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AMA Tierwohl-Programm bald auch für Rinder

Das AMA Tierwohl-Modul für Rindfleisch soll noch in der ersten Hälfte dieses Jahres an den Start gehen. Weltweit geführte Grundsatzdiskussion in Sachen Rinderzucht.

Wie die Fleischerzeitung mehrfach berichtete, laufen derzeit auf dem Schweinefleischsektor eine Reihe von Initiativen zur Verbesserung des Tierwohls und der Tierwohl-Kennzeichnung. Etwa das Gustino Stroh-Programm der oberösterreichischen Schweinemäster. Es beruht auf dem seit Jahresbeginn angebotenen Tierwohl-Modul des AMA Gütesiegel-Programms für Schweinefleisch. Die seit kurzem von der Spar Niederösterreich lancierte Tierwohl-Eigenmarke „Tann Heimathöfe“ läuft in Zusammenarbeit mit der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf und beschränkt sich ebenfalls auf Schweinefleisch.

Das AMA Tierwohl-Modul für Rindfleisch, mit den entsprechenden Tierhaltungs-Auflagen für den Kuhstall, ist erst in Ausarbeitung, soll aber noch in der ersten Hälfte dieses Jahres an den Start gehen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Fleckvieh, das einen 75% Anteil am heimischen Rinderbestand aufweist und als Doppelnutzungsrasse Österreichs Grünlandbauern zweierlei Einkommen, nämlich aus der Milch- und der Fleischproduktion beschert. Solcherart lässt sich das Fleckvieh als die Cash Cow der kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetriebe in unserer Alpenregion bezeichnen.

Die herausragende Bedeutung, die die Fleckviehrasse in der rotweißroten Rinderwirtschaft einnimmt, mag den Bauernfamilien viele Vorteile bringen, für ein zeitgemäßes Rindfleischmarketing in Richtung Verbraucher erweist sich die alpine Kombination von Milch- und Fleischvieh als nicht unproblematisch. Denn nicht wenige Experten vertreten die Ansicht, dass manche speziell für die Fleischproduktion gezüchtete Rindenrassen Super-Premiumqualitäten liefern, wie sie vom Doppelnutzungs-Rind (dazu zählt neben dem Fleckvieh auch das Pinzgauer Rind) nicht zu erwarten sind.

Wir sind Zeugen einer weltweit geführten Grundsatzdiskussion in Sachen Rinderzucht. Der Verband Fleckvieh Austria tritt als Einzelkämpfer gegen den Rest der Rinderhalterwelt an, die mit dem Ziel der Ertragsmaximierung auf Spezialisierung setzt und deshalb zwischen der Zucht von Milch- und Fleischrassen gezielt unterscheidet. Die Broschüre des Verbandes hingegen preist das Fleckvieh als „eine exzellente Milchrasse“ an, die „jedoch ihre ausgezeichneten Fleischeigenschaften beibehalten hat. Denn im Gegensatz zu den einseitigen Milchrassen eignen sich Fleckviehkälber bestens für die Qualitätsrindermast“. Und sie setzt ökologisch eins drauf und bezieht sich auf eine Studie aus Nordcarolina, wonach „Fleischerzeugung mit Kühen aus der Milchproduktion drei- bis viermal klimaeffizienter ist“.

Die Rinderhaltung in Österreich, insbesondere die weit verbreitete Mutterkuhhaltung entspricht grundsätzlich den Vorstellungen des überwiegenden Teils der Bevölkerung. Das Fleisch von Rindern aus den extensiven Haltungsgebieten der Berg-, Alm- und Weideregionen ist vielfach durch entsprechende Programme unter Bezeichnungen wie Bio-, Berg-, Alm- und Weiderindfleisch bereits erhältlich.

Im Bereich der spezialisierten, intensiven Rindermast entsprechen bereits jetzt mindestens 1000 bäuerliche AMA-Gütesiegelbetriebe den Anforderungen des ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) für Tierschutz-Stallhaltung – und darauf baut das AMA-Zusatzmodul „mehr Tierwohl“ auf. „Es kann schon Sinn machen, diese Rindermastbetriebe – überwiegend sind dies Stiermastbetriebe – gesondert hervorzuheben“, sagt Herfried Marcher von Österreichs größtem Schlacht- und Zerlegeunternehmen, den Marcher Fleischwerken

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