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Schirnhofer meldete Insolvenz an

Der Öststeirische Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren Schirnhofer musste in Folge der Zielpunkt-Pleite ebenfalls Insolvenz anmelden. Das Unternehmen aus Kaindorf bei Hartberg in der Steiermark hat laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV), KSV1870 und Creditreform ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz beantragt.

Die Passiva betragen laut den Kreditschützern des AKV 24,85 Millionen Euro, denen Aktiva von 10,85 Millionen Euro gegenüberstehen. Beabsichtigt ist eine Weiterführung mit einem um 70 Dienstnehmer reduzierten Personalstand. Betroffen sind 269 Mitarbeiter und 276 Lieferanten. Den Gläubigern wird die Mindestquote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Zu den Schirnhofer-Kunden zählen unter anderem Groß- und Einzehandelunternehmen, Gastronomiebetriebe, Kaufhäuser und Großküchen. Der deutsche Markt wird über die Schirnhofer Deutschland Vertriebs GmbH. beliefert. Auf Zielpunkt/Pfeiffer entfiel ein Umsatzanteil von EUR 23,7 Millionen. bzw. 37,3 Prozent des Gesamtumsatzes.

Die operative Tätigkeit im Schirnhofer-Konzern konzentrierte sich nach Auslagerungen und Verkäufen zuletzt auf den eigentlichen Stammbetrieb der Schirnhofer Gesellschaft m.b.H., deren Unternehmensgegenstand die Fabrikation von Fleisch- und Wurstwaren sowie der Nutz- und Stechviehhandel ist. Die Produktpallette umfasst 600 verschiedene Produkte und die Jahresproduktion beläuft sich auf ca. 12.000 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren.

Schirnhofer hat seit 2008 sukzessive Betriebe übernommen, zwischenzeitlich wurden im Konzern mehr als 1500 Dienstnehmer beschäftigt. Ein im Jahr 1999 erworbener Schlachthof im oststeirischen Großsteinbach wurde im April 2016 an die Steirerfleisch-Gruppe verpachtet, der Schlachtbetrieb wurde ausgelagert. Im September 2015 wurden auch die Beteiligungen am Fleisch- und Wurstwarenproduzenten Aibler in Oberwaltersdorf und am Fertiggerichteproduzenten Blasko Convenience in Bruck an der Mur an die Marcher Fleischwerke veräußert. Insgesamt haben diese Betriebe rund 360 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit Zielpunkt ist Schirnhofer 1997 eine Kooperation eingegangen: Im Rahmen eines „Shop-in-Shop-Systems“ wurden sukzessive eigene Verkaufsgeschäfte in mehr als 250 Zielpunkt-Supermärkten installiert. 2014 wurde Zielpunkt zur Gänze von der Pfeiffer-Gruppe übernommen, die die Strategie änderte und wieder eigene Feinkost-Abteilungen einführte. Im Zuge dieser Neustrukturierung wechselten rund 800 Schirnhofer-Dienstnehmer in den Personalstand der Handelskette Zielpunkt. Im Gegenzug wurde ausgemacht, dass Schirnhofer langfristig Lieferant bleibt.

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