Bio vom Berg wächst weiter: Bioalpin meldet Umsatzplus und stärkt Marktposition

Bio vom Berg wächst weiter: Bioalpin meldet Umsatzplus und stärkt Marktposition
Stabiles Wachstum nach Phase der Zurückhaltung
Die Erzeugergenossenschaft Bioalpin setzt ihren Wachstumskurs fort. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz auf 16,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent. Gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Tiroler Bauernprodukte GmbH belief sich der Gesamtumsatz auf 17,2 Millionen Euro, ein Zuwachs von 7,6 Prozent.
Für Obmann Simon Wolf ist diese Entwicklung ein klares Signal des Marktes. Nach einer inflationsbedingten Phase der Stagnation kehre die Nachfrage spürbar zurück. Es gebe eine stabile, überzeugte Kundenschicht, die gezielt zu regionalen Bio-Produkten greife und das dahinterstehende Werteversprechen mittrage.
Neue Impulse erwartet sich die Genossenschaft zudem von der Präsenz auf der Biofach in Nürnberg, der weltweit wichtigsten Fachmesse für Bio-Lebensmittel.
MPREIS bleibt stärkster Absatzpartner
Größter Vertriebspartner bleibt der Tiroler Lebensmitteleinzelhändler MPREIS. Über diese Kooperation erzielte Bioalpin einen Umsatz von 12,6 Millionen Euro, was einem Plus von 2,2 Prozent entspricht.
Für Geschäftsführer Björn Rasmus geht die Zusammenarbeit weit über eine klassische Handelsbeziehung hinaus. Sie schaffe Stabilität und Planungssicherheit für die Produzentinnen und Produzenten. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sei diese Verlässlichkeit ein zentraler Faktor.
Auch auf Seiten des Handels wird die Partnerschaft als strategisch wichtig bewertet. MPREIS verweist auf die Bedeutung der Marke für die regionale Positionierung. Herkunft, Qualität und die enge Verbindung zu bäuerlichen Betrieben würden von den Kundinnen und Kunden bewusst nachgefragt. Die positive Entwicklung bestätige diesen Kurs entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Umsatz wächst, Erträge bleiben unter Druck
Trotz steigender Erlöse bleibt die Ertragslage angespannt. Das genossenschaftliche Modell sieht vor, dass ein Großteil der Wertschöpfung direkt bei den Erzeugerbetrieben ankommt. Entsprechend begrenzt sind die Möglichkeiten, Rücklagen innerhalb der Genossenschaft aufzubauen.
Obmann Wolf spricht hier von keinem Widerspruch, sondern von einem Ausdruck des Geschäftsmodells. Perspektivisch werde es dennoch notwendig sein, finanzielle Reserven zu stärken, um die Organisation krisenfester aufzustellen.
Bioalpin baut Dienstleistungsfunktion aus
Parallel zum Marktwachstum entwickelt sich Bioalpin zunehmend zu einem professionellen Dienstleistungs-Knotenpunkt für seine Mitglieder. Das Leistungsspektrum reicht von Produktentwicklung und Deklaration über Verpackungsgestaltung und Disposition bis hin zu Vertrieb, Datenmanagement und Marketing.
In Infrastruktur und Personal wurde gezielt investiert, um diese Strukturen auszubauen. Ziel ist es, Synergien zu bündeln, Marktzugänge zu sichern und Betriebe organisatorisch zu entlasten. Viele Mitglieder könnten sich dadurch stärker auf ihre landwirtschaftliche Produktion konzentrieren, während Vermarktung und Administration zentral organisiert werden.
Tochtergesellschaft erschließt neue Märkte
Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die gemeinsam mit Agrarmarketing Tirol aufgebaute Tochtergesellschaft Tiroler Bauernprodukte. Über diese Plattform konnten zusätzliche Absatzkanäle erschlossen werden.
Dazu zählen Belieferungen von Großküchen in Tirol und Wien ebenso wie Auftritte bei internationalen Sportveranstaltungen. Produkte von BIO vom BERG waren zuletzt unter anderem beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel sowie beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen präsent. Auch im Tirol Haus im Rahmen der Olympischen Spiele Cortina Milano kamen Besucher mit Bio-Produkten aus Tiroler Berglandwirtschaft in Kontakt.
Deutschland als nächster Wachstumsschritt
Zunehmend richtet Bioalpin den Blick über die Landesgrenzen hinaus. Der deutsche Markt gewinnt strategisch an Bedeutung. Zu den Abnehmern zählen unter anderem die Bio-Handelskette dennree sowie Fachhandelsunternehmen wie Weiling oder LPG Berlin.
Der deutsche Biomarkt überschritt 2025 ein Umsatzvolumen von 18 Milliarden Euro. Gleichzeitig bleibt die heimische Produktion hinter der Nachfrage zurück. Daraus ergeben sich zusätzliche Absatzchancen für exportorientierte Produzenten aus dem Alpenraum.
Messeauftritt als Signal Richtung Export
Die Teilnahme an der Biofach vom 10. bis 13. Februar in Nürnberg unterstreicht diese Internationalisierungsstrategie. Gemeinsam mit derBio-Metzgerei Juffinger präsentiert sich BIO vom BERG dort als Botschafter einer familiär geprägten, bergbäuerlichen Bio-Landwirtschaft.
Im Zusammenspiel mit der Marke Tirol positioniert sich der Auftritt bewusst als kulinarische Visitenkarte einer nachhaltig bewirtschafteten Kulturlandschaft.
Kleinstrukturierte Betriebe im Fokus
Trotz positiver Marktsignale bleibt die wirtschaftliche Lage vieler kleinstrukturierter Höfe herausfordernd. Steigende Kosten erhöhen den Druck auf die Produktion.
Bioalpin sieht seine Rolle daher nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der langfristigen Sicherung dieser Strukturen. Die Vielfalt der Betriebe bilde die Grundlage für Qualität, Glaubwürdigkeit und regionale Identität. Diese gelte es zu erhalten, um die Tiroler Bio-Berglandwirtschaft zukunftsfähig zu halten.