozent
- Pökel- und Räucherfleisch: 48 von 332 – 14,5 Prozent
- Rohes Fleisch, frisch oder tiefgekühlt: 32 von 1.047 – 3,1 Prozent

