Trendfood 2026: Zwischen Ballaststoff-Boost, Hybridfleisch und Geflügelboom

Trendfood 2026: Zwischen Ballaststoff-Boost, Hybridfleisch und Geflügelboom
Bewusste Ernährung wird Markttreiber
Der Wunsch nach gesunder, ausgewogener Ernährung prägt das Konsumverhalten stärker denn je. Was lange als Nische galt, entwickelt sich zunehmend zum wirtschaftlichen Faktor für Fleischverarbeiter, Handwerk und Industrie. Funktionale Rezepturen, optimierte Nährwerte und neue Rohstoffkombinationen stehen im Fokus.
Auch in Österreich beobachten Produzenten und Verarbeiter eine steigende Nachfrage nach Produkten, die Genuss und ernährungsphysiologischen Mehrwert verbinden. Gefragt sind Lösungen, die sich in bestehende Produktionsprozesse integrieren lassen und gleichzeitig neue Zielgruppen erschließen.
Fibremaxxing: Ballaststoffe im Fokus
Functional Food bleibt einer der stärksten Innovationstreiber. Ein zentrales Schlagwort lautet „Fibremaxxing“ – der gezielte Einsatz von Ballaststoffen in Alltagsprodukten, Snacks und Convenience-Segmenten.
Ballaststoffe gelten ernährungsphysiologisch als wertvoll. Sie unterstützen die Verdauung, fördern das Sättigungsgefühl und können präbiotische Effekte entfalten. Damit treffen ballaststoffangereicherte Produkte den Nerv gesundheitsbewusster Konsumentinnen und Konsumenten.
Für die Praxis bedeutet das neue Spielräume in der Produktentwicklung. Zutatenlösungen ermöglichen cremige, streichfähige Anwendungen ebenso wie die Aufwertung bestehender Fleischprodukte. Auch die Nutzung von Abschnitten aus Brühwurst oder Schinken zur Entwicklung ballaststoffreicher Erzeugnisse eröffnet wirtschaftliche Potenziale entlang der Wertschöpfungskette.
Hybridprodukte verbinden Fleisch und Pflanzen
Hybride Fleischprodukte gewinnen weiter an Bedeutung. Sie kombinieren tierische Rohstoffe mit pflanzlichen Bestandteilen und sprechen damit Flexitarier ebenso an wie klassische Fleischkonsumenten mit Gesundheitsfokus.
Der Vorteil liegt in der Balance. Weniger Fleischanteil kann Fett- und Cholesteringehalte reduzieren, während Ballaststoffe und alternative Proteine das Nährwertprofil ergänzen. Neben Gemüse kommen heute verstärkt Erbsenprotein oder Mycoprotein zum Einsatz.
Technologisch braucht es dafür stabile Rezepturen. Spezielle Funktionsmischungen sorgen für Bindung, Struktur und Bissfestigkeit, etwa bei hybriden Bratwürsten. Gerade im Imbiss- und Grillsegment entstehen so Produkte, die vertrauten Geschmack mit zeitgemäßen Ernährungsansprüchen verbinden.
Für österreichische Betriebe bietet das Segment Chancen zur Differenzierung – vom LEH über die Gemeinschaftsverpflegung bis hin zum klassischen Fleischerhandwerk.
Geflügel bleibt Wachstumstreiber
Parallel dazu setzt sich der Aufwärtstrend bei Geflügelfleisch fort. Huhn und Pute gelten als proteinreich, fettarm und vielseitig einsetzbar. Damit erfüllen sie zentrale Erwartungen moderner Ernährung.
In Österreich gewinnt Geflügel auch durch Tierwohlprogramme, Herkunftskennzeichnung und Qualitätsinitiativen an Bedeutung. Premiumkonzepte, Transparenz in der Aufzucht sowie reduzierte Zusatzstoffe stärken das Vertrauen der Konsumenten.
Technologisch reicht die Bandbreite von klassischen Wurstwaren über Ready-Meal-Lösungen bis zu salzreduzierten oder funktional optimierten Anwendungen. Geschmack, Textur und Haltbarkeit bleiben dabei entscheidende Stellschrauben.
Innovation als Chance für die Branche
Die aktuellen Entwicklungen zeigen klar: Gesundheit und Genuss schließen einander nicht aus. Ballaststoffangereicherte Rezepturen, hybride Konzepte und Geflügelinnovationen eröffnen Herstellern neue Vermarktungswege.
Für Österreichs Fleischwirtschaft bedeutet das vor allem eines: Wer Trends früh erkennt und technologisch umsetzt, kann sich nachhaltig im Wettbewerb positionieren – vom Handwerksbetrieb bis zur Industrieproduktion.

