Fleischerei Wanke hat geschlossen – doch der gute Wacholderspeck bleibt erhalten
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Nach 93 Jahren endet in Schladming ein Stück regionaler Lebensmittelgeschichte: Die Fleischerei Wanke hat am 12. September geschlossen. Drei Generationen lang wurde der Betrieb von der Familie geführt. Ganz verloren geht das handwerkliche Erbe jedoch nicht. Der bekannte Wacholderspeck soll weiterhin nach der überlieferten Rezeptur und sogar in der bisherigen Selche produziert werden. Wie die Kleine Zeitung berichtet, übernimmt ein Familienbetrieb aus Gröbming die Herstellung.
Drei Generationen Fleischerhandwerk
Gegründet wurde die Fleischerei 1933 vom Großvater des heutigen Inhabers Alois Wanke. Über Jahrzehnte blieb der Betrieb in Familienhand. Alois Wanke übernahm das Unternehmen 1989 und hielt bis zuletzt an der eigenen handwerklichen Produktion fest.
Für viele Schladminger war die Fleischerei weit mehr als eine Verkaufsstelle. Leberkäse, Wurstwaren und vor allem der Wacholderspeck machten Wanke zu einem festen Bestandteil der örtlichen Nahversorgung und zu einer Adresse für die klassische Jause.
Nachfolge wurde zum Problem
Hinter der Schließung stehen mehrere Entwicklungen, die kleine handwerkliche Lebensmittelbetriebe in Österreich seit Jahren beschäftigen. Wie die Kleine Zeitung berichtet, nennt Wanke neben der fehlenden Betriebsnachfolge auch zunehmende bürokratische Anforderungen und Personalmangel als Gründe für die Aufgabe. Für einen kleinen Betrieb seien diese Belastungen zunehmend schwer zu bewältigen. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Damit reicht die Geschichte über einen einzelnen Betrieb hinaus. Wenn familiengeführte Unternehmen keine Nachfolger finden, verschwinden nicht nur Geschäfte aus den Ortszentren. Mit ihnen drohen auch Produktionswissen, Rezepturen und regionale Spezialitäten verloren zu gehen.
Der Wacholderspeck bleibt
Bei Wanke soll genau das verhindert werden. Die bekannteste Spezialität des Hauses wird nach einem überlieferten Verfahren hergestellt und erhält ihren charakteristischen Geschmack in der traditionellen Selche des Betriebs.
Nach Angaben im Bericht der Kleinen Zeitung wurde bereits eine Lösung für die Weiterführung gefunden. Andreas Spanberger, der in Gröbming einen Familienbetrieb führt, soll die Produktion übernehmen. Neben der Rezeptur für den Wacholderspeck soll auch das Wissen über die Herstellung weitergegeben werden. Selbst die bisher verwendete Selche soll weiterhin zum Einsatz kommen.

Handwerkswissen bekommt eine Zukunft
Dass Produktion und Rezeptur weitergeführt werden, ist für das regionale Lebensmittelhandwerk eine wichtige Nachricht. Denn gerade traditionelle Spezialitäten leben nicht allein von schriftlich festgehaltenen Rezepten. Erfahrung bei Rohstoffen, Verarbeitung, Reifung und Räucherung entscheidet häufig über jene Qualität, die Kunden über Jahrzehnte mit einem Namen verbinden.
Die Fleischerei Wanke als Geschäft in Schladming ist damit Geschichte. Der Wacholderspeck und ein Teil des über Generationen aufgebauten handwerklichen Wissens sollen jedoch bleiben. In einer Zeit, in der viele traditionelle Lebensmittelbetriebe vor der Frage der Nachfolge stehen, ist das zumindest ein Beispiel dafür, wie ein Stück regionaler Handwerkskultur über die Betriebsgrenzen hinaus weitergeführt werden kann.

