Die Gulfood in Dubai (VAE) zählt seit Jahren zu den wichtigsten internationalen Plattformen der Lebensmittelwirtschaft – und bestätigte diese Rolle auch 2026 eindrucksvoll. Mit der Erweiterung des Messegeländes um zusätzliche Hallen auf dem ehemaligen Expo-Areal erreichte die Veranstaltung erneut eine neue Dimension. Aussteller aus 195 Ländern und allen sieben Kontinenten präsentierten ihre Produkte, Konzepte und Marktstrategien. Diese internationale Dichte und Vielfalt ist ein zentrales Merkmal der Gulfood und macht sie zu einem Treffpunkt für Produzenten, Händler, Verarbeiter und Entscheider aus der globalen Lebensmittel- und Fleischwirtschaft.
Ein wesentlicher Unterschied zu europäischen Leitmessen wie der Anuga oder Sial liegt im jährlichen Turnus der Gulfood. Dadurch entsteht eine spürbar höhere Dynamik: Marktveränderungen, neue Akteure und strategische Verschiebungen werden hier in kürzeren Abständen sichtbar. Für Fachbesucher bietet die Messe eine sehr aktuelle Momentaufnahme internationaler Entwicklungen – und einen direkten Blick auf Märkte, die sich deutlich in Bewegung befinden.
Hohe Qualität in der Fleischhalle
Neben der stark frequentierten Top-Brand-Halle lag der Fokus erneut auf der Fleischhalle. Die Bandbreite und Dichte an Fleischprodukten ist in dieser Form kaum zu übertreffen. Dominant vertreten waren die klassischen Beef-Country-Global-Player wie Argentinien, Brasilien, Paraguay, Kanada, die USA und Japan.
Japan überzeugte mit klar strukturierter Präsenz und einer eigenen Workshop-Zone, Kanada mit einer breiten Darstellung seiner Produzenten und Qualitäten. Die USA traten in diesem Jahr deutlich zurückhaltender auf, während Spanien gemeinsam mit Irland eine starke europäische Präsenz zeigte. Beachtenswert waren zudem die Auftritte von Polen, Frankreich, England und auch Russland, das mit einer bemerkenswert hohen Produktqualität auffiel.
Auffällig war, dass viele Fleischdisplays kompakter gestaltet waren als in den Vorjahren. Gleichzeitig wurde dies durch ein ausgesprochen umfangreiches Rahmenprogramm mehr als ausgeglichen. Talkrunden, Podiumsdiskussionen, Fachformate und Workshops mit internationalen Spitzenköchen sorgten für inhaltliche Tiefe und einen intensiven fachlichen Austausch.
Aftershow-Events vom Feinsten
Auch jenseits der offiziellen Messezeiten zeigte die Gulfood ihre besondere Rolle. Zahlreiche Aftershow-Veranstaltungen in Restaurants und ausgewählten Locations griffen die Messethemen auf und setzten sie kulinarisch fort. Diese Formate sind kein Beiwerk, sondern Teil des Konzepts: Netzwerken, Austausch und Marktentwicklung finden hier bewusst auch außerhalb der Messehallen statt.
Insgesamt bestätigt die Gulfood ihren Stellenwert als Messe mit hoher internationaler Dynamik. Sie dient nicht nur der Marktbeobachtung, sondern auch als wichtiger Ort für persönliche Gespräche, neue Kontakte und Impulse, die weit über die Messe hinaus wirken.
Autor: Ronny Paulusch







