ÖBKZ Eigenwerbung

Ja, es gibt sie erfreulicherweise noch, diese unermüdlichen jungen Fleischer, die sich in diesem wunderbaren Handwerk selbstständig machen. Stefan Rohrer ist einer davon. Wobei man zugeben muss, dass ihm die Berufung zu dieser Profession eigentlich schon in die Wiege gelegt wurde. Bereits Großvater Josef Rohrer I. und Vater Josef Rohrer II. betrieben am Standort in Siegendorf eine klassische Fleischerei.
Die Geschichte des Unternehmens begann 1939, als der Großvater die Fleischerei Pichler im Ort übernahm, nachdem deren Besitzer früh verstorben war. Ab 1978 lenkte die zweite Generation die Geschicke des Unternehmens, wobei dieser Weg keineswegs von Anfang an feststand.
Josef Rohrer II. war nämlich nicht nur gelernter Fleischer, sondern auch erfolgreicher Fußballer beim SC Eisenstadt in der ersten österreichischen Liga. Ein Angebot des Rekordmeisters Rapid lag bereits vor. Daraufhin stellte ihn sein Vater vor die Wahl: „Rapid oder die Fleischerei!“

Von Siegendorf nach Thailand

Josef Rohrer II. entschied sich für die Fleischerei, und die Familie und verlegte den Betrieb bald darauf an die heutige Adresse.
Stefan Rohrer absolvierte die Lehre im elterlichen Betrieb, ging danach für fünf Jahre nach Thailand. In der königlichen Residenzstadt Hua Hin führte er einen Gastronomiebetrieb. Dort lernte er auch seine Frau Sirintra kennen und lieben. 2011 kam Tochter Selina zur Welt und machte das private Glück perfekt.
2014 entschied sich die kleine Familie für die Übersiedlung nach Österreich. Nach einiger Zeit wurde die Sehnsucht, wieder selbstständig eine Fleischerei zu führen, immer größer. Das Problem: Der Vater hatte den Betrieb inzwischen pensionsbedingt geschlossen.
Der Aufwand, eine neue Betriebsanlagengenehmigung zu erhalten, kostete Stefan Rohrer viel Zeit und Nerven. „Das war aufreibend und unglaublich anstrengend. Ich bin für einige Wochen nach Thailand gefahren, um wieder runterzukommen. Als endlich der positive Bescheid der Behörde eintraf, konnte ich endlich loslegen.“

Leberkäse als klares Konzept

2018 ging es mit der Fleischerei Rohrer in dritter Generation weiter. Von Anfang an hatte Stefan Rohrer ein spezielles Unternehmenskonzept im Kopf: Bis auf wenige Ausnahmen wollte er sich ganz auf Leberkäse konzentrieren.
„Das ist und bleibt der beliebteste Snack von Herrn und Frau Österreicher. Deshalb habe ich mich entschieden, 90 Prozent meiner Produktion dem Leberkäse zu widmen.“
Elf Sorten bilden den Kern der Produktion: der klassische „Jo, i“, Pikant, Käse-Leberkäse, Chili, Chili-Käse, Pizza, Bauern-Leberkäse, Pferdeleberkäse, Röstzwiebel, Knoblauch und „El Regente“. Letzterer ist eine würzig-scharfe Version, die ursprünglich für den ehemaligen Bürgermeister von Siegendorf zu einem runden Geburtstag entstanden ist.

Very british: Marple King mit Smoked Pork Belly Burnt Ends ist mit Ahornsirup karamellisiert. © Beigestellt
Very british: Marple King mit Smoked Pork Belly Burnt Ends ist mit Ahornsirup karamellisiert. © Beigestelltmehr anzeigen
Würzig gut: Leberkäse Don Padre punktet mit Chili-con- Carne-Style. © Beigestellt
Würzig gut: Leberkäse Don Padre punktet mit Chili-con- Carne-Style. © Beigestelltmehr anzeigen
Pulled Beef und eingelegte Rotweinzwiebel: der Leberkäse Chicago, aus Wurst- und Salamispezialitäten produziert. Hier wird er für die Kundschaft präsentiert. © Beigestellt
Pulled Beef und eingelegte Rotweinzwiebel: der Leberkäse Chicago, aus Wurst- und Salamispezialitäten produziert. Hier wird er für die Kundschaft präsentiert. © Beigestelltmehr anzeigen
Very british: Marple King mit Smoked Pork Belly Burnt Ends ist mit Ahornsirup karamellisiert. © BeigestelltWürzig gut: Leberkäse Don Padre punktet mit Chili-con- Carne-Style. © BeigestelltPulled Beef und eingelegte Rotweinzwiebel: der Leberkäse Chicago, aus Wurst- und Salamispezialitäten produziert. Hier wird er für die Kundschaft präsentiert. © Beigestellt

Bis zu 80 Sorten

Je nach Saison und Anlass werden in der handwerklichen Manufaktur insgesamt bis zu 80 verschiedene Sorten hergestellt. Passend zur Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko bietet Stefan Rohrer derzeit drei spezielle Varianten an: „Chicago“ mit Pulled Beef und Rotweinzwiebeln, „Maple King“ mit geräuchertem Schweinebauch und karamellisiertem Ahornsirup sowie „Don Padre“ mit Chili con Carne aus Rind- und Schweinefleisch, Paradeisern, roten Bohnen, Zuckermais, Zwiebeln und speziellen Gewürzen.
„Meine Kreationen werden begeistert aufgenommen“, freut sich der Kreativfleischer. Ergänzt wird das Leberkäsesortiment durch einige typische Fleischerschmankerln: Bauernspeck klassisch, Bauernspeck mit Chili und Knoblauch, dünner Seitenspeck, Rinderschinken, Karreeschinken, Wienerwurst und Pannonische Paprikawurst.
Das Rohmaterial für seine Spezialitäten bezieht Stefan Rohrer von den beiden familiengeführten Schlachthöfen Dachsberger und Grandits. Seine Geschmackskreationen entwickelte er gemeinsam mit dem niederösterreichischen Gewürzprofi Kavo und dessen Geschäftsführer Jürgen Schoof.
„Das waren die Einzigen, die bei meinem Start in Österreich 2018 sofort auf meine Anfrage reagiert haben. Alle anderen haben mich ignoriert. Deshalb habe ich, bis auf wenige Ausnahmen, fast ausschließlich Gewürze und Gewürzmischungen von Kavo im Einsatz und bin ausgesprochen zufrieden“, berichtet Stefan Rohrer.
Kavo-Chef Jürgen Schoof bestätigt die ausgesprochen gute Zusammenarbeit: „Der Stefan ist ein unendlich neugieriger Tüftler. Mit ihm können wir immer wieder neue Kreationen entwickeln.

Bettcher / Oktober – November 2026

Klein, flexibel und gut vernetzt

Stefan Rohrer betreibt eine kleine Filiale in Eisenstadt. Dort ist neben seiner Frau auch seine einzige Angestellte tätig. Daneben steht am Betriebsstandort ein Foodtruck, der einen wichtigen Teil des Geschäfts bildet. Unterstützt wird der einfallsreiche Fleischer natürlich von seiner Gattin, aber auch Mutter und Vater helfen mit, wenn es notwendig ist. Sein Hauptgeschäft macht Rohrer mit Sportplätzen, Caterern, der Militärakademie in Wiener Neustadt und kleineren Kaufleuten.
Warum „Da Rohrer“? Die Idee für den Firmennamen „Da Rohrer“ entstand aus zwei Geschichten. Zum einen wurden Stefan und sein Bruder schon als Kinder, als der Vater noch den Betrieb führte, von den Leuten immer wieder gefragt: „Bist du da Rohrer?“ Zum anderen ist es in Thailand üblich, dass jeder einen kurzen Spitznamen trägt. Und wie es der Zufall wollte, wurde Stefans Frau Sirintra „Da“ genannt. Damit war die Namensgebung für den Betrieb in dritter Generation fast schon vorgegeben: Da Rohrer.

Autor: HaRo