
Die Fleischerei Rzepa, die seit 1824 besteht, hat mit Thomas Rzepa einen neuen Geschäftsführer. Er übernahm die Leitung des Schremser Unternehmens von seiner Schwester Anna.Eigentlich wollte Thomas Rzepa nicht in die Fußstapfen seiner Eltern Sonja und Josef treten, blickt er im Gespräch zurück: „Ich hatte immer gute Noten und wollte studieren.“ Das tat er auch. Nach der Matura am Gymnasium Gmünd und dem Grundwehrdienst beim Bundesheer studierte er fünf Jahre lang an der Montanuniversität in Leoben.
„In der Ferne leben war nicht das meine. Ich wollte wieder heim“, sagt er. Das war 2014. Kurze Zeit später hatte er die Gesellenprüfung als Fleischverarbeiter in der Tasche, im Juni 2018 folgte die Fleischermeisterprüfung, die er mit Auszeichnung abgelegt hat. Zwischenzeitlich führte Schwester Anna das Unternehmen, die aus privaten Gründen aus dem Unternehmen ausgeschieden ist und jetzt einen neuen Weg einschlagen will.
Verlässliche Qualität geht vor Expansion
„Anna und ich haben meinen Vater zu seinem 60. Geburtstag mit unserer Zusage, dass wir den Fleischerbetrieb weiterführen, überrascht.Unsere Eltern waren nämlich bis dahin der Meinung gewesen, dass niemand den Betrieb weiterführen werde“, so Rzepa, der auf ein Team von elf Mitarbeitern baut. Auch die Eltern helfen noch.Sein Ziel ist es, den Betrieb in siebenter Generation in der bestehenden Größe weiter zu führen: „Denn würden wir mit Filialen expandieren, dann wäre ich ein Verwalter und kein Fleischhauer mehr. Ich will unsere treuen Kunden in Schrems weiterhin mit vollem Engagement betreuen.“
Dazu wurde das Geschäft in der Schulgasse in den Semesterferien modernisiert und umgebaut. „Es wurde alles auf den letzten Hygienestandard gebracht. Unter anderem wurden neue Kühlungen, eine neue warme Theke und ein regionales Eck für Produkte aus der Region eingebaut“, erzählt Rzepa, der dafür rund 200.000 Euro investiert hat. Mit voller Power sieht der Jungunternehmer auch dem 200-jährigen Bestandsjubiläum im Jahr 2024 des Familienbetriebes zuversichtlich entgegen.
Autorin:Karin Pollak/NÖN