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EU-Schweinemarkt: Notierungen in Österreich unverändert

ASP-Probleme drücken zunehmend in Europa auf die Preise

Auch in dieser Woche beeinflusst die russische Importsperre für Schweinefleisch aus der EU das Geschehen am europäischen Schlachtschweinemarkt. Während sich die Veterinäradministration der EU und Russlands auf eine gemeinsame Vorgehensweise zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und zur Regionalisierung des Einfuhrverbots geeinigt haben, erzeugt aktuell der polnische Markt Preisdruck Richtung Westeuropa.

Da Polen wegen zweier ASP-Fälle bei Wildschweinen als Exporteur für Abnehmer in Asien gesperrt wurde, sank der Preis im Land um weitere 14 Cent. Auch die Lieferungen deutscher Schweine nach Polen kam zum Erliegen. Der neuerliche Preisrückgang in der BRD um 5 Cent ist eine Folge davon. In den Niederlanden, in Belgien und Dänemark sanken die Notierungen ebenfalls, und zwar um 2 bis 4 Cent. Frankreich bildete mit plus 2 Cent die Ausnahme.

Österreich: Notierung konstant
In Österreich konnte vergangene Woche das Schweineangebot problemlos am Markt platziert werden, vereinzelt wurden auch Partien vorgezogen. Leicht unterdurchschnittliche Stückzahlen mit ebensolchen Schlachtgewichten und gut gehende Fleischaktionen im Lebensmitteleinzelhandel sorgten für flotte Umsätze bei Frischfleisch. Ganz anders ist die Lage bei Verarbeitungsfleisch: Unverständnis über Schleuderpreise und die Suche nach verfügbaren Tiefkühlkapazitäten dominieren hier die Diskussion. „Nicht zu schlachten und meine Angestellten nach Hause zu schicken, kostet mich noch mehr Geld“, beschreibt der Leiter eines Schlachtbetriebes sein Motiv zum Schweineeinkauf. Somit gelang es abermals, das verfügbare Angebot reibungslos zu disponieren und die Mastschweine-Notierung bei 1,52 Euro (Berechnungsbasis: 1,42 Euro) je kg auf unverändertem Niveau zu halten.

Weitere Entwicklung kaum absehbar
Wie sich der Schweinemarkt in den kommenden Wochen entwickeln wird, ist derzeit nur schwer vorherzusagen. „Zu viele Fragezeichen behindern eine seriöse Einschätzung. Einzig das weiterhin schwach erwartete Angebot im Inland stützt die Aussichten auf Stabilität“, erläutert Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse.

Unter den deutschen Marktteilnehmern herrscht Ratlosigkeit, was die weitere Preistendenz betrifft. „Das durchschnittliche Angebot kann ohne Probleme vollständig und zeitnah abgesetzt werden, die Marktlage ist insgesamt ausgeglichen. Daher ist aus unserer Sicht kein Spielraum für einen weiteren Preisrückgang vorhanden“, stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) fest.


Teilaufhebung des Embargos ab Mitte März

Dass Moskau kurzfristig eine Aufhebung der Importsperre gegenüber der EU veranlasst, ist wenig wahrscheinlich – obwohl russische Fleischwerke über Engpässe in der Rohstoffversorgung klagen. Ab dem 10. März dürfen die USA unter Einhaltung bestimmter Auflagen wieder Schweinefleisch nach Russland exportieren. Dadurch könnten die – jetzt ausgesetzten – Ausfuhren aus der EU zum Teil kompensiert werden. Wann genau diese Schweinefleisch-Lieferungen der US-Betriebe wieder voll aufgenommen werden, ist jedoch noch ungewiss. Experten geben außerdem zu bedenken, dass derzeit das Verhältnis zwischen Washington und Moskau aufgrund der Krim-Krise mehr als angespannt ist. Die Situation am europäischen Schweinemarkt bleibt daher weiter spannend. (Red/AIZ)

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