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65 Millionen Euro Umsatz in der Zuchtrindervermarktung

Mehr als 21.800 Tiere wurden exportiert – eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 47 Millionen Euro für heimische Betriebe.

Mehr als 21.800 Tiere wurden exportiert – eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 47 Millionen Euro für heimische Betriebe.
Trotz geringerer Tierzahlen erzielte die Zuchtviehvermarktung 2025 höhere Durchschnittspreise und 65 Millionen Euro Gesamtumsatz. Image by vieleineinerhuelle from Pixabay

65 Millionen Euro Umsatz in der Zuchtrindervermarktung

Das Vermarktungsjahr 2025 bringt für die heimischen Züchterinnen und Züchter eine insgesamt erfreuliche Bilanz. Trotz eines deutlichen Rückgangs bei den Stückzahlen blieben die Durchschnittspreise auf hohem Niveau und konnten gegenüber dem Vorjahr erneut gesteigert werden.

124 Versteigerungen und steigende Durchschnittspreise

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 124 Versteigerungen durchgeführt, um sechs mehr als im Vorjahr. Über alle Rassen und Kategorien hinweg – ausgenommen weibliche Zuchtkälber – stiegen die Durchschnittspreise um 269 Euro beziehungsweise um 11 Prozent. Bereits 2024 war ein Plus von 130 Euro verzeichnet worden.
Der durchschnittliche Verkaufspreis lag damit bei 2.728 Euro netto (2024: 2.459 Euro). Der Gesamtumsatz aus den Versteigerungen erreichte 45 Millionen Euro netto.
Insgesamt wurden 22.575 Tiere aufgetrieben. 97,0 Prozent beziehungsweise 21.894 Tiere wurden verkauft. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 3.871 Tieren.

Höchste Preise bei Stieren

Die höchsten Durchschnittspreise wurden bei den Stieren erzielt. 534 verkaufte Tiere erreichten einen Durchschnittspreis von 3.338 Euro (2024: 2.821 Euro).
7.066 Erstlingskühe wurden zu durchschnittlich 2.973 Euro verkauft (2024: 2.498 Euro).
5.670 versteigerte trächtige Zuchtkalbinnen erzielten durchschnittlich 2.609 Euro (2024: 2.566 Euro).
Die zahlenmäßig stärkste Kategorie stellten 2025 die Erstlingskühe mit 7.066 verkauften Tieren dar. Das entspricht einem Vermarktungsanteil von 32,3 Prozent. Es folgten die trächtigen Zuchtkalbinnen mit 5.670 verkauften Tieren (25,9 Prozent) sowie die Mehrkalbskühe mit 2.065 verkauften Tieren beziehungsweise 9,4 Prozent aller verkauften Tiere.

Zuchtviehexport bleibt zentrale Wertschöpfungssäule

Der Zuchtrinderexport nimmt weiterhin eine zentrale Rolle in der österreichischen Zuchtviehvermarktung ein. Von insgesamt rund 31.000 vermarkteten Tieren aus Versteigerungen und Ab-Hof-Verkäufen wurden 71,5 Prozent beziehungsweise 21.843 Tiere ins Ausland verkauft.
Den mengenmäßig höchsten Exportanteil stellte die Rasse Fleckvieh mit rund 17.130 exportierten Tieren. Das entspricht 78,4 Prozent aller exportierten Tiere. Holstein wies mit 81,7 Prozent bei 1.866 exportierten Tieren den höchsten prozentuellen Exportanteil auf.

Allein durch den Export wurde auf Basis der durchschnittlichen Preise aus Ab-Hof-Vermarktung und Versteigerungen eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 47 Millionen Euro für die heimischen Rinderbauern im Jahr 2025 erzielt.
Insgesamt wurden über die Zuchtviehvermarktung – bestehend aus Versteigerungen und Ab-Hof-Verkäufen – 30.539 Tiere verkauft. Der Gesamtumsatz belief sich auf 65 Millionen Euro. Der Großteil der Vermarktung entfiel auf die 124 Zuchtrinderversteigerungen mit 21.894 vermarkteten Tieren (71,7 Prozent), während 8.645 Tiere (28,3 Prozent) direkt ab Hof vermarktet wurden.

Preisunterschiede zwischen Rassen und Kategorien

Bei den Stieren erzielten Grauviehstiere mit einem Durchschnittspreis von 4.697 Euro bei 26 verkauften Tieren die höchsten Preise. Es folgten Fleckviehstiere mit 3.345 Euro bei 444 verkauften Tieren sowie Pinzgauer mit 2.928 Euro bei 49 verkauften Tieren.
Bei den Erstlingskühen lagen die Holsteins mit durchschnittlich 3.141 Euro bei 1.081 verkauften Tieren an der Spitze. Auch bei den Mehrkalbskühen erzielte Holstein mit 3.004 Euro bei 347 verkauften Kühen den höchsten Durchschnittspreis.
Trächtige Kalbinnen erzielten beim Fleckvieh mit durchschnittlich 2.646 Euro bei 4.918 verkauften Tieren den höchsten Preis. In der Kategorie Jungkalbinnen erreichte die Rasse Grauvieh mit 1.347 Euro bei sechs verkauften Tieren den höchsten Durchschnittspreis.

Kuh4You: Digitale Vermarktung etabliert

Seit März 2021 können über die Versteigerungsplattform www.kuh4you.at Rinder österreichweit online versteigert werden. Interessenten haben damit die Möglichkeit, von zu Hause aus mitzubieten. Zusätzlich können Tiere im Rahmen eines Treuhandkaufs auch bei physischen Versteigerungen ohne persönliche Anwesenheit erworben werden.Für Biobetriebe steht seit Jänner 2022 ein besonderes Service zur Verfügung: Die von der EU vorgeschriebene Bio-Tier-Verfügbarkeitsdatenbank ist in die Plattform integriert. Damit erhalten Interessenten einen umfassenden Überblick über das Angebot an Biotieren. Dieses Online-Angebot wurde im Zuge der Digitalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft entwickelt.