Alfred Macheiner ist schon aus einem ganz besonderen Stu?ck Holz geschnitzt. Der gelernte Maurer, der mit
seiner Lebensgefa?hrtin Claudia Kocher die Fleischerei Schader in Tamsweg fu?hrt, entschied sich 2002 nach dem plo?tzlichen tragischen Tod der Eltern seiner Partnerin seinen angestammten Beruf von heute auf morgen aufzugeben und gemeinsam mit der HAK-Absolventin den Betrieb zu u?bernehmen.
Praktisch ohne fachliche Kenntnisse und auf das Know-how ihrer Produktionsmitarbeiter angewiesen, erhielten die beiden die fu?r den Fortbestand der Fleischerei notwendige Nachsicht der Standesvertretung, weil Claudia Kocher schon seit Mitte der 80er-Jahre im elterlichen Betrieb ta?tig gewesen war und gelernte Fachkra?fte im Unternehmen angestellt waren. Den Maurerberuf beherrscht Macheiner immer noch, aber als Fleischer ohne abgeschlossene Ausbildung macht er sich mindestens genauso gut. Nach 21 Jahren Praxis fehlt ihm schlicht und einfach die Zeit, um die Gesellen- bzw. Meisterpru?fung nachzuholen. Unterschied bemerkt man keinen, die Spezialita?ten der Fleischerei Schader genießen weit u?ber den Lungau hinaus Anerkennung. Zahlreiche Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Qualita?tswettbewerben sind beredtes Zeugnis der hohen Handwerkskunst, die in Tamsweg ausgeu?bt wird.
Meisterliches Handwerk bei Schader
In der Tat, wenn man die Produkte und Schmankerln aus dem Hause Schader verkostet, dann muss auch der kritischste Feinschmecker neidlos anerkennen, dass hier absolute Experten der Fleischerzunft am Werk sind. Die wohl bekannteste Kreation der Fleischerei ist die Preberwurst, benannt nach dem Hausberg von Tamsweg. Der 2.740 Meter hohe Preber za?hlt im Winter zu den beliebtesten Skitouren-Bergen in den Schladminger Tauern, er wird aber auch im Sommer sehr gerne besucht. Der Gipfel des Prebers befindet sich direkt an der Grenze zwischen Salzburg und der Steiermark. Am Fuße des Prebers befindet sich der Prebersee, dieser ist Ausgangspunkt fu?r die meisten Bergtouren auf den Preber und durch das Preberseeschießen bekannt. Diese Preberwurst ist eine ganz besondere Dauerwurst. Besteht sie doch ausschließlich aus hochwertigem Rindfleisch und darf bis zu 40 Prozent an Feuchtigkeit verlieren.
Dem Kenner rinnt bei solchen Informationen bereits das Wasser im Mund zusammen. Egal, ob hauchdu?nn geschnitten oder als ordentliches Wurstradl fu?r das Mundgefu?hl, die Preber begeistert durch ihr wu?rzig-kra?ftiges Aroma mit ausgepra?gtem harmonischem Rindfleischgeschmack. Doch auch die weiteren Produkte aus dem Familienbetrieb brauchen sich nicht zu verstecken. Der ko?stlich intensive Kra?uterblock, die feine Hirschsalami oder die „Z’sammsetzen-Wurst“, eine Rinder-Dauerwurst mit Walnusseinlage, um nur einige der geschmacklichen Ho?hepunkte aus dem Schader-Sortiment zu nennen. Erwa?hnt werden muss auch das breite Hauswu?rstel-Sortiment mit Sorten wie Chili-, Blumen-, Knoblauch- oder Pfeffer-Hauswu?rstel. Der Speck und andere Rohpo?kelklassiker du?rfen in der gebirgigen Umgebung natu?rlich auch nicht fehlen: Schinken-, Karree- und Bauchspeck, Osso Collo und Bu?ndner Fleisch lassen die Genießerherzen ho?herschlagen. Der Leberka?se als Imbiss-Klassiker ist in drei Sorten aus der heißen Theke ebenso wenig wegzudenken wie Ku?mmelbraten, Bratwu?rstel und Fleischlaibchen. Fu?r Fleischaficionados steht zudem ein Dry Ager gut befu?llt mit edlen Teilen zur Verfu?gung.
Neues Hauptgescha?ft 2015 und neuer Betrieb samt Filiale 2020
Doch was nu?tzt das beste Sortiment, wenn das Ambiente nicht mehr passt? 2015, also nach mehr als 30 Jahren, war es daher an der Zeit, einen kompletten Umbau beim Hauptgescha?ft am Postplatz in Tamsweg vorzunehmen. „Aus alt mach’ neu“ war die Schadersche Devise. Das Ladenkonzept im alten Gescha?ft war zu dunkel, die Theke arbeitete nicht mehr effizient und die Ware war kaum einsehbar. Damit stand die Inhaberfamilie vor einer besonderen Herausforderung. Gemeinsam mit dem deutschen Ladenbauprofi Aichinger und dessen o?sterreichi- schem Vertriebsleiter Ernst Sommerauer setzte man einen wahren Traumladen in Szene. Auf mehr als 7,5 Meter Thekenla?nge ist nun genug Platz fu?r die ausgewa?hlten Ko?stlichkeiten. Ein perfekt integrierter Ku?hlschrank im Ru?ckbereich der Thekenanlage bietet einen großzu?gigen Einblick auf die besten Stu?cke der Fleischerei. Hier findet man die traditionell handwerklich hergestellten Fleisch- und Wurstwaren.

Ein wunderbares Beispiel fu?r ein modernes Fachgescha?ft. Die neue Filiale der Fleischerei Schader ist ein wahrer Genusstempel. © Michaela Begsteiger
Warme Holzto?ne
Um den urigen Eindruck des Geba?udes im Ladenkonzept mit aufzunehmen, setzten die Einrichte-Profis ganz auf warme Holzto?ne. Die perfekt abgestimmte Ladenbeleuchtung generiert einen einzigartigen Wohlfu?hl-Charakter. Der großzu?gige Einsatz von Spiegeln la?sst das Gescha?ft deutlich gro?ßer, wa?rmer, freundlicher und nochmals heller wirken. Absolutes Highlight des neuen Gescha?fts ist aber ein ho?lzernes Wasserrad, das als zusa?tzliches Warenpra?sentationsdetail perfekt integriert wurde. Der Komplettumbau hat der Fleischerei Schader sichtlich gutgetan und den rund 100 Quadratmeter großen Laden zu einer kulinarischen Wohlfu?hloase gemacht, die wirklich zum Verweilen verfu?hrt. Das gleiche Konzept verfolgte man 2020 bei der Filiale, die in den neu errichteten Produktionsbetrieb eingebettet wurde. Wiederum entschieden sich die Schaders fu?r Aichinger als bereits bewa?hrten Ladenbaupartner. Wiederum sind es die warmen Holzto?ne, die dominieren, allerdings in einer wesentlich helleren Umgebung, bedingt durch die reine Glasfassade.
Auch das neue, rund 80 Quadratmeter große Fachgescha?ft vermittelt den aus dem Hauptgescha?ft bekannten Wohlfu?hlcharakter. Rund 30 Sitzpla?tze zeigen auch, dass man an diesem Standort sehr stark auf das Mittags- und Jausengescha?ft setzt. Eine großzu?gig angelegte Ku?che sorgt fu?r ein gutes Arbeitsklima und fu?r ausreichend Platz fu?r den Chefkoch und sein Team. Gilt es doch, nicht nur die hungrigen Ma?uler vor Ort zu stopfen, sondern auch viele Hausmannskostklassiker im Glas vorzubereiten, weil diese Fertigmenu?s ebenso sehr gerne eingekauft werden.

Ebenso neu wie der Betrieb wurde auch der 90-Liter-Kutter von KG Wetter angeschafft, der von Gramiller installiert wurde. © HaRo
Moderner Produktionsbetrieb
Der am Ortsrand in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem großen Diskontmarkt errichtete neue Betrieb weist eine Produktionsfla?che von rund 420 Quadratmetern auf. Besonders angenehm: Fu?r die Kunden stehen Dutzende Parkpla?tze zur Verfu?gung, fu?r dauernde Frequenz ist gesorgt. Und selbstversta?ndlich hat Alfred Macheiner auch die Zukunft im Blick: Der Betrieb ist so angelegt, dass die Produktion durchaus noch gesteigert werden kann. Neu angeschafft haben die Schaders u?brigens auch den 90-Liter-Kutter von KG Wetter, der von Gramiller installiert wurde. Alles in allem bietet die Fleischerei Schader 25 Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz in einer tollen Teamatmospha?re unter modernsten Arbeitsbedingungen. Und ihren Stammkunden hervorragende Produkte …
Autor: HaRo







